366
Albrccht.
geb. 17. Mai 1490, Domherr zu Köln, dann 1511Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen; nahm1525 die Reformation au und ward zugleich erb-licher Herzog des Landes Preußen unter polnischerLehensherrlichkeit; st. 20. März 1568 zu Tapiau(s. Preußen); war Stifter der Universität zu Kö-nigsberg u. vermählt mit Anna Dorothea, Tochterdes Königs Friedrich I. von Dänemark; in 2.Ehe mit Anna, Tochter des Herzogs Erich vonBraunschweig-Lüneburg, die ihm Albrecht Friedrich,seinen Nachfolger, gebar. Ii) Herzog von Sachsen:
15) A. der Beherzte (Albertus Lnimosus), 2. Sohndes Kurfürsten Friedrich II. und der Margarethevon Österreich, geb. 17. Juli 1443; wurde mitseinem älteren Bruder Ernst 1455 ans dem Schlossezu Altenburg durch Kunz von Kanffungen geraubt,aber gerettet (s. Prinzeuranb); wurde bereits 1459in Eger mit Sidonie, Tochter des böhmischen Kö-nigs Georg Podiebrad, vermählt (factisch erst 1464),regierte seit 1464 nach seines Vaters Tode mitseinem Bruder, dem Kurfürsten Ernst, gemein-schaftlich, bis nach dem Anfall Thüringens 1485die Theilung vorgenommen wurde, wobei ihm derMeißener Antheil zufiel. Er wurde Stammvaterder Albertinischen Linie in Sachsen und führte inderselben das Recht derPrimogenitur ein; s. Sachsen.Er focht 1475 mit Kaiser Friedrich III. gegenBurgund u. dann gegen Matthias Corviuus vonUngarn; ward 1488 kaiserlicher Statthalter in denNiederlanden und 1498 Erbstatthalter von Fries-land, wo er 12. Sept. 1500 an einer bei derBelagerung von Groningen erhaltenen Wunde inEmden starb. Vgl. Langren, Herzog A., der Be-herzte, Lpz. 1838.
II. Prinzen, a) Erzherzöge von Österreich:
16) A. VII., 3. Sohn des Kaisers Maximilian II.u. der Marie, Tochter des Kaisers Karl V., geb.1559; wurde in Spanien am Hofe Philipps II.erzogen, widmete sich dem geistlichen Stande, ward1577 Cardinal und 1584 Erzbischof von Toledo,1594 Vicekönig von Portugal, 1596 Gouverneurder Niederlande. Nach erlangter Dispensation u.Niederlegung der Kirchenwürden heirathete er 1598Jsabella, Tochter Philipps II.; mit ihr bekam erdie katholischen Niederlande, Burgund u. Charolaisals selbstständiges Reich. Über seine Regierungu. Kriege, besonders mit Moritz von Nassau, s. n.Niederlande. Im April 1609 schloß er mit Mo-ritz den 12jährigen Waffenstillstand und st. 1621kinderlos, daher die katholischen Niederlande wie-der an Spanien fielen. 17) A., ältester Sohn desErzherzogs Karl, geb. 3. Aug. 1817, trat 1837als 2. Öberst in das 13. Jnf.-Regiment ein, wurde1839, um auch den Rciterdienst kennen zu lernen,zum 4. Cürass.-Negiment versetzt, 1840 General-major in Graz, 1843 Feldmarschalllieutenant u.1845 commandireuder General von Österreich obund unter der Enns, dann Salzburg. Nach denMärzunrnhen in Wien 1848 legte er dieses Com-mando nieder und ging zur Armee nach Italien,wo er unter Radetzky namentlich bei Santa Luciamit Auszeichnung focht. Im Feldzuge 1849 führteer eine Division des 2. Armeecorps, welche fastimmer als Avantgarde benutzt wurde, u. trug we-sentlich zu den Siegen von Mortara und Novarabei. Im September dess. I. wurde A. Comman-
dant des 3. Armeecorps in Böhmen u. am II.Oct.Gouverneur der Buudesfestuug Mainz; 1850 Ge-neral der Cavallerie und 1851 Commandeur der
з. Armee in Ungarn, sowie Militär- u. Civilgou-verneur dieses Königreiches; während des Krim-krieges befehligte er dann das Öbservationsheeran der ungarisch-türkischen Grenze. Im April 1859wurde er mit einer Sendung an den preußischenHof betraut, um vor Ausbruch des Krieges eineVerständigung mit Preußen herbeizuführen, diejedoch keinen Erfolg hatte, ebenso wenig wie seineMission dahin im Frühjahr 1864. 1860 kehrteer aus Ungarn zurück u. wurde Commandeur des8. Jnfanteriecorps und 1863 Feldmarschall. Ercommandirte 1866 die Südarmee in Italien underfocht am 24. Juni den Sieg bei Cnstozza, derfreilich ans den Ausgang des Krieges ohne Ein-fluß blieb. Er wurde jetzt an Benedeks Stellezum Commandeur der gesammteu österreichischenHeere ernannt, doch kam inzwischen der PragerFriede zum Abschluß. Er war seit 1. Mai 1844mit Hildegard, Schwester des Königs Max vonBayern, vermählt (st. 2. April 1864 in Wien);seine jüngste Tochter Mathilde starb in Folge er-haltener "Brandwunden 6. Juni 1867 zu SchloßHetzendorf,, bei Wien. Erzherzog A. besitzt weiteGüter in Österreichisch-Schlesien, Ungarn u. Gali-zien, ans denen er großartige industrielle Etablisse-ments betreibt,namentlichStahl-u.Eisenwerke, Holz-schneidemühlen, chemische Fabriken rc., WährendseineGüter in Ungarn sich durch großartige Viehzucht aus-zeichnen. d) Von Preußen: 18) A., geb. 4. Oct.
1809, 4. Sohn des Königs Friedrich Wilhelm III., !trat, wie alle preußischen Prinzen, in seinem 10.Jahre (4. Oct. 1819) in die Armee als Second-Lieutenant ein, ward October 1828 Major im
1. Garde-Reg. zu Fuß, 1831 Oberst, 1833 Ge-neralmajor und Commandeur der 6. Cavallerie-Brigade, 1842 Generallieutenant, 1852 Generalder Cavallerie, 1871 Generaloberst der Cavallerie,woinit der Rang eines General-Feldmarschalls ver-bunden ist, 1872 im September russischer Feld-marschall, Chef des lithauischen Dragoner-Reg.
Nr. 1 Prinz A. von Preußen, des 7. branden-burgischen Jnfanterie-Reg. Nr. 60 n. mehrererrussischen Regimenter. Im I. 1842 bereiste er sSRußland u. den Kaukasus u. betheiligte sich anden Kämpfen gegen die Tscherkessen; 1864 nahmer ohne besonderes Commando am dänischen Kriegetheil; 1866 führte er die Cavalleriereserve beiGitschin u. Königgrätz; 1870 war er Commandeurder 4. Cavalleriedivision bei der 3. deutschen Ar-mee, welche thätigen Antheil an dem Zuge vonWeißenburg und Wörth über Sedan nach Parisnahm, ferner an den sämmtlichen Operationengegen die Loire-Armee unter v. d. Tann, Groß-herzog von Mecklenburg u. Prinz Friedrich Karlbis zu Ende des Feldzuges. Dem constitnirenden
и. ersten norddeutsch. Reichstage seit 1867 gehörteer als nie fehlendes Mitglied an. Er war ver-mählt 1830 mit der Prinzessin Marianne vonden Niederlanden; 1849 von derselben ge-schieden, vermählte er sich 1853 mit der GräfinRosalie v. Hohenau, Tochter des verstorbenen Ge-nerals v. Rauch. Er st. 14. Oct. 1872. 19) Seineinziger Sohn, A. Friedrich Wilhelm Nikolaus,