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Albigenser
Hüte rc. sabriciren. A. ist Geburtsort La Peyrouses,welchem 1843 eine Bronzestatue errichtet wurde.Im Alterthum hieß die Stadt XldiZa u. gehörte zumAquitanischen Gallien. Die Umgegend von A.,im Mittelalter ^.UÜAeois genannt, bildete eineGrafschaft in Ober-Languedoc u. fiel im 13. Jahrh.an die Grafen von Toulouse. Sie war Hauptsitzder Albigenser u. Schauplatz der Albigenser-Kriege.
Albigenser, gemeinschaftlicher Name aller so-genannten Ketzer, die durch ihre sittliche Strengeund evangelische Gesinnung in Conflict mit demKlerus gekommen waren u. sich nach SFrankreichgefluchtet hatten; so nannte inan daher die An-hänger Peters v. Bruis, Heinrichs v. Lausanne,die Katharer, auch die Waldenser. Sie hießenanfangs krovinoialss Imsrotioi (die Ketzer in derProvence oder Toulousische Ketzer) u. seit Anfangdes 13. Jahrh. A-, weil die ersten kriegerischenUnternehmungen gegen sie in Albigeois stattfan-den. Sie waren schon 1119 auf dem Concil vonToulouse verdammt worden, und 1179 von dem3. Lateranconcil zur Unterdrückung mit Gewaltvernrtheilt; doch hatten weder feindliche Angriffe,noch friedliche Missionen von Seiten der Kirchedie Ausbreitung der A. in SFrankreich bis nachOberitalien hindern können, so daß sie gegen Endedes Jahrh. in dem ersteren die herrschende Parteiwaren, die den Klerus mehr u. mehr verdrängte;ein hervorragender Führer Gras Roger v. Beziers.Energisch trat Papst Jnnocenz IH. gegen sie auf.1198 sandte er zwei Legaten mit unbeschränkterVollmacht zur Vertilgung der Ketzerei ab, derenerste Erfolge mehr scheinbare waren, gleichwie dievon Peter von Castelnau in Verbindung mit Do-minicns, Stifter der Dominikaner, unternommeneBekehrung durch Religionsgespräche resultatlos blieb.Der Elftere wurde 1208 von unbekannter Handermordet; der schon lange der Curie verdächtige,dieser That fälschlich bezichtigte Gras Raimund VI.von Toulouse rettete sich 1209 durch demüthigeUnterwerfung vor dem Angriffe des gegen ihn ge-predigten Krenzzuges. Das Kreuzheer wandte sichnun, den wüthendcn Arnold v. Citaux als päpstl.Legaten an der Spitze, gegen den Grafen Ray-mund Roger. Beziers wurde mit Sturm genom-men, verwüstet n. zerstört u. die Bewohner nieder-gemetzelt. Zäher war der Widerstand Carcassonnesunter Anführung Raimund Rogers. Endlich mußtedie Stadt capituliren; den Bedingungen der Ca-pitulation entgegen wurden über 400 Bürger ver-brannt; Raimund Roger wurde in den Kerker ge-worfen, wo er umkam, seine Güter dem GrafenSimon von Montfort geschenkt, der nun den Ober-befehl übernahm und schrecklich hauste. Hieraufwandte sich bas Heer 1211 gegen Raymnnd vonToulouse, der verdrängt und seines Besitzes fürverlustig erklärt wurde; dem es aber, nach demTode seines Hanptgegners Simon von Montfort,1^8, gelang, sein Land wiederzuerobern undbis zu seinem Tode 1222 zu behaupten. Durcheinen neuen Krenzzng und die Betheiligung desKönigs Ludwig VIII. von Frankreich wurde end-lich Graf Raimund VII. 1229 zur Unterwerf-ung gezwungen; die Reste der A. durch die vonPapst Gregor IX. eingerichtete u. von den Domi-nikanern betriebene Inquisition unter furchtbaren
— Willi.
Gräuelthaten ansgerottet. Vgl. Basnage, Historieäs In rsiiZiou äss öglisss relormses, Rotterdam1725; Simonde di Sismondi, Die Krenzzüge gegendie A., aus d. Franz., Lpz. 1829; Faber, In-guir/ into tilg iüstor^ anä tirsoio^ ok tirsanorsnt Vailonsss auä VIbiAsnsss. Lond. 1838;Fauriel, 6rvisaäs oontrs iss X1di§sois, Paris1838; Hahn, Gesch. der Ketzer im Mittelaller,Stnttg. 1845—47, Bd. 1; Peyrat, Rrstairs ässLIbiFsois, Par. 1870—72.
Albignac, Phil. Franc. Maur., Graf d'A.,geboren in Milhaut 1775. Mit seinem Vateremigrirte er 1792 n. nahm in Österreich Dienste;nach dem 18. Brumaire kehrte er nach Frankreichzurück, trat 1806 als gemeiner Ordonnanz-Gens-d'arm der kaiserlichen Garde wieder ein u. avan-cirte bis zum Obersten. Nach Auflösung diesesCorps trat er 1807 in westfälische Dienste, wurdeFlügeladjntant des Königs Jerome u. stieg schnellbis zum Divisions-General, Großstallmeister undKriegsminister, auch ernannte ihn derselbe zumGrafen von Ried. 1809 verfolgte er mit einigentausend Mann Westfalen n. der holländischen Di-vision Gratien das Freicorps Schills. Daraufbegleitete er den König von Westfalen auf seinemZuge gegen den Herzog von Brannschweig, kehrtedann nach Frankreich zurück, machte den Feldzug
1812 in Rußland als Chef des Generalstabes des6. Armeecorps unter St. Cyr mit, organisirte
1813 die 4. Reservedivision im Departement Gard.
1814 schloß er sich den Bourbonen an, ging 1815als Ordonnanzoffizier des Herzogs von Angou-lbme mit diesem nach Gent, ward daun im Kriegs-ministerium Generalsekretär u. endlich Gouverneurder Kriegsschule zu St. Cyr. Zum Marschall er-nannt, st. er 1824.
, Alüini, Franz Joseph Martin, einMann,der wegen seiner deutschen Gesinnung von demHistoriker Johannes von Miller dem „großenCharakter" Stein als ebenbürtig zur Seite gestelltwird. Er ist der Enkel Joseph Anton A-s, der,aus Schwaben stammend, 1763 ein Reichsritter-Diplom erhalten hatte. Geb. den 14. Mai 1748,studirte er zu Pont-ü-Monsson, Dillingen u. Würz-burg die Rechte, prakticirte beim Reichshofrath,ward 1775 Assessor am Reichs kammergericht zuWetzlar, wurde 1787 Geh. Reichsreferendar desErzkanzlers Kurfürsten von Mainz, in welcherThätigkeit Kaiser Joseph II. ihn kennen lernte u.ihn mit außerordentlichen Missionen an verschie-dene deutsche Höfe betraute. Nach des KaisersTode 1790 trat er in Kurmainzische Dienste, indenen er endlich kurfürstlicher Staats- n. Conferenz-minister u. Hofkanzler wurde. Als die FranzosenMainz überzogen, hielt er bis zum letzten Augen-blicke aus u. unterschrieb auch nicht die Kapitula-tion der Festung. 1797 war er kurfürstlicher Ge-sandter auf dem Reichsfriedenscongreß zu Rastatt.Nachdem daselbst seine Proteste gegen die franzö-sische Occupatio» von Mainz wirkungslos geblie-ben waren, schloß er einen Subsidienvertrag mitEngland, rief einen Mainzischen Landsturm von16,000 Mann ins Leben, an dessen Spitze er dieFranzosen bei Hattenheim, Höchst n. an der Niddaschlug. Am 24. Nov. 1800 führte er bei Aschaffen-burg einen erfolgreichen Überfall gegen den Ge-