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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Albertrandh — Albi.

mit einer Mischung von Gelatine und doppelt-chromsaurem Kali übergossen, nach dem Trocknenunter dem zu reproducirenden Negativ dem Lichteansgesetzt, mit Wasser ausgewaschen, auf einenLithographiestein gekittet, mit fetter Farbe einge-walzt und in der lithographischen Presse gedruckt.Die A. beseitigt einmal das größte Gebrechender Photographie, die Vergänglichkeit ihrer Ab-drücke, und macht sodann auch eine viel vortheil-hastere und raschere Herstellung möglich. S. auchPhotographie.

Albcrtrandy, Jan Baptist, Geschichtsfor-scher, geb. 1731 zu Warschau aus italienischerFamilie; wurde 1750 Jesuit und Professor amCollegium zu Pultusk, dann zu Plock u. Wilna;war Bibliothekar der Zaluskischen Bibliothek inWarschau u. seit 1764 Erzieher des nachherigenpolnischen Justizministers Lubieuski, mit dem erins Ausland reiste. Nach der Aufhebung desJesuitenordens in Polen 1773 von König Sta-nislaus August zu seinem Vorleser u. Bibliothekargemacht, sammelte er in dessen Aufträge in Rom,Stockholm u. klpsala einen 200 Bände reichenhistorischen Stoff als Material für die polnischeGeschichte. Als im 1.1800 Friedrich Wilhelm III.die Gründung der Warschauer Gelehnen-Gesell-schaft bestätigte, ward A. ihr erster Präses undverblieb in dieser Stellung bis zu seinem Tode1808. Er schr. in polnischer Sprache: Geschichteder Römischen Republik; Römische Alterthümernach Münzen erklärt; Jahrbücher des KönigreichsPolen, 1768; Regierung des Heinrich Valois n.Stephan Balhory, 2 Bde., 1823; Die Regierungder Jagellonen Kasimir, Johann Albrecht u. Alexan-der, 1826, 2 Bde.

Albertus Msgnus, Albert der Große, geb. um1200 zu Lauingen in Schwaben als Albrecht,Graf von Bollstädt; Schüler des Jordanus, seit1223 Dominikaner und Lehrer an den Ordens-schulen zu Regensburg (daher Ilatisbonsiwis),Köln (^1. äs 6olvnin) u. Paris, erklärte 1230 inParis gegen das kirchliche Verbot den Aristoteles,war 1255—59 Ordcnsprovincial in Deutschland,1260 Bischof von Regensbnrg, ging aber schon 1262in sein Kloster nach Köln zu seinen Wissenschaftenzurück. Er heißt „der Große" vom Umfang theilsder Wirksamkeit als Lehrer seiner Zeit in Rede u.Schrift, thcilsdesgelehrtenWissens in allen Gebieten.Er besonders führte den Aristoteles in die Schulenein u. nahm auch viel von der jüdischen Kabbala,welche Physik u. Metaphysik vermischt, in die Phi-losophie u. Theologie herüber, weshalb ihn dasVolk für einen Zauberer hielt. Papst Urban VIII.sprach ihn 1637 selig. Werke, heransgegeben vonJammy, Lyon 1651, 21 Bde. Vgl. Sighart, A.M., sein Leben und seine Wissenschaft, Regensb.1857; F. A. Pouchet, List, äes soisnoso natnrslkosan mozen-A§s, on Xlbsrt ls dranä, Par. 1853.

Albertusthaler, niederländische Silbermünzc,von ungefähr 4^ Mk. Werth, seit 1598, als Erz-herzog Albert die Niederlande von Philipp II. vonSpanien übernahm, nach dem Reichsfuße geprägt,im Avers das burgundische Kreuz mit dem goldenenVließ; fanden bald allgemeinen Eingang u. galtenin Livland, Kurland u. Semgallen bis 1810. Esgab außerdem braunschweigische, kurländischc und

ungarische A., holsteinische u. selbst preußische, unterKönig Friedrich II. 1767 u. Friedrich Wilhelm II.1797 geprägt. Auf den A. gingen 3 Albertus-gulden u. als Rechnungsmünze i'n Livland, Kur-land u. Semgallen 90 Albertnsgroschen.

Albertverein, erster, auf die Genfer Conven-tion basirter internationaler Frauenvcrein in Eu-ropa, am 14. September 1867 von der damali-gen Kronprinzessin, jetzigen Königin Carola vonSachsen, zur Schulung von weltlichen Kranken-pflegerinnen u. zur Pflege Verwundeter in Kriegs-zeiten gegründet und nach dem damaligen Kron-prinzen, jetzigen König Albert von Sachsen, be-nannt. Dieser Verein übt in Friedenszeitcn dieambulante Armenkrankcnpflcge in ausgedehntesterWeise, unterhält Polikliniken für fast alle Krank-heiten nicht allein in Dresden, sondern auch ananderen Orten des Landes, u. verdient wegen seineraußerordentlich segensreichen Thätigkeit im Kriege1870/71 eine ausgezeichnete Erwähnung. Ende1869 aus 26 Zweigvercincn mit 2140 Mitgliedernbestehend, war derselbe während des Deutsch-fran-zösischen Krieges auf 31 Zweigvereine mit 4885Mitgliedern angewachsen. Ohne das geschulte Ein-greifen dieses Vereins würde das Elend, das derplötzlich hereinbrechende Krieg im Felde u. in derHeimath mit sich brachte, ebenso groß gewesensein, wie es sich in Frankreich entwickelte. Auchnach dem Kriege besteht das Hauptaugenmerk desVereins darin, seine Thätigkeit rastlos fortzusetzcn,indem er der Negierung seinen Beistand für Epi-demien rc. zur Verfügung stellte; ferner suchtderselbe nach wie vor für Schulung von Kranken-pflegerinnen Sorge zu tragen und deren Zahl zuvermehren.

Albertville, Hauptst. des gleichnamigen Arr.im französischen Dep. Savoie, am Arly oberhalbdessen Mündung in die Jsöre, an dem Vereinig-ungspunkte von fünf Thälern; hat kkntcrpräfect,Tribunal, Fricdensgericht, Normalschule, ausge-zeichnete Schicferbrüche, Blei- u. Silberschmelzwcrk;4430 Ew. 1835 aus der Vereinigung der beidenOrte Conflans und l'Hopital entstanden und demKönig von Sardinien, Albert, zu Ehren so be.nannt. Nach Gesetz vom Mai 1874 sollen bciN-Festnngswerke anfgefllhrt werden.

Alberns, Erasmus, s. u. Alber 2.

Albi, Hauptst. des gleichnamigen Arr. des fran-zösischen Dep. Tarn u. des Dep. selbst, am Tarn,über welchen 2 Brücken führen (die eine aus dem13. Jahrh.), und an der Eisenbahn (Perigncux-Tonlousc); Präfectur, Erzbischof, Hauptseminar,Tribunal erster Instanz, Assisenhof, Friedensgericht,Handelstribunal, Lyceum, Normalschule, Museum,Bibliothek von 14,000 Bänden, Theater. Unter denGebäuden sind zu nennen: der erzbischöfliche Palastans dem 13. u. 14. Jahrh., festungsartig gebaut,die Kathedrale (1282 angcfangen, 1480 geweiht,1512 vollendet, neuerdings restaurirt) ist einaußerordentlich kühner Backsteinban mit einem 78 inhohen Thurme, die Kirche S. Salvy kn romanischemStil, der Jnstizpalast, die Präfectur, das schöneLyceum n. a.; 16,600 Ew., welche Anis, Koriander,Safran, Pastel, Wein bauen, Leinwand, Kattun,Tischwäsche, baumwollene Decken, Bürsten, Glas,Kerzen, Fadennndeln, Ligneur (Anis, Absinth rc.).