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den, Schwinds Sieben Raben und Melusine,außerdem noch unzählige Bilder von Münche-ner Künstlern. Er war auch der Erste, dergroße Auflagen von einer Platte lieferte, wiesie der Buchhandel brauchte. Zn den bedeutend-sten Werken, die außer den bereits genannten ausseinem Atelier hervorgingen, gehören noch dieBlätter nach Prellers Landschaften zur Odyssee,die Blätter nach Horschelts Kaukasusbildern, nachden Fresken in den Nibelungen-Sälen der Mün-chener Residenz n. die Copien der historischen Ge-mälde im Bayerischen Nationalniusenm zu Mün-chen. A. war auch unter den Ersten, die lebens-große Bilder unmittelbar auf Malerleinwand zumMalen und Zeichnungen ebenso auf den Holzstockphotographirten, u. zudem stellte er ganze Fi-guren in Lebensgröße ans 2,5 m hohen Bogenher. Über den von ihm erfundenen Photogra-phicdrnck s. Albertotypie.
Alberti, 1) St. im Arr. Peronne des fran-zösischen Dep. Somme, an der Nordbahn (Amiens-Arras); Seidenspinnerei, Zucker-, Öl- und Pa-pierfabrik, Maschinenfabrik, Dampfschneidemühle;4020 Ew. 2) Nach dem Reisenden Bnrton derhöchste Berg des Camerungebirges (Mongoma-Lobah, 4490 m), der Insel Fernando Po. gegen-über, in dem von Ober- u. Niedergninea (Afrika)gebildeten Winkel. 3) (Prince-Albert) Gebietim nordöstlichen Theil der Capcolonie, nördlichvon den Stormbergen zwischen Sprint-, Kraai- undOranje-Fluß; erst in neuester Zeit cultivirt von hol-ländischen Colonisten, fruchtbarster Ackerboden, na-mentlich am Einfluß des Kraai in den Oranje;Steinkohlenlager.
Allberti, Marktflecken im ungarischen ComitatPest, ist eine deutsche Ansiedelung mit Weinbau,Bierbrauerei, Lederbereitung; 3320 Ew.
Alberti, Leon Battista, geb. 1414 in Ge-nna; widmete sich anfangs der Rechtswissenschaft,zeichnete sich später als vielseitiger Gelehrter, Phi-losoph, Mathematiker, Bildhauer, Maler, Dichter,Organist, besonders aber als'Baumeister aus n.st. 1472 in Rom. Er verfaßte in der Manierdes alten Lopidus die Komödie Dliilockoxios, vonAldus Manntius als Werk der class. lat. Litera-tur 1588 herausgegebcn, mehrere Lustspiele unddichtete zuerst italienisch in antikem Versmaße.Als Maler erfand er die perspectivisch-optischenGemälde u. den Storchschnabel u. schrieb ein WerkDs xistura, Basel 1540; ferner schrieb er Werkemoralphilosophischen Inhaltes, so: Del ßsovsrnockslla tamiAlia, welches fälschlich tlALolo DanäoUinizngeschrieben wurde. Er war einer der bestenOrganisten seiner Zeit. Als Baumeister führteer die Antike wieder in die italienische Kunst ein;Werke in Florenz: die doppelte Loggia im PalasteRncellai, die Kapelle Rucellai in S. Pancrazio,die Emporkirche in der Annunziata, nach seinerZeichnung die herrliche Kirche des Andreas undSebastian zu Mantua, die Kirche San Francescodi Rimini, in gothischem Stil; schr.: Über dieTheorie der Baukunst, Ds rs asäiüeaboria, Flor.1485, ins Italien., Franz, und Span, übersetzt.Seine Oxers vol§ari, 5 BLe., sind herausgeg. vonBonucci, Florenz 1844—1846. Näheres über
Albertotypie.
ihn in dem Werke von Lnyncs: 6 Ii Llbsrti äiDireims, 2 Bde., Flor. 1870.
Alberti, 1) Friedrich August v., geb.4. Sept.1795, ein um das Salinenwesen verdienter Mann;unter den zahlreichen Verbesserungen, welche ihmdie Halurgie verdankt, ist besonders die Anwend-ung der Dämpfe beim Salzkochen zu nennen. Erschr.: Die Gebirge des Königreichs Württemberg inbesonderer Beziehung ans Halurgie, Stnttg. 1826;Halurgische Geologie, ebda. 1852, 2 Bde.; Über-blick über die Trias, mit Berücksichtigung ihresVorkommens in den Alpen, ebda. 1864. 2) So-phie, geb. Mödinger (Psend. Sophie Verena),geb. 5. Aug. 1826 zu Potsdam. Beliebte u. ge-müthvolle deutsche Roman-Schriftstellerin. Er-hielt die erste Anregung zu dichterischem Schaffenim Vaterhanse, wo Musik u. Dichtkunst gepflegtwurden. Sie trat zuerst mit der anmuthigen,tief empfundenen Novelle Else, Berl. 1856, andie Öffentlichkeit. Ihre mittlerweile erfolgte Ver-mählung mit dem geistvollen Stadtschulrath A.in Stettin (st. 1870) förderte die Entwickelungihres schönen Talents. Ihre weiteren Romane:Ein Sohn des Südens, Jena 1859, Photo-graphien des Herzens, Berlin 1863, Über Allesdie Pflicht, Berlin 1870, und Ans allen Kreisen,Berlin 1873, sind warnt empfundene, höchstanmuthige Schöpfungen. Neben diesen eigenenDichtungen lieferte sie vortreffliche Übersetzungenans dem Englischen. Sie lebt z. Z. (1874) inPotsdam.
Albertina, 1) Universität zu Königsberg inPreußen; 2) Universität zu Freiburg im Breisgau.
Albertinelli, Mariotto, ausgezeichneter Ma-ler, geb. 1475 zu Florenz, st. daselbst 1520; sollteGoldschläger werden, ging aber in die SchuleCosimo Rosellis, arbeitete täuschend in der Manierseines Mitschülers Fra Bartolomeos n. mit diesemgemeinschaftlich, so das Jüngste Gericht im Krenz-gange von Sta. Maria Nuova in Florenz n.Himmel-fahrt Mariä im Berliner Museum. Ein vortreff-liches Bild, Heimsuchung der Marian. Elisabethender Galerie der Ufficien zu Florenz (Stich vonV. della Brunn); weitere Werke in der Akademiezu Florenz, Münchener Pinakothek, in Rom, Vi-terbo, Florenz, im Louvre zu Paris rc. Zu seinenbesten Fresken gehört die Kreuzigung in der Cer-tosa bei Florenz. Seine Schüler Bngiardini undVisino arbeiteten zumeist in seinem Geiste.
Albertinische Linie, jüngere, jetzt königlicheLinie des Hauses Sachsen (s. d.).
Albert Nyanza, so v. w. Mwutan-See.
Albertotypie, Albertypie, Lichtdruck, dievon dem Photographen Jos. Albert in Münchenerfundene Übertragung photographischer Bilder.Dieses ganz eigenthümliche und bis jetzt unüber-troffene Druckverfahren, welches auf der Eigen-schaft der Gelatine beruht, mit chromsaurcn Alka-lien vermischt durch Belichtung unlöslich und zurAufnahme fetter Farben geeignet zu werden, istim Wesentlichen folgendes. Eine Spiegelglasscheibcwird mit einer Mischung von Eiweiß u. doppelt-chromsaurem Kali übergoffen; nach dem Trocknenwird die Schicht von der Glasseite her kurze Zeitdem Tageslichte ausgesetzt; die Scheibe wird dann
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