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Albers — Albert.
enthalte in einem Verstecke in den Apennincn,während dessen er eine Rechtfertigung seiner Po-litik niederschrieb, erhielt er nach dem Tode Cle-mens' XI. (1721) vom Cardinals-Collegium eineehrenvolle Lossprechung von der Anklage der Er-schleichung seines Cardinalshutes, nahm im Con-clave an der Wahl Jnnocenz' XIII. theil, mußteaber von diesem, um den spanischen Hof zu be-ruhigen, sich in ein Kloster verbannen lassen.Frei gelassen, fiel er unter Benedict XIII. (1724)wieder in Ungnade u. zog sich nun ans sein GutCastel-Romano zurück, von dem ihn endlich 1734Clemens XII. nach Rom berief, unter Ernennungzum Legaten von Ravenna. Nachmals noch zumLegaten von Bologna ernannt, verlebte er dieletzten Jahre in Piacenza, wo er am 16. Juni1752 starb. Einen großen Theil seines Besitzes ver-machte ec dem zwecken Sohne der Königin Elisa-beth von Spanien, dem Herzog von Parma undPiacenza seit 1748, das Übrige theils einem vonihm gestifteten Seminar, theils seinem Neffen.A-s Politisches Testament ist untergeschoben. Vgl.Rousset, Vis du Oardinai X., Par. 1779; Ber-sani, 8toria ciol 6ard. 6Ini. X., Piacenza 1862.
Albers, Joh. Friede. Herrn., ein um diePathologie verdienter Arzt, geb. zu Dorsten 1805;wurde 1831 Professor der Pharmakologie, auchDirigent einer Privatheilanstalt für Gemüthskrankezu Bonn, woselbst er 12. Mai 1867 st.; schr.:Die Pathologie und Therapie der Kehlkopfskrank-heit, Lcipz. 1829; Die Darmgeschwüre, ebd. 1831;Die syphilitischen Hautkrankheiten, Bonn 1832;Atlas der pathologischen Anatomie, Leipz. 1832bis 1862; Lehrbuch der Semiotik, ebd. 1834, 3.A., 1861; Beobacht, aus dem Gebiete der Patho-logie, Bonn 1836—40, 3 Bde.; Handbuch derallgeni. Pathologie, 1842—44, 2 Thle.; Erkennt-niß der Krankheiten der Brustorgane aus physikal.Zeichen oderAuscultation, Percussion u. Spirometrie,Bonn 1850.
Albersweiler, Df. im Bezirksamte Bergzaberndes bayerischen Regbez. Pfalz an der Queich u.der Eisenbahn Landau-Zweibrücken; protestantischeu. katholische Kirche, Weinbau, Zündhölzerfabrik;2150 Ew.
Albert, deutscher Name, s. Adalbert; A. derGroße, s. Xidsrtns ZIaxnns.
Albert, 1) A. Kasimir, so v. w. Albrecht20.2 ) A. Franz August Ernst Emanuel, Prinz v. Sach-sen-Kobnrg-Gotha, geb. 26. Ang. 1819 auf demSchloße Rosenau, der zweite Sohn des HerzogsErnst I. v. Sachsen-Koburg und der HerzoginLouise, einer Tochter des Herzogs August v.L-achsen-Gotha-Altenbnrg; studirte 1837 zu Bonndie Rechtswissenschaft n. wohnte 1838 mit seinemVater der Krönung der Königin Victoria zu Londonbei. Die Königin, deren Mutter die jüngsteSchwester des Vaters des Prinzen war, faßte fürdenselben eine innige Neigung, und sowol dieser,als dem Rathe ihres Oheims, Leopolds, des Kö-nigs von Belgien, folgend, erklärte sie am 23. Nov.1839 ihrem Geheimen Rathe ihre Absicht, sichmit dem Prinzen zu vermählen. Die Vermähl-ung fand am 10. Febr. 1840 zu London statt.Der Prinz war durch Parlamentsacte naturalifirPworden, erhielt den Titel Königs. Hoheit, den Rangl
eines Feldmarschalls n. Geheimen Rathcs n. eine Ci-villiste von 30,000 L. St. Später erhielt er, alsdas Glück seiner Ehe eine allgemeine Anerkenn-ung gewann, zahlreiche Würden, Ehrenauszeich-nnngen u. Ldnccuren. Von Einfluß ans das Ge-sammtleben Englands war zunächst sein feinerKunstsinn. So ward er der Hauptgönner jeneröffentlichen Anstalten, die den bildenden Künsteneinen neuen Anstoß gaben u. auch ans die Fabrik-indnstrie Einfluß üblen.. Die große Ausstellungvom Jahre 1851 zu London kam besonders unterseiner Protection zu Stande. Große Aufmerk-samkeit schenkte er auch, seit 1847 Kanzler derUniversität Cambridge, dieser Anstalt namentlichin Beziehung ans Geschichte, neuere Sprachen rc.Obwol es ihm während seines Lebens nicht ge-lang, den Argwohn gegen ihn als einen Fremdenzu beseitigen u. dem Vorwurfe, daß er deutsche u.auswärtige Interessen überhaupt, z. B. zur Zeitdes Krimkrieges, in der britischen Regierung zurGeltung bringen wolle, ein völliges Ende zumachen, so stimmten doch nach seinem in Folgeeines typhösen Fiebers am 14. Dec. 1861 zuWindsor Castle eingetretenen Tode alle Parteienin der Erklärung überein, daß seinem Einfluß aufdie Entschlüsse der Königin der glückliche Gang derbritischen Politik zu verdanken sei. Am Jahres-tage seines Todes, aiü 14. Dec. 1862, erschienenzu London auf den ausdrücklichen Wunsch derKönigin die Denkwürdigkeiten des Prinzen unterdem Titel: II,s Principal Fpseclrso and Xd-ckrsssW ol 8is IÜAirnsL8 Urs krines donsort.Erst den 25. Juni 1857 hatte der Prinz diesenTitel krinos 6onsort erhalten; vergeblich hat dieKönigin unter der Hand den Plan zur Ausführ-ung zu bringen gesucht, ihm auch den Königstitelbeilegen zu lassen; allein die nach seinem Todeerschienenen Documente beweisen, daß er nebender Königin in der That als König herrschte. EinVierteljahr vor diesen Memoiren erschien in Lon-don die Schrift: Oomtort in Lorrorv; Zleditn-tion8 on Konti, and Moruit)-. Diese Schrift ent-hält Auszüge aus Zschokkes Stunden der Andacht,übersetzt von Friederike Roman, u. ist, wie es aufdem Titel heißt, mit Erlaubniß Ihrer Maje-stät veröffentlicht. Die Auswahl war von derKönigin Victoria selbst getroffen; die Vorrede rührtvon dem Prinzen Albert her, zu dessen Lieblings-büchern jene Stunden der Andacht gehörten. In-dessen auch diese Veröffentlichung fachte das alteMißtrauen gegen den Prinzen wieder an, u. eineenglische Zeitschrift erklärte sich in einer Besprech-ung des Buches gegen die „Vernunft-Sentimen-talität der Instructionen deutscher Theologie".1867 erschien zu London II,s onri^ Xsars ol 8.8. 8. ti,o Kriiios Ooosort, eonipiied nndor 8isdirookion ol 8. ZI. ti,s (jnssn Ident. 6sno-rsl 0. 6ro^ (deutsch von Freese, Gotha 1868).In demselben Jahre erschien zu London ein Tage-buch der Königin aus der glücklichen Zeit ihrerEhe: leaves iroin tüo dournal oi onr Idls intiio IliKÜiands kram 1848 to 1861. 8d. dxXrtiirrr 8oips; das Jahre darauf eine illustrirtePrachtausgabe. Eine französische Übersetzung hat^die Königin selbst durch Madame Hocäde, dielehemalige Erzieherin der Prinzessinnen Helene,