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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
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? Alberique -

n. Fürsten u. Feldherren: 3) A. I., ein lom-!bardischer Edler; wurde Lurch Berengar I., den!er gegen Guido von Spoleto unterstützte, Mark-

> graf von Canicrino, durch seine Gemahlin Marozia

' Herrscher in Rom u. erhielt nachher das Herzog-

> thum Spoleto. 916 vertrieb er mit Papst Jo-' Hann X. die Saracenen aus der Nähe von Rom,

wurde aber trotz dieses wichtigen Dienstes nach-mals von demselben Papste aus Rom verbanntu. soll aus Rache die Ungarn nach Italien ge-rufen haben. Nach deren Rückzug warf er sichin die Stadt Orta, wo er um 925 von den Rö-mern ermordet wurde (s. Rom). 3) A. II., Sohndes Vor., hatte bald, nachdem seine Mutter zuzweiter Ehe sich mit Guido von Toscana und zudritter Ehe mit Hugo v. d. Provence, König vonItalien, vermählt hatte, als Markgraf von Came-rino an des Letzteren Hofe lebend, dessen Härte zu!! fühlen, die selbst zur Mißhandlung führte. Das griffen die Römer zu den Waffen, vertrieben Hugoi aus Rom, und A. ward als Herr von Rom mitI dem Titel eines Großconsuls anerkannt. Hugobelagerte darauf Rom, ließ sich aber endlich zum,! Frieden herbei, mit welchem er durch die Verhei-! rathung seiner Tochter Alda an A. doch zur Herr-' schüft über Rom zu gelangen dachte. Jndeß ließ! ihn A. nie mehr nach Rom, in welchem er mitkräftiger Hand regierte, auch die Päpste unter! strenger Aufsicht hielt. Nach 22jähriger Regierungst. er 954 (s. Rom). III. Gelehrte u. Geist-liche: 4) A. von Reims, scholastischer PhilosophW des 12. Jahrh., Schüler Anselms von Laon, Geg-ri ner Abälards, Realist; seine Anhänger Alberikaner.

! 5) A. de Porta Ravcnnate, in den Glossen

', mit H. oder ^1. oder LIb. bezeichnet, Rechtslehrer^ > u. Glossator zu Bologna, besonders thätig zwischen1165 n. 1194; st. 1218; schr.: kllossas in (ÜAöotaet eockieein. 6) A. de Rosate (A. Roxiati), auss Bergamo, Rechtsgelehrter, prakticirte zu Bergamo,

) Padua, Mailand u. Rom, wo er 1354 starb. Er' ^ stand auf Seite des Kaisers gegen das Papstthnmi ^ u. schr.: Oietronar. z'rrris civilis. 7) A. vonBe-s' sanxon, der Dichter des französischen Originals zu( des Pfaffen Lamprecht Alexanderlied, lebte im An-

> fang des 11. Jahrh. Ein Fragment seines ver-° I lorcnen Gedichtes entdeckte P. Heyse in der Lau-! ! renziana zu Florenz u. druckte es in seinen Ro-xi mantschen Insäita, Berl. 1856, ab. Seitdem ist^ I es viel besprochen u. herausgegebcn worden. Diejs' Hanptgnelle A-s war Psendokallisthenes (Zacher,k Psendokallisthenes, Halle 1867).

Albcristue, St. (Villa) in der spanischen Pro-vinz Valencia; Weizen- u. Reisbau, Südfrüchte;6330 Ew.

Albcrom, Giulio, Cardinal und Premier-minister Philipps V., Kölligs voll Spanien, geb.31. Mai 1664 in einem parmesanischen Dorfe; inPiacenza von einem Geistlichen erzogen u. zuersts Glöckner an der Domkirche jener Stadt, trat er,

: mit seltener Einsicht begabt, vom Vicelegaten Barni

von Ravenna unterstützt, in den geistlichen Stand,wurde bald Domherr, Hansgeistlicher seines Gön-ners, Erzieher von dessen Neffen, lernte als Be-1 gleiter desselben in Rom die vornehme u. politischeWelt kennen und ward bereits 1705 vom Herzogvon Parma zum Herzog von Vendöme geschickt,

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!der damals das französische Hedr in Italien be-fehligte. In die Dienste desselben getreten, warer in Paris, in den Niederlanden u. in Spanienfür die Erhebung des französischen Prinzen Philippans Len spanischen Thron und für die Sicherungder neuen Dynastie mit Erfolg thätig. Als ihnVendöme beauftragte, am Hofe Philipps V. gegendie Prinzessin Orsini zu wirken, welche den Königu. die Königin beherrschte, zog er es vor, sich mitdieser Prinzessin zu verständigen, n. ward, nach-dem er mit derselben auch den Herzog von Ven-döme ausgesöhnt hatte, der Vertrante aller Par-teien. Im I. 1713 vom Herzog von Parma zumResidenten am Madrider Hofe ernannt und inden Grafenstand erhoben, führte er ein anderesdiplomatisches Meisterwerk aus, indem er nach demTode der Königin (1714), um die allmächtiggewordene Orsini zu stürzen, die Vermählungdes Königs mit der Prinzessin Elisabeth Farnese,Erbin u. Nichte des Herzogs von Parma, durch-setzte u. die Verweisung der Orsini vom Hofe be-wirkte. Erst Rathgeber der jungen Königin unddes Ministers del Giudice, trat er noch im selbenJahre an dessen Stelle u. leitete als erster Mi-nister die Politik Spaniens, ward Grande ersterKlasse, Bischof von Malaga u. auf Schleichwegen(1717) Cardinal. Unter seiner Leitung stieg Spa-nien durch Hebung der Industrie und durch dieSchöpfung einer großen Flotte u. Armee zu einerMacht empor, die es seit Philipps H. Zeit nichtbesessen hatte. Sein Plan war, Spanien alle inItalien verlorenen Besitzungen wieder zu verschaffen,u. seine ersten Angriffe wurden gegen Sardinienu. Sinken gerichtet. Der wider diese Angriffegeschlossenen Quadrupel-Allianz von England,Frankreich, dein deutschen Kaiser n. den Niederlandenstellte er durch seine Unterhandlungen mit Peterd. Gr. u. Karl XII. von Schweden einen revo-lutionären, ganz Europa umfassenden Plan ent-gegen, der ans den Sturz der neuen protestanti-schen Dynastie in England durch das Haus Stuartund auf die Ersetzung des Herzogs von Orleansals Regenten in Frankreich durch den König vonSpanien ausging. Zugleich hatte er sich mit demtürkischen Sultan und mit Nacoczi in Ungarn inVerbindung gesetzt, um den Hof von Wien imOsten zu beschäftigen. Jndeß wurden die gegenden Regenten von Frankreich u. gegen das HausHannover in England eingelciteten Unterhandlun-gen durch Gefangennahme eines seiner Emissärein Frankreich entdeckt, während der Tod Karls XII.dem Plan seine Stütze im Norden entzog, dieneugeschaffenen spanischen Flotten u. Armeen denAngriffen Englands und Frankreichs erlagen undÖsterreich seinen Frieden mit der Türkei schloß.Ans allen Punkten geschlagen, isolirt dem in Waffenstehenden Europa gegenüber, sahen sich Philipp V.und Elisabeth gezwungen, der ersten Friedens-bcdingung der Verbündeten nachzugeben u. am 5.Dec. 1719 den Cardinal zu entlassen u. aus demReiche zu schassen. Zu Fuße, verkleidet, unter demVerdachte, das Testament Karls II. mit sich ge-nommen zu haben, mußte der vor Kurzem nochallmächtige Minister Spanien verlassen, fand aberauch im päpstlichen Gebiete, wohin er sich zunächstwandte, keine Aufnahme. Nach einjährigem Ans-