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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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356 Albemarle -

8) George Thomas, des Bor. Bruder, 6. Grafv. A., geb. 13. Juni 1799; kämpfte bei Waterloo,unternahm, seit 1827 Major, zum Theil im In-teresse der Regierung Reisen in Europa u. Asien.Vgl. sein ^ .1 onrasz- aoross tbs Lalcan, London1830, u. iblarrativs ob a llonrns^ Irom Inäis, toDnZIanä, 2 Bde., Lond. 1834. Eine Zeit langPrivatsecretär Lord John Ruffels, dann Kammer-junker der Königin Victoria, Parlamentsmitglied,wurde 1854 Oberst, 1858 Generalmajor u. 1866Generallieutenant. 1852 ließ er sein für die engl.Geschichte des 18. Jahrh. bedeutungsoolles Werk:Nsmoirs ob tlrs Nargnis cck kooüin^Iram andbis Lontsmxoraiiss, 2 Bde., Lond., erscheinen.

Albemarle, 1) englischer Name der St. undHerrschaft Aumale in der Normandie; hiernach Titelmehrerer Herzoge. 2) County im Nordamerika».Unionsstaate OVirginia, 38" n. B. u. 78" w. L.,mit 27,544 Ew.; Flüsse: James, Rivauee u. Hard-ware; Boden gut für Mais, Weizen u. Tabak; wirdvon der Staats-Central-Eisenbahn durchschnitten;Conutysitz Charlottcville. 3) A-Suud, Meeresarnides Atlantischen Oceans, in NCarolma, 90 Linlang, 8—22 Lm breit; bleibt unberührt von Ebbeund Flnth der See, von welcher er durch eineschmale Insel geschieden ist, u. steht durch den A-Kanal, welcher durch den Dismal Swamp (derschreckliche Sumpf) gezogen ist, mit der Chesapeake-Bai in Verbindung. In der Nähe weithin indas Meer sich erstreckende Sandbänke, die mitCap Hatteras endigen und zu den gefährlichstenRegionen der atlantischen Küsten gerechnet werden.Außer dem Dismal Swamp gibt cs hier nochungeheure Snmpfstrecken, deren Areal man ausweit über 11,000 Hjüm schätzt.

Albe», Elben oder Kleinberger, alte weißeTranbensorte, welche viel augepflanzt ist; lieferteinen leichten Wein in Mittellagen.

Albendorf, 1) Df. im Kr. Nenrode despreußischen Rcgbez. Breslau, schon seit 1218, be-sonders aber seit 1702 Wallfahrtsort wegen einesin der dortigen 1730 erbauten Kirche befindlichenMarienbildes (jährlich 70,000 Pilger); Calvarien-berg (Zion mit 47 Stufen, 58 Kapellen, Ein-siedelei rc.), Statue des Gründers der AnlagenO. v. Osterberg (1867 errichtet); 1400 Ew.

Albeuga, Hauptstadt des gleichnamigen Di-stricts in der italienischen Provinz Genua, an derMündung der Centa n. an der Eisenbahn Genua-Nizza; Hasen, Bisthum, Kathedrale aus dem 13.Jayrh., 10 Kirchen, Taufkapelle mit allen Mosai-ken, bischöfl. Seminar, Gymnasium, Hanf-, Ge-treide-, Ölban, Alterthümer, darunter eine Brückevon 10 Bogen aus der späteren Kaiscrzeit (PonteLnego) über die Centa; 4200 Ew. A. ist das Al-bigannum, Albium Jngannum der Römer, Ge-burtsort des Kaisers Proculus. 1794 war esMittelpunkt der französischen Kriegsoperationcn u.1796 Hauptquartier Napoleons I.

Alber, 1 (Aulber) Matthäus, geb. 1495 inder schwäbischen Reichsstadt Reutlingen; studirte inTübingen u. Freiburg, wurde Prediger in seinerVaterstadt und führte dort die Reformation ein,wofür er sich 1524 vor dem Neichskammergerichtverantworten mußte. Im Abendmahlsstreite zogjhn Luther früh auf seine Seite, in der Verfassung

— Alberich.

u. a. näherte er sich theilwcise den Schweizern.1548 im Interim wurde A. Stiftsprcdiger undMitglied des Kirchenralhes in Stuttgart, 1563General-Superintendent u. Abt der Klosterschule inBlaubeuern, wo er 1570 st. Biographie vonI. Hartmann, Tüb. 1863. 2) A. (Alberus,Erasmus), geb. um 1500 in der Wetterau; stu-dirte in Wittenberg, wo ihm Luther besonders ge-neigt war, ward evang. Prediger in Hanau undan acht anderen Orten, zuletzt Superintendent zuNeu-Brandcnburg im Mecklonburgischen, wo er1553 starb. A. war ein fruchtbarer Schriftsteller,breit u. in der Polemik gegen das Papstthummaßlos; einige seiner Schriften schätzt die Literatur-u. Sprachgeschichte: Geistliche Lieder, neue Ausgabevon Stromberger, Halle 1857; Etliche Fabeln Esopi,verdeutscht und in Reimen bracht, 1534, vermehrtim Buch von der Tugend und Weisheit, 1550;Der Barfüßer Münche Spiegel vnd Alcoran, Wit-tenberg 1531, mit einer Vorrede Luthers; EinReimlexikon, das erste eigentlich deutsche Wörter-buch: Aovnm ckiotionarii Zvirim, Frkf. 1540; ZweiVorträge, Beschreibung der Wetteran durch Eras-mnni Alberum, als Anhang zu der in Hamburggedruckten Schrift des Alberus vom Basilikon zuMagdeburg, wiedergcdruckt in I. A. Bernhards^ntignitatss Vettsravias, Hanau 1731.

Alber (wahrsch. ans dem lat. arbor, Baum),so v. w. Weißpappel; auch Schwarzpappel; s. u.Pappel.

Alüergati Capacclli (spr. -tschelli), Fran-cesco Marchese, geb. 29. April 1728 zu Bo-logna; errichtete, selbst ein sehr begabter Schau-spieler, in seinem Palaste und in seiner Villa Ca-maldoli bei Bologna ein Hausthcater, für das erKomödien schrieb; siedelte nach Verona, von danach Venedig über, erstach ans Eifersucht seine zweiteFrau, entfloh, kehrte später nach Bologna zurück:st. 16. März 1804. Von seinen Komödien sindII saMo amieo (Der verständige Freund) undII tüarlatovs mallieente (Der verleumderischeSchwätzer) noch heute auf italienischen Bühnen be-liebt. Seine dramatischen Werke erschienen gesam-melt Bened. 1783—85, 12 Bde., ebd. Bolog. 1801.

Alberi, Eugenio, italienischer Literat, geb. inPadua 1817, wo er studirte. Er schrieb mehrerehistorische Werke, welche in seinem Vaterlande sehrgeschätzt sind, so: 6uerrs ä'Italia ciel ikrinoipsLnxonio äi 8avoia, Flor. 1839; Vita äi Latörina-cko' Lleäivi. 1838. Er gab 1843 Galileis Werkemit Erklärungen heraus u. übersetzte Leos Geschichteder italienischen Staaten, eigene Anmerkungen hin-zufügend. Außerdem lieferte er zahlreiche historischeArbeiten in Las ,4reliivio storioo italiano vonFlorenz, gründete dort 1843 das ^.vrmario storioonnivorsals. Früher liberal, rechnete er auf eineAnstellung an der Universität in Florenz, trat aberdann, in dieser Erwartung getäuscht, zur Oppo-sition über u. zählt jetzt zu der reactionären Partei.

Alberich (Albericns), I. Sagengcschicht-liche Person: 1) A., Hüter des Nibelungenhor-tes, Bruder des Zwergkönigs Goldemar, aber durchseinen Namen selbst als Elbenkönig bezeichnet(Albe-rich), in der französischen Sage Auberon,Oberon, der Elfenkönig mit dem unwiderstehlichenHorn (s. Oberon, Elfen, Zwerge u. Nibelungen)