Albanien.
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wache. Ihre Kleidung ist eine grüne oder pur-purne meist sammetne Oberweste, eine uiitSchnürenbesetzte Umerwestc, eine breite Schärpe, ein bisauf die Kniee reichendes Hemd von Kattun, gleicheBeinkleider mit metallenen Beinschienen, ein rothesKäppchen oder Turban, ein braun-wollener Mantelmit rother Stickerei, im Winter ein grau- oderweiß-wollener Überwurf. Im Gürtel tragen sieein langes Messer. Ihr Nationaltanz Albanitikowird mit fliegendem Haar in gezwungenen Stell-ungen getanzt. Die Albanesen sind durch Lenganzen Orient Verbreiter, der größte TheÜ derBevölkerung NGriechenlands u. Athens besteht auseiner albanischen Colonie, und auch auf mehrerengriechischen Inseln, in Constantinopel und anderenLheilen der Türkei, selbst in Ägypten u. SJtalienfindet man A. Über ihre Sprache s. AlbanefischeSprache. Sie theilen sich in Gegen u. Mirditen(an der Grenze von Montenegro), Tosten (süd-licher), Japys (Japiden, a. d. nördlichen Küste) u.Schamiden. Der Religion nach sind sie im 9t. desLandes überwiegend griechisch-, in der Mitte römisch-katholisch u. im Süden Mohammedaner. 2 ) Veue-lianisches, nachmals Österreichisches A-, der nord-westliche Theil von A. bis zur Bucht von Cattaro,früher im. Besitze Venedigs, kam mit Catraro1814 an Österreich u. heißt jetzt die Zuppa (Kr.Lartaro, Dalmatien).
Geschichte. In frühester Zeit hieß A. Epirnsu. gehörte unter den Römern zu Illzria Aruseu.In der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts kommendie Bewohner im Kriege gegen den byzanti-nischen Kaiser Nikephoros vor. Als 1204 sich dieLateiner Griechenlands bemächtigten, ward MichaelAngeles Komnenos u. 1214 dessen Bruder Theo-dor zum Despoten von A. ernannt; dieser ward1230 von dem Buigarenkönig Asau besiegt, ge-fangen und geblendet. Nun behauptete sich seinBruder Manuel in Thessalien, aber 1237 wurdeTheodor wieder in einen Theil seines Landes ein-gesetzt; 1254 eroberte Vatazcs, Kaiser von Ricäa,A., verlor es aber 1259 wieder an die Äomnenen.1261 machten sich die Albanesen frei u. breitetenihre Herrschaft über ganz Epirus und Thessalienaus. Auch gegen die Türken lämpften zwei ihrerAnführer, Balza u. Spata, ruhmvoll, doch wurdeersterer 1383 bei Berat vou Murad I. geschlagen.Bald daraus wurde A. mit der Stadt Äroja vomgriechischen Kaiser an Johann Castriota verliehen,der sich nun König von Epirus nannte. SultanMurad II. nöthigte Johann Castriota, ihm Tributu. seine 3 Söhne als Geiseln zu geben, die er zurAnnahme des Islam zwang. 1432 st. Johann, u.die Türken besetzten sein Gebiet; aber um 1441benutzte der 3. Sohn Johanns, Georg Castriota(gewöhnlich Skauderbeg genannt), den unglücklichenKrieg Murads II. gegen die Ungarn, um sich zumHerrn von A. zu machen. Er bemächtigte sich1443 der Stadt Kroja durch List, nahm den Titeleines Königs von A. u. Epirus an u. trat wiederzum Christenthum über. Murad II. bekämpfteihn vergebens bis zu seinem Tode (1450), u. alledanach von Mohammed II. gegen ihn abgeschicktenFeldherren wurden geschlagen; bis endlich 1461der Friede zu Stande kam, in welchem GeorgCastriota A. behielt. Während derselbe in Italien
Picrers Univcrsal-ConvcrsatiiMZ-Lexikon. 6. Aufl.
für Ferdinand von Aragonien Krieg führte, be-gannen die Türken den Krieg von Neuem gegenGeorg Castriota, aber er schlug mit vcnetiaiüscheru. päpstlicher Hilfe Len von Mohammed in Persongeführten Angriff auf Kroja ab. Erst nach Ge-orgs Tode, 1466, kam A. wieder unter türkischeHerrschaft, worauf über 10,000 Albanesen nachItalien u. Sicilien auswanderteu. Als die Vene-tianer 1688 Morea erobert hatten, gelang es denAlbanesen, das türkische Joch wieder abzujchütteln,woraus sie sich unter veuetianischen Schutz begaben.Im Frieden von Karlowitz (1699) wurde aber dasLand wieder an den Sultan znrückgegeben. Inneuerer Zeit suchte Ali Pascha, der Sohn einesLandeshäuptlings, ein von der Pforte unabhängigesReich zu gründen. Er gewann einen großen Theilder Einwohner für sich u. ebenso die Pforte, wel-cher er gute Dienste leistete, u. stieg dabei immerhöher an Macht und Ansehen im Lande. Als er1803 die Snlioten unterworfen halte, wurde erzum Statthalter von Romainen ernannt und warvon 1807 an blos dem Namen nach noch ab-hängig von der Pforte. Aber durch' seine Grau-samkeit gegen die griechischen Armawlen verlor erdie Gunst des Landes und durch seinen Trotz dieNachsicht der Pforte; diese setzte ihn 1820 ab undsandte Ismail Pascha gegen ihn, der ihn in Imnina 1822 zur Capitnlation zwang n. hinrichlenließ. A. wurde 1822 dem Türkischen Reiche eimverleibt. Indessen dauerten die inneren Gährungenfort, und 1829 sagten sich die aus dem türkischenFeldzüge gegen Rußland zurückkehrendcu Truppenvom Gehorsam gegen die Pforte los, worauf 1830ein allgemeiner Aufstand des Landes erfolgte.Dieser wurde dadurch gedämpft, daß der Grvß-vezier Mehemed Rcdschid Pascha, der im Maimit 15,000 Mann in Ä. eingerückt war, jedochmit den Waffen wenig ausrichren konnte, die alba-nesischen Häuptlinge, die er zu einer Besprechungnach Bitolia eingeladeu hatte, in seinem Lagerüberfallen u. nieberinetzeln ließ. In Folge der vonden Türken verübten Grausamkeiten u. Plünder-ungen brach Januar 1831 unter Mustapha Paschaein neuer Aufstand aus, der jedoch nach den dreiunglücklichen Treffen bei Pieleppo, Tikwesch u. Kor-prili im Frühjahr des nächsten Jahres mir der Ca-pitnlation der Citadelle von Skutari, in die sich dieserzurückgezogen hatte, sein Ende fand. MustaphaPascha ward begnadigt u.in Constantinopel inlernirr,gegen die übrigen Häuptlinge jedoch mit kriegs-rechtlicher Strenge verfahren. Als die im folgen-den Jahre von den Albanesen auf Selbstverwalt-ung u. später auf Unabhängigkeit an die Pfortegerichteten Forderungen keine Berücksichtigung fan-den, brach ein dritter Aufstand aus, der jedochebenso unglücklich endete, indem die Albanesen am16. Juli 1835 von den Regierungstruppeu beiSchiwa total geschlagen wurden. Nach kaum 3-jähriger scheinbarer Ruhe trat der 1835 begna-digte Tasil-Bust abermals an dis Spitze der Un-ruhen, die bei Gelegenheit der Rekrutenaushebungcn1839 ausbrachen und mit Unterbrechungen fort-dansrten, bis im März 1844 ein neuer, furchtbarerAufstand erfolgte. Horden durchzogen brand-schatzend, raubend und verwüstend das Land; imMai ward die Stadt Vrania erstürmt und ge-il Band. 2 z