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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Albaum — Albanien.

Vergleich und bewirkte den Übertritt des HerzogsAnton Ulrich von Brannschweig znr katholischenKirche. Vom Kaiser Joseph I. zum römischenReichsfürsten erhoben, ward er 1719 Camerlengoder römischen Kirche, legte aber 1747 seine Ämternieder und ging, um ganz den Wissenschaften zuleben, in sein Bisthnm Urbino, wo er 21. Scpt.1751 st. Neben einer herrlichen Bibliothek undschönen Kunstsammlung hinterließ er ein großesMünzcabinet (beschrieben von Venuli, Rom 1739,2 Bde.), das später mit dem vatikanischen vereinigtwurde und dessen vorzüglichsten Theil ausmacht.Er schrieb u. a.: Xlsmoris oonosrnsnti In Littst(li Ilrdüro, Nom 1724. 4) Carlo, Bruder desVor., geb. 1687; kaufte 1715 das HerzogthumSoriano, ward vom Papst Jnnocenz XIII. 1721zum römischen Principe erhoben und st. 1724.5) Alessandro, des Vor. Bruder, geb. 1692 zuUrbino; er trat in den geistlichen Stand und wurde1720 außerordentlicher Nuntius in Wien, 1721 vomPapst Jnnocenz XIII. zum Cardinal u. nachhervon Maria Theresia zu ihrem Minister am päpst-lichen Hofe und zum Conprotector ihrer Staatenernannt. Er war seit 1761 Bibliothekar am Va-tican u. st. 11. December 1779. Er legte unterMitwirkung von Winckelmann, Marini u. A. dieberühmte, besonders an griechischen und römischenAlterthnmern reiche Kunstsammlung in seinemPalast A. u. der von ihm erbauten Villa vor derPorta Salaria in Rym an, die immerhin »ochansehnlich,, wenn schon die wcrthvollsten Gegen-stände theils nach Frankreich verschleppt, theils nachMünchen verkauft wurden. 6) Giov. Francesco,Sohn von Carlo, dem Principe A. 4), geb. 1720zu Nom; wurde früh Bischof von Ostia ü. Velletriu. 1747 Cardinal, erhielt 1751 vom Papste dieProtection von Polen und der Republik Ragusa.Er war eine Hauptstütze der Jesuiten u. Gegnerder Franzosen, vor denen er bei ihrem Einrückenin Rom 1798 floh; er kehrte unter Pius VII.nach Rom zurück und st. im September 1809.7)Giuscppe Andrea, Fürst A., Neffe des Vor.,geb. 1750; erhielt 1801 von Pius VII. die Car-diualswürde, ward Urslstto <Is1 dnon Novsino.Während der französischen Herrschaft lebte er inWien, von wo er erst 1814 nach Rom zurückkehrteu. unter Leo XII. Legat zu Bologna, unter PiusVIII. 1829 Staatssekretär wurde. Während derUnruhen in den Legationen 1831 wurde er alsOommmsario straoickirmriv für Bologna, Ferrara,Ravenna u. Forli mit Truppen nach Bologna ge-schickt, kehrte aber, ohne die neue Organisation da-selbst befestigt zu haben, mit den Regierungsan-sichten „nicht einverstanden, nach Rom zurück, legteseine Ämter nieder m nahm seinen Aufenthalt inPesaro, wo er 1834 starb. 8) Fürst Don Filippo,st. 11. November 1852 zu Rom, der Letzte desStammes Albani.

II. Künstler. 9) Francesco, geb. 1578zu Bologna, Maler, Schüler Calvaerts undder Carracci; er arbeitete 1612—1616 in Nom,kehrte dann nach Bologna zurück und st. daselbst1660. Er malte gegen 45 treffliche Altarbilder,meist aber idyllische Gegenstände aus der Mytho-logie u. Schäferpoesie in Landschaften voll Anmuthund Heiterkeit. Seine Frau und 12 Kinder von

großer Schönheit dienten ihm als Modelle zuGöttergestalten, Amorinen u. Engelsköpfcn. Seineoft wiederholten Darstellungen der vier Jahres-zeiten oder Elemente sind besonders geschätzt. Inder Dresdener Galerie: 10 Bilder und ein an-mnthiger Amorettentauz, in der Mailänder: derRaub der Proserpina, in der Pariser: Venus u.Adonis rc. Durch die ungemein große Anzahlseiner Bilder, die einzeln gesehen anmuthig wirken,geht indeß eine gewisse Einförmigkeit. 10 ) Mat-thias, tiroler Geigenmacher im 17. Jahrh. SeineGeigen sind als Albaneser Geigen hochberühmt.

Älbania (a. Geogr.), Landschaft in Asien; be-grenzt vom Kaspischen Meere (dessen Theil, welcherA. bespült, daher Xlbaninm mars hieß), vomKyrosflnsse, Jberien u. Sarmatien; bewässert vomAlazon, Albanns n. a. Flüssen; von NW. nachSO. von einem Zweige des Kaukasus durchzogenmit den Albanischen Pässen (Xlbaniao xortas);unter anderen Ortschaften: Albania (jetzt Derbent)am Kaspischen Meere; die Einwohner, Albani, lebtenfamilienweise; später gehörte es zu Lesghistan,Daghestan, Kacheti u. Schirwa, jetzt zum russisch-kaukasischen Gemv. Baku.

Albanien, 1) (albanisch Schkiperi, türkischArnant) der Theil der Europäischen Türkei, welchersich auf der Westseite des Scharbagh u. der nord-südlichen Hauptgebirgskette, im N. von Monteneground Bosnien, im S. von Griechenland begrenzt,bis znm Adriatischen n. Ionischen Meere erstrecktund die Ejalets Janina im L>., Skulari im N.,sowie die westlichen Theile der Ejalets Usknp undBitolia umfaßt. Es ist ein gebirgiges und wald-reiches Küstenland mit ungefähr 1 Mill. Ew.,unter denen sich im N. noch unabhängige Stämmebefinden. In NA. zieht eine mächtige Kette mitdem 2042 m hohen Bor, parallel mit ihr derSchardagh (Skardus), im Mittel 1751 m hoch,südlich von diesen streichen Ketten unter den 'Na-men Boradagh, Grammes- u. Pindusgcbirg; anden Westabhängen des letzteren, in SA., liegtzwischen Weinbergen die Stadt Metzovo, in derenNähe ein Paß über den Knoten von Metzovo führt.Westlich von letzterem breitet sich die rund um-schlossene Ebene von Janina aus. Das Grammos-gebirg (iu Mittel-A.) fällt westwärts zu einertiefen, langen Thalschlucht herab, in welcher der30 tcm lange Ochridasee zwischen Eichenwäldernliegt, und an dessen Westseite sich das Bagora- u.das Djuradgebirg erheben. Außerdem enthält A.noch verschiedene wilde Gebirgsterrassen mit fastundurchdringlichen Waldungen und schmalen, aberfruchtbaren Hochebenen. Von den Flüssen sindnur der Drino, der sich aus dem Weißen undSchwarzen Drino bildet, u. die Bojama (Bogaua),ein Abfluß ans dem gleichnamigen See, zu nennen.Die zahlreichen, meist sehr schönen Seen habenfast alle ihre Namen von den benachbarten Städten.Man baut Wein, Obst, Safran n. Tabak, u. hältvon Hausthieren Rinder, Schafe n. Ziegen. DieAlbanesen (albanisch Schkipetaren, d. i. Bergbe-wohner, türkisch Arnauten) stammen ursprünglichvon den alten Illyriern, sind aber stark mitSlaven gemischt. Sie sind schöne, gewandte Men-schen, tapfer, geschickt als Schlächter, Wasserban-meister, sehr treu u. dienen oft als türkische Leib-