St. Alban — Albani.
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siegten, u. die Albaner mußten Roms Oberhoheitanerkennen. Als nachher bei einem Kriege desKönigs Tullns Hostilius gegen die Vejenter ihrAnführer Metkius Fuffetius treulos war, wurdedieser grausam hingerichlet u. A. zerstört, die Ein-wohner aber nach Rom geführt, wo sie sich auf demCölischen Hügel anbauten n. das Bürgerrecht, mitder Berechtigung, zu gleichen Würden mit den Rö-mern zn gelangen, erhielten. Albanische Familienwaren z. B. die Cnriatii, Quintii, Jnlii, Servil».Auf die nach Rom iibcrgesiedelten Albaner führtdie neuere Kritik (die beiläufig sogar die Hypotheseaufgestellt har, A. sei durch eine Erhebung derLatiner, nicht durch die Römer gefallen) die Bild-ung der römischen Tribns der Luceres zurück.Die ganze Gegend 'war später mit Villen bedeckt,woraus nach u. nach das LInnioipium Alkanninentstand; noch jetzt Albano (s. d.).
St. Alban, 1) christl. Märtyrer, geb. zu Veru-lam (Herfordshire); erhielt seine Ausbildung inRom; nach England zurückgekehrt, wurde er Christu. st. als der erste christliche Märtyrer in Englandunter Diocletian, 303; Tag: 22. Juni. An derStelle seiner Hinrichtung wurde eine Kirche ge-baut und dann ein Kloster gegründet, wo späterdie Stadt St. Albans entstand. 2) Märtyrer zuMainz im 4. oder 5. Jahrh.; Tag: 21. Juni.Soll nach der Enthauptung seinen Kopf selbst anseine Begräbnißstätte getragen haben; an dieserStelle wurde im 9. Jahrh. das Albansklostererrichtet, welches später zu einem Ritterstiste er-hoben wurde, 1515 das Recht erhielt, Goldguldenzu prägen (Alb ans gülden), u. 1552 zerstört wurde.
Albarmgium, so v. w. Hcimfallsrecht.
Albanenser, nach der St. Alba 1) genanntemanichäüche Ketzer, seit dem 8. Jahrh., in Ober-italien u. SFrankreich; lehrten besonders 2 Prin-cipien: Gott u. den Teufel, welcher die seligen Geisterin menschliche Leiber gebannt habe, bis sie amjüngsten Tage durch Buße erlöst in den Himmelzurückkehren würden.
Albanergebirg (Monti Albani, Monti Laziali),vulcanisches Gebirg 22 km südöstlich von Rom;bestehr aus einem 12 km weiten, älteren, ausPeperin gebildeten Walle im W., an dessen Randedie Städte Albano, Castel Gandolfo, Frascati (un-gefähr an der Stelle des alten Tuscnlum), sowie diekleinen Seen von Albauo u. Nemi in 290—325 mHöbe liegen, u. aus dem östlich davon aufstcigendeneigentlichen Vnlcankcgel, dessen eingesenkte Krater-ebene Campo di Annibale genannt wird. HöchsteErhebung des Ningwallcs der Monte Cavo (LionsXlbanus oder Imtiaiis, auf welchem die Bundes-feste der Latiner gehalten wurden) 963 m. DasA., von Rom aus leicht mit der Eisenbahn zu er-reichen, ist wegen seiner landschaftlichen Schönheiten,herrlichen Vegetation, schattigen Wälder und un-vergleichlichen Aussichten beliebter Sommeraufcnt-halt der Römer und Wanderziel vieler Fremden.
Albaner Stein, auch Peperin genannt, ist einbei Albano vorkommender vnlcanischer Tuff, derals Baustein benutzt wird.
Albanesen, s. Albanien.
Albanesische Sprache und Literatur. Diealbancsische oder arnautische Sprache wird in deinjetzigen Albanien u. in den benachbarten Provinzen
gesprochen. Bopp hat in seinen Untersuchungen dieÜberzeugung gewonnen, daß diese Sprache zwarentschieden der indo-europäischen Familie angehört,aber in ihren Grundbestandtheilen mit keiner derübrigen Sanskritschwestern unseres Erdtheils ineinem engeren, oder gar in einem Abstammungs-Verhältnisse steht. Am meisten Anspruch könnte,der Örtlichkeit wegen, das Griechische darauf machen,als Urquelle des Albanesische» anerkannt zn wer-den; es ergibt sich aber aus den lautlichen undgrammatischen Verhältnissen des letzteren, daß esin den meisten Fällen, wo nicht, was den Wort-schatz anbelaugt, spätere Entlehnung eingetrctcn,durch das Sanskrit einen ungezwungeneren Ver-mittelungspunkt findet, als durch das Griechische.Zn dem lexikalischen Borrathe haben auch die ent-fernter verwandten, aber örtlich sehr nahen slavischenSprachenu.dasnicht verwandte Türkische beigestcuert.Bopps Abhandlung (Berlin 1855) ist bis jetztbei Weitem das Bedeutendste, was über dieseSprache geschrieben worden. Außerdem HahnsAlban. Studien, Jena 1854; Camarda, LaZ'Aio cUxrainmatolnAia oomparata snils. linAna sldansss,Livorno 1864, und ein Xppsuäios dazu, Prato1866. Die U. S. hat 33 Buchstaben. Es gibt3 Geschlechter, einen Artikel, welcher dem Substan-tivnm angehängt wird. Die Casusendungen sindverschieden, je nachdem das Wort mit oder ohneArtikel steht; auch bietet die Declination noch außer-dem manche Schwierigkeit und Unregelmäßigkeit.Die Adjectiva richten sich in Geschlecht, Zahl undCasus nach dem Hauptworte. Beim Verbum wer-den 10 Conjugationen unterschieden. Die Con-jugation wird durchgängig durch Veränderung derEndungen bewirkt, bis auf einige unregelmäßigeVerba, welche auch den Stamm des Wortes ver-ändern. Im Gebiete der A. Literatur haben sichin neuester Zeit besonders Hieronymus de Radaund Niccolo Jeno de' Coronei, zwei Angehörigeder im Neapolitanischen befindlichen albancsischenColonie, verdient gemacht; der Erstere als Dichter(Gedichte von ihm hat Stier ins Lateinische über-setzt), der Andere als Historiker u. Nationalökonom.De Rada hat auch Rhapsodien eines nationalenEpos gesammelt (Rapsockio äi un pasms. alka-noss, Florenz 1866), welches die Geschichte deralbauesischen Patrioten erzählt, die einst im Kampfefür Freiheit u. Christenthum gefallen sind, u. zurZeit Skanderbegs entstanden sein soll. Hahn gabAlbanesische Märchen, Leipzig 1864, heraus.
Albani, I. römische Fam.,welcheausAlbanienstammte und 1464 vor den Türken nach Italienfloh, wo sich die eine Linie in Bergamo, die anderein Urbino nicderließ. 1) Giovanni Geronimo,geb. 1504 zu Bergamo, studirte die Rechte, leisteteden Venetianern Kriegsdienste und wurde Podestazu Bergamo; er ging 1566 nach Nom, wurde da-selbst 1570 Cardinal u. st. 1591. Er schrieb u. a.Oo immnnitate eeelssiarum st äs persouis oon-knAlontibns sä sas. Seine Nachkommen erhieltenden römischen Adel. 2)Giov. Francesco, wurde1700 als Clemens XI. Papst; s. n. Clemens.3) Annibale, geb. 1682 zu Urbino. Er wurdeGeistlicher u.von Clemens XI. 1709 als Gesandter nachWien geschickt, söhnte den Kaiser mir dein Papstaus, stiftete zwischen dein Kaiser u. Venedig einen