Alava -
welche Theile des cantabrischen Kllstengebirges jsind); Flüsse: Ebro, dessen fruchtbares Thal Riojaalavese genannt wird, Zadorra, Erredio u. a.;bringt Getreide, Wein, Kastanien, Obst, Gartcn-friichte, Hanf, Flachs, Holz, Eisen (im Thal Ara-mayona), Kupfer, Salz, Mineralquellen; Haupt-beschäftigung der Ew. ist Ackerbau u. Viehzucht;das Klima ist mild und gesund; die Nordbahn(Madrid-Jrun) durchschneidet das Land; Haupt-stadt Vitoria. A. war in frühester Zeit ein Theilvon Cantabrien, später eine der 3 Merindadenvon Biscaya u. abwechselnd in der Gewalt vonAsturien, Leon, Castilicn n. Navarra. Die Ständeschlossen sich 1331 der Krone von Castilicn an,wodurch das Land bedeutende Vorrechte (kuorc«)erhielt. Neuerdings waren die Bewohner in derHoffnung auf Erhaltung ihrer Vorrechte ergebeneAnhänger des Don Carlos.
Aläva, Don Miguel Ricardo de A., spani-scher Politiker, geb. zu Vitoria 1771; war anfangsSeeoffizierbiszumFregattenkapitän, gingaberdannzur Landarmes über. 1807 nahm er die Partei derFranzosen, nndnachderAbdanknng FerdinandsVII.Unterzeichnete er als Mitglied der Versammlungzu Bayonne die neue, von Frankreich gegebeneVerfassnngsurknnde. Er begleitete den KönigJoseph von Vitoria nach Madrid, blieb demselbenaber nicht treu, sondern ging zur Zeit der Schlachtvon Albnfera (1811) zu den Independenten über.Wellington zeichnete ihn aus und machte ihn zuseinem Adjutanten, sorgte auch dafür, daß er nachder Schlacht von Vitoria zum Brigadegeneralernannt wurde; er war auch als spanischer Com-missär in der Schlacht bei Waterloo zugegen.Später ward A., als liberaler Grundsätze ver-dächtig, verhaftet, erhielt jedoch ans Verwendenseines Oheims, des Großinquisitors n.
Wellingtons bald die Freiheit wieder und wardGesandter im Haag. Beim Ausbruche der Revo-lution 1820 kam er nach Spanien zurück, votirtein den Cortes mit den Exaltados n. wurde 1822zum Präsidenten derselben erwählt. Er schloß sichdein Jnliausstande 1822 an u. ging 1823 unterden Cortes nach Sevilla, wo er mit Galiano fürdie Suspension der königl. Gewalt stimmte. Beider Capitulation von Cadix wurde A. öfter indas Hauptquartier des Herzogs von AngoMmegeschickt. Nach der Wiederherstellung der absolu-ten Gewalt lebte er in Brüssel n. England. NachFerdinands VII. Tode zurückbernfcn, ward erzum Procer (Pair) ernannt; 1834 wurde er nachEngland u. nach Paris geschickt, uni Hilfe für dieKönigin zu suchen. Nach dem Soldatenaufruhrin La Granja und der Proklamation der Consti-tution von 18K reichte A. seine Entlassung ein.Er st. 1843 zu Bareges.
Alayor, Stadt im Distrikt Mahon der spa-nischen Insel Menorca; schöne gothische Kirche;4600 Ew.
Alayrac, Nicolas d'A., geb. 1753 in Muretbei Toulouse; anfangs Jurist, widmete sich unterGretry u. Langle der Musik u. componirte 1781bis 1809 60 Opern, Operetten u. Singspiele, vonLenen auch in Deutschland Nina, die beiden Sa-voyarden, Raoul von Creqni, Alexis, Adolf undClara, Gulistan, Zwei Worte u. a. Eingang san-
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sden; seine letzte zu Ehren Napoleons I.: Iw xostsst io mnsioien. Er st. 1809 in Paris.
Alb, Elb, 1) in der deutschen und nordischenMythologie Name der unterirdischen dämonischenZwergwesen (s. Zwerge). Die jüngere Edda un-terscheidet sie in Lichtalben, Lichtelben (lüüsAkar)u. Schwarzelben (Lrvartälkar) oder Dunkelclben(vöolcLIIar). Elftere Gattung ist wol eine spätekünstliche Neuerung, wie dies auch die in derPoesie der britischen Inseln spielenden Elfen sind.
2) So v. w. Alp (s. d.).
Alb, 1) Gebirg, s. Schwäbische Alp. 2) (Obereu. Untere A.) 2 Nebenflüsse des Rhein in Baden;ersterer kommt ans dem Schwarzwalde vom Feld-berge, durchfließt ein höchst romantisches Thal,in welchem eine schöne Kunststraße nach St. Bla-sien führt, u. mündet bei Albdruck; letzterer ent-springt im Württembergischen bei Herrenalb undgeht nordwestlich von Karlsruhe zum Rhein.
Alba, 1) (Lamisia) weißes Chorhemd ausLeinwand; in der katholischen Kirche bei der Messevon den Priestern, in einzelnen Landeskirchen auchvon den lutherischen Predigern beim Altardienstegetragen; 2) das weiße Kleid der Ncugetauften;
3) ein weißtafsetnes Kleid mit langen gesticktenÄrmeln, welches die deutschen Kaiser bei der Krön-ung trugen.
Alba, 1) Hanptst. des gleichnamigen Distr. derital. Prov. Cunco (Las alte Uba kompsja in Pie-mont), am Einflüsse der Gnerasca in den Tanaro u.an der Eisenbahn Alessandria-Brä; Bischofssitz, Ka-thedrale S. Lorenzo aus dem 15 Jahrh., Prätur,Civiltribnnal, kgl. Gymnasium, Seminar, philhar-monische, poetisch-literarische Akademie, technischeSchule, Erziehungsanstalt für arme Mädchen,Kinderbewahranstalt, FranciSkanerkirche mit werth-vollen Gemälden, Sammlung hier gefundener Alter-thümer; lebhafter Handel mit weißen Trüffeln,Wein, Käse u. Vieh; 6400 Ew. (in der Gemeinde10,300). A. gehörte früher den Staticllates n.ward durch P. Scipio Africanns Colonie, diePompejns Strabo zur Stadt erhob. Geburtsortdes Kaisers Pertinax. 2) S. Albe. 3) St., so v. w.Alva de Tormes.
Alba, Ferdinand Alvarez von Toledo,Herzog von A., geb. 1508, aus einer der edel-sten spanischen Familien, verlor im 2. Lebensjahreseinen Vater Garcias de Toledo, worauf seinGroßvater Friedrich sich seiner Erziehung annahmund ihn durch die besten Lehrer in Staats- undMilitärwissenschaften unterrichten ließ. Schon mit16 Jahren machte er unter dem Connetable vonCastilien seinen ersten Feldzug gegen Frankreich,im folgenden Jahre wurde sein Name unter Denengenannt, die sich in der Schlacht von Pavia ans-gezeichnet hatten, und wurde ihm die Bewachungdes Königs Franz I. anvertrant. Er machte unterKarl V. den Zug nach Ungarn, die Belagerungvon Tunis u. die Expedition gegen Algier mit,vertheidigtc Perpignan 1542 acgcy den Dauphin,war beim'Zuge nach Marseille u. zeichnete sich inNavarra uni^'Catalonien ans. Wenn er damalszum Herzog von A. ernannt wurde, so geschah csmehr aus Gunst u. Achtung vor seinen politischenLeistungen, als aus Rücksicht sür seine militärischenTalente, die Karl V. nie hoch anschlug. Im