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Alannbad — Alava.
durch Abrösten des darin enthaltenen Schwefelkiesesn. Zutritt von Wasser Kali-A. sich bilden, wie diesain brennenden Berge bei Duttweiler wirklich ge-schieht. Ähnlich bildet sich beiTschermich in Böhmenund in Ungarn ans sich zersetzender BraunkohleAinnwniak-A., ebenso am Krater des Ätna. Na-tron-A. findet sich in St. Inan bei Mcndoza inden Anden, u. Eiseu-A. bei Mörsfeld in der Rhein-psalz, wo derselbe ans einem sehr schwefelkiesreichenziunoberführenden Gestein, das sich leicht zersetzt,ausblüht. Als Heilmittel wird der A. in Pulver-form oder in Wasser aufgelöst als blutstillendesoder auch als zusammenziehendes Mittel gebraucht,in welch letzterer Eigenschaft er vorzugsweise zuGurgelwasser bei entzündlichen Anschwellungen derMandeln, des Zäpfchens, der Zunge u. des Zahn-fleisches dient; bei Schleimflüssen der weiblichenGeschlechtsteile, auch bei männlichem Tripperflnßwird seine Auflösung zu Einspritzungen benutzt.Nach Mialhe wirkt aber A. auch unter gewissenUmständen verflüssigend, was besonders stattfindet,wenn A. auf die Schleimhaut des Kehlkopfes ge-bracht wird. Lothweise in den Magen gebracht,wirkt er vergiftend; s. Alaunvergistung.— Mialhe,Obiwis nppliguös ä In plizoiol. st ü In tirärapeut.,Par. 1856.
Alaunbad (Alanbrühe), die Alaun enthaltendeFlüssigkeit bei Färbern u. Gerbern.
Alaunblumen nennt man die auf der Röstungansgcsctzten Alaunerdehanfen sich bildenden weißenEfflorcscenzen.
Alaun, concentrirten (Alnminiumsulfat, Kali-freier Alaun), nennt man die im Handel vor-kommende, durch Einwirkung von Schwefelsäureauf.Thon, oder auf die aus Bauxit und Kryolithgewonnene Thonerde erhaltene schwcfelsanre Thon-erde. Das im A. allein Wirksame ist dessen Thon-erde, wovon der Kali-A. 10,g, der Ammoniak-A.13,4 u. das Alnminiumsulfat 18 enthält; niansollte also glauben, das Publicum habe schnell dieBortheile des ebenso billigen u. am werthvollenBestandtheil reicheren Products eingesehcn, alleindas Alnminiumsulfat krystallisirt nur schwer n. bietetalso nicht die Garantie für Reinheit, namentlichvon Eisen, wie der A., außerdem enthält es fastimmer etwas freie Schwefelsäure, die für mancheZwecke der Färberei störend ist. Der c. A. kommtfastimmer in ca. 25 mm dicken weißen Tafeln imHandel vor, die oft mit dem Stempel der Fabrikbezeichnet sind, um eine gewisse Garantie fürReinheit n. Thonerdegehalt zu bieten. Er schmecktwie Ä. stark süß zusammenziehend. — Er wirdsowol auf älteren A-werken durch Auskrystallisiren-lassen stark concentrirter Garlauge im Winter,als auch durch directe Einwirkung von Schwefel-säure auf Thon u. Thonerde dargestellt. Er wirdüberall wie A. verwandt.
Alaune (Chem.), s. Alaun.
Alauncrde, s. Thonerde.
Alauucrdeiuetall, so v. w. Aluminium.
Alauuerze, s. n. Alaun.
Alannkics, der leicht verwitternde Eisen-kies, der, in der Alaunerde enthalten, zur Bild-ung des Alauns aus derselben mitwirkt.
Älaunmolkeu (8erum laetis alnmiimtum),Molken, durch Zusatz von Alaun zu kochender Milch
bereitet; Getränk bei Krankheiten mit vorwaltenderSchwäche u. Erschlaffung, zuweilen ganz wirksam.Kälberlab, Rheinwein oder Citronensänre ersetzendie A. zur Molkcnbereitung.
Alaunroth, feuerrothcr Farbestoff, dem eng-lischen Blutstein ähnlich, aus Alaunschlamm ge-wonnen; dient als Malerfarbe und besteht ausEisenoxyd.
Alannschiefcr, s. u. Alaun.
Alaunschlamm, das beim Versieben derAlaunlange sich ausscheidende basisch schwefelsaureEisenoxyd. Es wird gewaschen, geschlämmt undgebrannt, zu Alaunroth und anderen chemischenProdukten verwendet.
Alaunstein (Alnnit, Min.), ein beim Alaunbereits erwähntes Mineral, das durch Glühen u.Anslaugen Alaun liefert. Es krystallisirt rhom-bocdrisch, in kleinen, krummflachigen, weißen undgelblichen Krystallen, ist durchscheinend u. bestehtans Lz 8O4 -ft (LOZg -ft 2 8^- Findet sich
meist derb bei Tolfa in der Nähe von Rom, inUngarn, auf der Insel Milo u. am Mont d'Orin Frankreich.
Alaunvergistung, Vergiftung mit Alaun, bes.dem gebrannten, wird durch Gaben von einigenLoth erzeugt; die A. ruft entzündliche Zustände imMagen und Darmkanal hervor. Als Gegengiftdient warme Milch in reichlicher Menge, auch Er-regung von Erbrechen durch Kitzeln des Schlundes,warmes Wasser n. dgl.
Alaunwachs sind die reinen Alaunkrystalle,die im Krystallisationsbottich anwachsen.
Alannwurzel ist die Wurzel von Osraninminaonlatum 8., in NAmerika; sie ist dick, höckerig,braun, enthält Gerbsäure n. dient in ihrer Hei-math als Mittel gegen die Ruhr.
Alaux, 1) Jean, gen. le Romain, Historien-maler, geh. zu Bordeaux 15. Jan. 1786, gest. zuParis 2. März 1864, Schüler von Vincent undGuerin; einer der talentvollsten n. fruchtbarstenMeister der älteren Schule, zeigte er schon inseinen früheren Bildern eine über die Afterclassi-cität seiner Zeit hinaus gehende Anschauung, ar-beitete unter der Restauration in 8otrs Dame äsIwretts u. im Louvre, dann unter Louis Philippfür die Nationalgalcrie in Versailles u. schmückteden ganzen Saal der Ltats ^ensraux mit parla-mentarischen Scenen ans. A. war 1846—1853Direktor der Französischen Akademie in Rom undseit 1851 Akademiker. 2 ) Jules Emile, franzö-sischer Schriftsteller, geb. 1828 zu Lavaux im Dep.Tarn; schrieb: üssai swr 1'art ärairmtigus, Tou-louse 1855; l/U rsli^ion au 19ms 8., 1858; Vi-sionsck'g-moui, 1858 (Gedichtsammlung) ;l/n8aison,1860; Imnrs, 1861; 8npg st 8oi, 1861; iklrilo-soxlns äs monsisnr Llorwin, 1864; 4snärss808Immnines, 1867 (Gedichte); ä-'armlxss msta-plrz-signo, Nenfchatel 1872, und zahlreiche Zcit-schriftartikel.
Alava, die südlichste und größte der baskischenProvinzen im nördlichen Spanien, 3080 s^jlcm(56„ ÜM); 103,320 Ew.; wird gegen S. Lurchden Ebro von der Prov. von Logrono geschieden,grenzt außerdem an die Provinzen Burgos, Viz-caya, Guipuzcoa u. Navarra, ist gebirgig (SierraAlta, Moutes de Altube, Sierra de Nranzazn,