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Aftngcr.
läge durch die Besetzung von Kabul im 1.1842wieder gut gemacht wurde, zog die englisch-indischeRegierung es vor, weittragenden gefährlichen u.kostspieligen Unternehmungen auSzuweichen, indemsie die Truppen bald wieder znriickricf. DostMohammed, ans der Gefangenschaft entlassen, tratdie Herrschaft wieder an, die er nach allen Seitenhin mit Erfolg zu befestigen u. zu erweitern begann.Jenscit deS Hindnkoh vergrößerte er durch denZug nach Balkh seine Macht auf Kosten vonBolhara, nach Süden hin entriß er Kandaharfeinem Bruder Kohandil Khan, nach Osten ver-fprach er den Sikh Hilfe gegen die Engländeru. zog mit einem Heere nach dem Pendschab,kehrte aber, ohne zu kämpfen, wieder um u. wie-dersetzte sich der Eroberung des Pendschab u.Peschavars von Seiten der englisch-ostindischcnCompagnie nicht. Um Herat, wo nach dem Todevon Kamran der Vezier Jar Mohammed sich bis1851 als unabhängiger Regent behauptete, rangder Afghancnfnrst in jahrelangen Kämpfen mitdem Perser-Schah. 1858 war die Stadt eineZeit lang in dessen Besitz, wurde aber bald ge-räumt u. der Regierung von Achmed Khan un-terstellt. 1862 gelang es endlich Dost Moham-med, sich auch diese afghanische Provinz zu unter-werfen. Mit der Genugthuung, das Ziel seinesLebens erreicht u. ganz A. unter seiner Herrschaftvereinigt zu haben, starb er wenige Tage nachder Einnahme von Herat (29. Mai 1869), nach-dem er noch seinen Sohn Schir Ali Khan zumNachfolger ernannt hatte. Die inconsequcntePolitik der Engländer, die 1855 mit Dost Mo-hammed einen Vertrag zu ewigem Frieden ge-schlossen u. in ruhigem Einvernehmen gelebt hatte,zögerte mit der Anerkennung des neuen Emirsu. begünstigte dadurch die ohnehin rege Eifersuchtvon dessen Brüdern Afzul Khan u. Azim Khan,die, unterstützt von dem unruhigen Sinne desVolkes, bald in offenen Aufruhr ansbrach. SchirAli, anfänglich glücklich, unterlag in der Schlachtbei Schekabad 1866 der vereinten Macht Beidern. flüchtete von Kabul nach den Westprovinzen,worauf Afzul sich Kabuls bemächtigte, den TitelEmir annahm u. als solcher auch von Englandanerkannt wurde. Nach seinem Tode 1867 folgteihm Azim, den endlich 1869 Schir Ali nachlängerem wechselvollem Kampfe durch die ent-scheidende Schlacht bei Ghazna (Januar 1869)wieder verdrängte. Das durch den vierjährigenBürgerkrieg zerrissene Land genoß nun der Ruhe;der Emir, von den Briten anerkannt, begrüßteden Vicckönig von Indien im Sommer 1869 zuAmballa in Pendschab u. bezieht seitdem Subsi-dien von England, wenn auch nur „auf dieDauer eines guten Verhaltens". Durch eineVereinbarung zwischen Rußland u. England er-hielt A. einen Länderznwachs, der zufolge amt-licher Correspondcnz, insbesondere durch dieDepesche Lord Granvilles vom 17. Oct. 1872n. Fürst Gortschakows vom 31. Jan. 1873, dasReich dahin erweitert, daß noch folgende Thcileals zu A. gehörig betrachtet werden: 1) Ba-dakschcm mit dem Bezirke Wakhan vom Sirikulim Osten bis zur Vereinigung der Flüsse Kotschau. Amu-Darja, der die nördliche Grenze dieser
iasghan. Provinz ihrer ganzen Ausdehnung nachbildet; 2) das afghanische Turkestan (die DistricteKundus, Chnlum u. Balkh); 3) die innerenBezirke Achschi, Siripul, Meimanc, Schiberganu. Andchui, während die darüber nordwestlichhinaus liegende Wüste den unabhängigen Tnrk-manen - Stämmen gehört. (Vgl. PetermannsGeogr. Mittheilungen 1873, Heft V.) Schir Ali,dessen Häuptstrcben darauf gerichtet ist, die Machtfeiner Vasallen zu brechen u. Hörige ans ihnen zumachen, ernannte feinen jüngeren Sohn Abdullahzu seinem Nachfolger, wogegen der ältere Sohn,der Sirdar Jakub Khan in Herat, Protest erhobenu. gedroht hat, nach dem Tode seines Vaters denKamps zur Absetzung des Knaben, den man ihmvorgczogen hat, anszunehmen. Nach den neuestenNachrichten wurde Jakub Khan bei einem Besuchein Kabul Ende des Jahres 1874 von Schir Alifestgehalten u. internirt, indeß nach kurzer Zeitwieder freigcgeben. Wie sich das Verhältnis) derBrüder in Wirklichkeit gestaltet hat, ist noch un-unklar. Jedenfalls ist Afghanistan, als das fasteinzige noch unabhängige Reich zwischen derindischen Herrschaft der Engländer und der seitPeter d. Großen consequcnt vordvinacnden Machtder Russen, von großer Bedeutung für die Politikbeider Reiche. Vgl. Elphinstone, -ln aoeonntok Oabool, Lond. 1815 (übers. Wenn. 1818);Burnes, 6aboul, Lond. 1843 (übers. Lpz. 1843);Mohan Lal, lkravsls in tlis Lansab, ^.k§Imni-stan ancl lknrüsstan, Lond. 1846; Dcrs., Inks okDost Nolmmmecl LImn, Lond. 1846; Bellew,llonrnal ok a xolitieal Mission in Lond.
1858; Massvn, Harrativs ok vsrions jour-ns^s in ^kAlmnislan etc., Lond. 1825; Bell, MrsOxns auä tlw Inäns, Lond. 1869; Ferrier,VozmAss sn Uorss. ärms l'^kAimniskan sto.,Par. 1860; Ilistorz- ok tlw L-kglmns sto., translat.b)' Dorn, Lond. 1829; Khanikoff, Neinoirs snr1'stlino§raxüis llo Usrss, Petcrsb. 1870; Spiegel,Eran, Berl. 1863; Ders. Eran. Alterthumsk.,Bd. I., Leipz. 1871; Vambery, Centralasien,Lpz. 1873; Neumann, Gesch. d. Engl. Reiches inOstindien, Lpz. 1857; Kay, Historz' ok tüs rvar in-lk§b., Lond. 1858; Lady Sale, lonrnal ok tüsckisastsrs in -lkgch.; Lond. 1843 (übers. Lpz. 1843);Bell, lkbs sonroos ok Oxns, Lond. 1873.
Afinger, Bernhard, Bildhauer, geb. 6.Mai1813 in Nürnberg, arbeitete feit 1838 in einerSilberplattirwaarenwerkstätte daselbst, besuchteaber zugleich die Kunstschule u. bildete sich seit1840 bei Rauch in Berlin weiter aus. InNürnberg unter den Eindrücken mittelalterlicherPlastik entwickelt, gewann sein Talent erst vollenAusdruck in der Statuette der SchauspielerinRachel 1850 und in seinen Reliefbildnisscn vonRauch, Cornelius, Kaulbach u. Alex. v. Hum-boldt. In seinem knieenden Engel am GrabeChristi gelang es ihm nahezu, das Problein dermodernen christlichen Plastik durch Verschmelzungdes Ausdruckes religiösen Sinnes mit elastischerHaltung u. Durchbildung zu lösen. Von ihmist das Denkmal der 4. Säcularfeier der Uni-versität Greifswald (1856 — 57) und das Denk-mal Arndts in Bonn (1863), welches ihm in derConcurrenz von 1862 einstimmig übertragen