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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Affen.

man auf eine Sache aus gewissen Gefühlen odersonstigen durch die Verhältnisse gebotenen Um-ständen legt, im Gegensätze zum wirklichen, ökono-mischen, zum Verkeyrswerthe. In der Lehre vomSchadensersätze wurde der Satz aufgestellt, daß,wenn ein durch Zerstörung oder Beschädigungeiner Sache, oder durch Nichterfüllung einer Ver-bindlichkeit verursachter Schaden geschätzt, d. h.in Geld umgesetzt werden soll, hier nur, unterZugrundelegung der ökonomischen Folgen desSchadens, der Verkehrswerth des betreffendenVerhältnisses, insbesondere der Sache zu berück-sichtigen ist, nicht aber der A. Wider diese nichtbestreitbare gemeinrechtliche Aufstellung hat nunaber die moderne Anschauung, auf mißverstandenePaudektcnstcllcu sich stützend, in einigen Fälleneine Verpflichtung zurVergütung des Werthesder besonderen Vorliebe" im Falle des ckolusund des Schätzuugscidcs (jurauwutuin in litsin)erkannt. (Preuß. Landrecht.) Vgl: Mommsen,Zur Lehre vom Interesse, Braunscbw. 1855, undCohnfcld, Die Lehre vom Interesse nach Röm.Recht, Leipz. 1865.

Affen (8imias), die Ordnung der Säugethicre,welche hinsichtlich ihres Körperbaues dem Men-schen am nächsten steht. Sienmfaßtdie sogenanntenVierhänder (tzuaärumaua), d. h. diejenigen Thiere,deren Hinterglicdmaßen Greisfüße (fälschlicher-weise Hände genannt) tragen, u. bei denen häufigauch noch die Bordergliedmaßcn mit Händen ver-sehen sind. Man unterscheidet 2 Unterordnun-gen, denen aber besser der Rang von OrdnungenAnerkannt würde: Halb-A. (Urosimias) u. eigent-liche A. (krimatss L., Uitlieoi). Die letzterenhaben ein vollständiges, aus Back-, Eck- u. Vorder-zähnen bestehendes Gebiß, ^ (d. h. oben u. untenje 4) meißelförmige, dicht neben einander stehendeBorderzähne: sie besitzen ein unbehaartes Gesicht,menschenähnlich geschlossene Augenhöhlen imSchädel, endlich zwei brustständige Zitzen. DieHalb-A. haben dagegen ein Jnsectenfresser-ähn-liches Gebiß mit spitzhöckerigen oder schneidenden,aus dreiseitigen Pyramiden zusammengesetztenBackzähnen, ungeschlossene Augenhöhlen, endlichBrust- u. Bauchzitzen.

Der Körperbau der eigentlichen A. erscheintmeist schlank, plumpe Gestalten sind selten; erstereKategorie sind Baumthicre, letztere, z. B. diePaviane, meiden die Waldungen und leben infelsigen Gebirgsgegenden. Mit Ausnahme desstelleuweise kahlen, menschenähnlichen Gesichtes u.schwieliger Theile des Gesäßes (Gesäßschwielcn)trägt der Körper ein mehr oder minder dichtesHaarkleid von meist düsteren braunen u. grauenTönen. Grelle Farben zeichnen namentlich dienackten Theile, aber auch Haarquasten u. Mähnenan Kopf u. Rumpf aus. Die Menschenähnlichkcitdes Gesichtes beruht namentlich auf dem verhält-nißmäßig geringen Vorspringen der Schnauze u.ist im jugendlichen Alter am stärksten ausgeprägt;bei Ausgewachsenen tritt das Thierische immermehr u. mehr hervor: selten ist der Gesichts-winkel über 60°. Das Gehirn besitzt im We-sentlichen alle Theile des Menschenhirnes: dasgroße Gehirn überdeckt das kleine völlig; damitwird gleichzeitig die Schädelkapsel runder, als es

bei den übrigen Saugern der Fall ist. Auch dieOhrmuschel ist ähnlich jener der Menschen; men-schenähnlich ist ferner die Stellung der Augen,sowie Zahl und Lage der Zitzen an der Brust.Gebiß u. Extremitäten endlich nähern sich in sohohem Grade,menschlicher Gestaltung, daß man,bei alleiniger Betrachtung deS Körperbaues, auchdem Menschen innerhalb dieser Ordnung seine! Stelle auznweisen hat. Die Vordergliedmaßenfragen Hände, welche in Bau u. Leistung hinter«der Menschenhand Zurückbleiben u. zuweilen keinenoder doch nur kleinen der Handfläche entgcgen-' setzbareu Daumen besitzen. Die Hintergliedmaßenendigen stets mit einem kräftig entwickelten Grcif-fuße, den man nach Knochenbau (er hat z. B.ein wohl entwickeltes Fersenbein) durchaus nichtHand nennen darf. Hiernach bestehen ihre Be-wegungen vorzüglich im Klettern u. Springen,weniger ini Gehen u. Laufen auf allen Vieren,zumal da die Füße schräg nach innen gerichtetsind u. nur mit ihren äußeren Kauten den Bodenberühren. Daher ist ihr Gang, mit Ausnahmebei den Kralicn-A., schwerfällig; aufrecht, auf denHiutergliedmaßen, gehen die A. nur äußerst selten,fast nur in abgerichtetem Zustande und selbstdann nur gezwungen. Der Schwanz dient oftals Steuer, auch als Greisorgan (Greif- oderWickelschwanz). Die meisten A. leben geselligin Waldungen der heißen Klimate. In Europasind die Felsenwände Gibraltars der einzige Hci-mathsort eines wahrscheinlich aus Afrika stam-menden A., des Magot (Inuno soauäatns), derübrigens dem Aussterben nahe ist. Wenige A.leben einsiedlerisch, meist in Heerden, deren Führ-ung das älteste u. stärkste Männchen übernimmt.Sie nähren sich vornehmlich von Früchten undSämereien, jedoch auch von Eiern, Vögeln undJnsecten. Das Weibchen gebiert nur 1, seltener2 Junge u. beschützt u. Pflegt dieselben hingebendsA-liebe). In intellectueller Hinsicht nehmendie A. mit deni Hunde, Elefanten, Pferde u. a.den ersten Rang unter den Säugethicren ein;sie lernen rasch Verrichtungen der verschiedenstenArt u. wissen Erfahrungen mit Geschick zu ihremVortheil zu benutzen. Weniger vortheilhaft zeigtsich ihre Gemülhsseite: sie sind boshaft, tückischund in ihren Leidenschaften unbezähmbar.Fossile Reste von A. treten zuerst in den ältestenSchichten der Tertiärzeit auf.

Die Halb-A. sind fast sämmtlich Nachtthierc,welche zwar geschickt, aber träge und langsamklettern u. sich von Jnsecten u. kleineren Wirbel-thieren nähren. Die eigentlichen A. werdenin 3 Familien eingetheilt, in A. der Alten Weltoder schmalnasige A. (Oatarrdluas), in A. derNeuen Welt oder breitnasige A. (UlatznrlnnLo) u.in Krallen-A. (^retopitüooi). Bei den A. derAlten Welt ist die Nasenscheidcwand so schmal,daß die Nasenlöcher nach unten gerichtet sind; siehaben jederseits, oben u. unten 5 Backenzähne;sind in Afrika u. Asien einheimisch. Sie werdennoch weiter eingetheilt in 5 Unterfamilien: 1)Orangs, menschenähnliche A. (Lutüroxomorpbas),ohne Schwanz, ohne Backentaschcn u. ohne Ge-süßschwielen; 2) Langarm-A., Gibbons (Uztto-batiäas), ohne Schwanz und Backentaschen, mit