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Adullam — Advocat.
pien am Adulitanischcn Meerbusen, Marktplatz derAdulitü, starker Handel mit Etfenbein, Nilpferd-Häuten, Schildpatt, Sklaven re. Ruinen derselben,von dichtem Buschwerk umwachsen, am Fuße desDschebcl Geddem,unweit der franz. Besitzung McrsaDola an der WSeite des genannten Busens. Hiervon Kosmas Jndikoplenstcs gefundene griechischeInschriften (Acknlitanum monnmsntnm) enthaltendie Thaten des Ptolemäus Eucrgetes u. A. u.stammen vermnthlich aus dem Anfänge des 2.Jahrh. n. Ehr. (Vgl. Vivien de St. Martin,Lolairsisasmonts tz'öo§rapti. st llistor. snr l'in-seription cl'Aänll!?, Paris 1864.) — Der Golfvon Adulis (jetzt Gnbct Kafr ul Asuleh) ist eineBucht zwischen dem Ras Geddem m der NSpitzeder Insel Bnri (Asorte) mit gutem Ankcrgrnnd.Am nordöstlichen Eingänge die felsige InselDcjsi mit cincni geräumigen Hafen, die seit 1859im Besitze der Franzosen ist. Südl. von Adulisdie heißen Quellen von Zkstch.
Adullam (a. Geogr.), Stadt im Stamme Juda,von Rehabeam befestigt; dabei Höhle, in welchersich David ans seiner Flucht vor Saul verbarg.
Aäultus (lat.), Erwachsener über 25 Jahre.
A Nur (Mus.), s. u. Tonarten.
Nduriren (v. Lat.), brennen; Aänrsntia, bren-nende oder ätzende Heilmittel; Adnstion 1) Ver-brennung, 2) Cautcrisiren, Ätzen.
AdVaita(ind. Philos.), eigentlich Nichtzwciheit,Nichtdualismns, Alleinhcit oder Monismus; dieHauptlchrc einer von dem berühmten indischenPhilosophen Sankarätscharja im 8. christl. Jahrh.gegründeten Schule, die eine weitere Fortbildungdes Vedantasystems ist n. die 3 brahmanischenGötter Brahma, Wischnu u. Siva als Eins anf-faßt. Nach dieser Lehre ist die Gottheit keinepersönliche, sondern als Geist des Universumsdie universelle Seele, die alle Dinge in sichenthält n. zu der auch die im Körper gleichsameingckerkerte Seele beim Tode zurückkehrt. S.Windischmanns Sankara, Bonn 1833.
Aä val'rem (lat.), nach dem Werthc. Ack va-lorsm-Zöllc (Werth-Zölle), in NAmerika u. Eng-land, wo der Zoll in Proccntsätzcn nach demWerthe erhoben wird.
Advent (v. Lat.), d. i. Ankunft, nämlich Christi,die zur Vorbereitung auf Jesu Geburt bestimmteZeit (Advcntzcit); wird schon von Hieronymus,Angustin u. Ambrosius, als geschlossene Zeit fürHochzeiten und dergl. Festlichkeiten aber erst-mals 524 ans dein Concil zu Lcrida erwähnt.Die A-zcit begann in der griechischen Kirche mitdem 14. Nov. n. hieß die Martinsfasten (Hna-äraAssima 8. Llartini). Ein solches A-Fastenvon Martini bis Weihnachten hatte auch diealte gallicanische Kirche. Seit Gregor d. Gr.begreift der A. in der abendländischen Kirche die4 Sonntage vor Weihnachten, u. wird das KommenJesu nach dem Inhalte der 4 Sonntagscvangclienals ein 4fachcs gedeutet: das Kommen zu seinenLeiden, zum Gerichte, zu seinem Amte, in dasFleisch.
Adventivknospen (Bot.), diejenigen Knospen,welche nicht in einer Blattachsel sich entwickeln,sondern eine zufällige Stellung haben. Bei unse-ren Lanbhölzern treten dieselben häufig amStammc
oder selbst an den Thauwnrzcln auf und geben>dann zu den sogenannten Stockausschlägcn Ber-janlassung. Unter sonst günstigen UmständenKönnen sie sich fast an allen Pflanzcnthcilen undselbst an den Blättern bilden.
! Adventivwurzeln (secundäre Wurzeln), Wur-zeln, welche ans dem ober- oder unterirdischenStengel (zuweilen auch aus den Blättern) hcr-vortreten u. bald unterirdisch, bald schwimmend,bald Luft-, Haft- oder Sangwnrzeln sind. Sicersetzen die primäre Wurzel, wo diese abge-storben ist.
! Advcrbiunr, ein nicht flcctirbares, aber derj Steigerung fähiges Wort, das zur näheren Be-^ stimmnng des Prädicats dient u. darum nament-lich zu dein Verbum (daher der Name), aber auchzu Adjectiven ec. tritt, Nebcnwort, llmstands-wort. Gebildet sind die Adverbien thcils ausCasus von Substantiven oder Adjectiven, n. zwaraus Genitiven (morgens, stracks), Dativen (traun,-maßen) u. Accnsativen (viel, wenig), thcils ausPräposition n. Nonien (zu Hanse, fürbaß), oderNomen u. Partikel (himmelan). Manche gehörenPronominalstämmen an (denn, dann, darum zuder; wenn, wann, woher zu wer). Von jedemAdjectiv läßt sich ein A. bilden, das in der frü-heren Sprache vom Adjectiv in der Form ver-schieden war, im jetzigen Deutsch aber fast ohneAusnahme mit dem Adjectiv gleichlautet (vergl.)das A. gothisch rnilitalm, althochdeutsch retcto.mittelhochdeutsch rslits, neuhochdeutsch recht). DerBedeutung nach unterscheidet man A. der Zeit(heute, stets), des Orte? (hier, da, links), des Um-fanges, der Zahl n. Ordnung (theils, einmal,nachher), der Vergleichung, Schätzung (gleichsam,Höchstens), des Grades (sehr, fast), der Bejahungu. Verneinung (ja, nein) re.
Aö vsritatom beweisen, s. AU Iiominsm.
Aävorsaris (lat.), Conceptbuch des altrömischenHausherrn u. Kaufmannes zur sofortigen Ein-tragung von Notizen über Ausgabe und Ein-nahme. Ans den A. wurden die Posten in dasHauptbuch («oäox aooopti ob oxxsnsi) eingetra-gen. Bei Neulateincrn bedeutet das Wort ge-legentlich gemachte Bemerkungen zur Erklärungvon Stellen aus Schriftstellern oder zur Kritik,Grammatik rc., zu fernerem Gebrauche oder wei-terer Ausführung. Solche A. sind auch gedruckt,z. B. von Porson, Barth, Dobrce u. A.
Advocat (v. Lat., Sachwalter, Anwalt, Rechts-freund, in der Schweiz Fürsprech), ein vomStaate zur Praxis in den Gerichten zngelassenerNechtsgelehrter, welcher bei gerichtlichen Ver-handlungen die Gerechtsame eines Anderen (seinesClienten) in dessen Aufträge oder auf Grundamtlicher Bestellung wahrnimmt. Der Namestammt aus dem römischen Rechtslebcn, aberder Stand der Anwälte ist weit älter. Es liegtin der Natur der Sache, daß die Verfolgungverletzter Privatrcchte vor dem Richter die Kennt-niß des geltenden Rechtes vvranssetzt, die nichtJedem geläufig ist, n. daß deshalb Derjenige, dersolcher Kenntniß ermangelt, einen Rechtskundigenzu seinem Beistände vor Gericht hcranzicht. Da-her werden sich, soweit die Geschichte reicht, inden ältesten Zeiten n. bei allen Völkern Spuren