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Adorons — Adrastvs.
Adorcus (a. Geogr.), Berg in Galatien, Zweigdes Didymus, östl. von Pessimis, mit den Quellendes Sangarius; jetzt Elmeh Dagh.
Adorf, 1) Stadt in der AmtshnuptmannschastPlauen, dessächs. Regbez. Zwickau, an dcrElsleru.der sächs. Staatsbahn, sowie Endpunkt der Chem-nitz-Au-Adorfcr Bahn; Gerichtsamt; Maschinen-stickcrei, mechanische Spinnerei, Orgelbau, Ver-fertigung von Streich- und Blasinstrumenten,Bijoutcriewaaren, Cigarrcnfabrikation; 3130 Ew.Am 10. Sept. 1856 große Fcucrsbrunst. Dabeidas Bad Elster. 2) Pfarrdorf im Kreise Eisen-berg des Fürstenth. Waldcck; Bergbau auf Eisenund Kupfer, Marmorbrüche; 950 Ew. DabeiEisenwerk u. die 100 m hohe Schieferwand Kap-peustcin. 3) So v. w. Aadorf.
Adorrren (v. Lat.), anbeten.
Adornirc» (v. Lat.), ausschmückcn.
Adossireu (v. Fr.), abdachcn, abböschen; Ados-semcnt, Abdachung, Abböschung, Dossirung; Ados,ein schräg auflaitfendes Gartenbeet.
Adouciren (v. Fr.), 1) besänftigen; 2) einerWaare das Rauhe benehmen, z. B. Theilcn vonUhren, Edelsteinen rc.; 3) Metalle, besondersEisen u. Stahl, durch Glühen u. verschiedene Zu-sätze, welche denn Eisen seine Sprödigkeit nehmen,weich machen; vgl. Tempern; 4) (Maler.) dieungebunden neben einander gesetzten Farben durcheine.! weichen, breiten Pinsel verschmelzen.
Adour, Fluß in SFrankreich, entspringt aniPaß Tourmalet im Deport. Hoch-Pyrenäen, in1031 m Höhe, vereinigt sich mit der vom PicdÄrbizon kommenden Seonbc, durchfließt dasCampancrthal, nimmt den A- de Lcsponne auf,tritt in die Deport. Gers u. Landes, vergrößertsich durch den Arros, Gabas, die Midouze, denLouts, den Luy, die Gave de Pan, bildet dann dieGrenze zwischen den Deport. Landes u. Nieder-Pyrcnäen, nimmt noch Vidonze, Aran, Ar-danabia, Nive auf u. mündet bei Bayonne nacheinem Laufe von 335 1cm, von denen 1L8 schiff-bar sind, in den Biskayischcn Meerbusen. Er hießim Altcrthum Nturus.
Aäoxs L., Pflanzengattung aus der Farn,der Caprifoliaccen (VIII. 4). Einzige Art: A..mosoüatoliina L. (Bisamkraut, Bisamhahneufuß),in schattigen Borhölzcrn u. an Zäunen wachsen-des, zierliches, nach Moschus riechendes Pflänz-chen mit 2—Ztheiligem unterständigem Kelche,4—ölappigcr, gelbgrüulicher, radförmiger Blumen-krone, 8—10 Staubfäden u. Aheilig fiederlappigenStengelblättern.
üä patres (lat.), zu den Vätern (sich versam-meln), sterben.
A<i psrpetiiam memoinam (lat.), bes. auf Grab-schriftcn: zum beständigen Andenken.
A4 porpotuam rei memoinam (lat.), zum ewigenGedächtniß. Daher (Rechtsw.) probatio a. x. r.m.: Beweis z. ew. Ged., eine Beweisführung,welche vor Beginn des förmlichen Beweisver-fahrens im Proceß, ja sogar vor Beginn einesRechtsstreites ausnahmsweise in dem Falle ge-schieht, wenn Bcsorgniß vorliegt, daß dem Bc-weisftihrcr seine Beweismittel vor Eintritt dergedachten Zeitpunkte verloren gehen möchten, z.B. Zeugen durch den Tod.
Aci pias osusas (lat.), zu frommen Zwecken,besonders znm Besten der Armen, Kirchen, Schu-len rc. Etwas vermachen; Formel, wodurch dasVermächtnis) die Eigenschaft einer juristischen Per-son erhält.
A4 pileum vooare (lat.), zum Hut rufen, d. h.Aufruhr predigen.
Aliquaostus conjugslis (lat., RcchtSwO, so v. w.Errungenschaft, gemeinschaftlicher Gütererwerllwährend der Ehe.
Adva, Stadt im Distr. von Almeria der span.Prov. Granada, am Mittel!. Meere; Anbau vonReis, Baumwolle, Zuckerrohr u. Cochenille; 6524Ew. Marmorbrüche u. nahebei in der Sierrade Gador die reichsten Bleigrubcn Spaniens.
Adrammclcch, d. i. „Adar ist König", 1) as-syrisch-babylonische Gottheit, welche von den nachSamarien versetzten C»lonisten aus Sepharvaimverehrt wurde, und der sie Kinder im Feueropferten; vgl. Moloch. 2) Sohn Sanhcribs, Kö-nigs von Assyrien, der in Gemeinschaft mit sei-nem Bruder Sarczcr seinen Vater erschlug (697v. Ehr. nach biblischer, 682 nach assyrischer Zeit-rechnung), worauf Beide nach Armenien flohen.
Adramhttion (a. Geogr.), St. am Katkosin Großmysien, an der östl. Spitze des nach ihr'benannten Adramyttenischcn Meerbusens; späterColonie der Athener; unter der pergamcnischenHerrschaft als Hafenplatz blühend; unter der rö-mischen Herrschaft Sitz eines Gerichtstages. Vater-stadt des Redners Kenoklesi Jetzt Adramiti (Edra-mit), von Platanen u. Cypressen umgebene u. vonKanülen durchzogene Stadt mit 8000 Ew.
Adrännm (a. Geogr.), St. in Sicilien (jetztAdernö), amFußc des Ätna u. am Flusse Adrauus(jetzt Adriano). Hier wurde der Heros Adranns,Stammvater der Paliker, verehrt, in dessen Tem-pel 1000 Hunde gehalten wurden, welche die beiden Festen trunken Gewordenen nach Hause ge-leiteten.
Adrastea (Myth.), Beiname der phrygischcnRhea Kybelc, welcher Adrastvs, Heros von Adra-stea, bei Kyzikos ein Heiligthum errichtete; spätermit Nemesis als Göttin der Wahrheit u. Ge-rechtigkeit identificirt, weshalb Herder ihren Na-men zum Titel einer Zeitschrift wählte.
Adrastea (a. Geogr.), St. in der gleichnam.Landschaft in Kleinmysien, an die Propontis gren-zend; hier Tempel u. Orakel des Apollon u. derArtemis.
Adrastos, Sohn des Talaos und der Lysi-mache, Gemahl der Amphithca, König von Argos;lebte, von seinem Verwandten Amphiaraos ver-trieben, bei seinem mütterlichen Großvater Po-lybos in Sikyon, wo er Spiele cinfährte u. nachdessen Tode die Herrschaft erhielt. Mit Amphia-raos ausgesöhnt, kehrte er nach Argos zurück.Dem aus Kalydon flüchtigen Tydeus und demvon Theben vertriebenen Polynikcs gewährteer Schutz und machte sie zu seinen Schwieger-söhnen. Letzterem suchte er sogar den Thron vonTheben wieder zu verschaffen (s. Sieben gegenTheben), wobei er als kluger u. beredter Herr-scher erscheint; doch hatte er keinen Erfolg undentfloh allein auf seinem Flügelroß Arion. ZehnJahre später führte er die Epigonen aufs Neue