Adlcrstcüic — Admüiistratwjustiz.
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schwedische Militärdienste, ward bald Offizier u.focht 1788 gegen Rußland; 1791 erhielt er eineSendung, um die Jnsurrection Norwegens gegendie dänische Regierung ins Werk zu setzen. Nach -Gustavs III. Tode nahm er als Rittmeister feineEntlassung u. gab eine in liberalem Sinne ge-^halteue Zeitschrift: Oäsnin§ i blanäacko binnen;(1797—1801) heraus. Er wurde 1808 als Major!wieder eingestellt, nahm thcil am Kriege gegen^Dänemark in Norwegen, stieg bald zum Oberst-lieutenant u. befehligte eine Abtheiluug der Wcst-armce. In die Verschwörung gegen Gustav IV.verwickelt, rückte er mit seiner Äbtheilung überKarlstad gegen Stockholm vor, worauf der Kö-nig durch den General Adlercrcutz am 13. März1809 verhaftet u. der Herzog von Südcrman-land als König ausgerufcn wurde. A. wardnun zum Staatsrath ernannt u. in den Frei-herrnstand erhoben, avancirte zum Obersten undGeneraladjutant, trat aber, weil die Revolutionnicht nach seinem Wunsche verlief, 1810 aus demStaatsrath u. ward Landshöfding in Skaraborgs-Län. Karl XIII. erhob ihn in den Grafenstandu. machte ihn 1817 zum Rcichsherrn. 1820 zoger sich ins Privatleben zurück. Als er 1831Actenstücke zur älteren und neueren GeschichteSchwedens hcransgab, worin mehrere geheimeStaatspapiere u. Briefe Karls XIII., des Prin-zen Christian August, der Grafen Engerström u.Wetterstedt abgcdruckt waren, verklagte ihn derGraf v. Wetterstedt, der sich dadurch eompromit-tirt fühlte. Obgleich zu einer Geldstrafe ver-urtheilt, ließ A. die Fortsetzung dennoch erschei-nen. Er st. 23. September 1835 zu Gnstafsrikin Wermland. 2) KarlAng., Graf, Sohn desVorigen, schwedischer Schriftsteller, geb. 1810,gest. 1862. Er schrieb außer Gedichten, Stockh.1830, u. Novellen besonders die historischen Werke:1809 XrL rovolntiou, Stockh. 18-19, 2 Bde.; 1809oeir 1810, liclgtaklor. ebd. 1849, 3 Bde.; Xn-tvkmng'ar om bort§änAus Lamticka, ebd. 1860—62, 3 Bde. 3) Sophie Albertine, Schwesterdes Vorigen, geb. den 6. Mürz 1808 auf Öland,widmete sich der Malerei u. besuchte in Stockholmdas Atelier des Bildhauers Qvarnström u. desMalers Ekman, feit 1838 das des Malers Cognietin Paris und copirte hierauf in Dresden eineAnzahl der besten italienischen Bilder, darunterdie Sixtinische Madonna in der Größe des Ori-ginals (in der katholischen Kirche zu Christiania),sowie einige Murillos; 1851 — 54 war sie inItalien, wo sie katholisch wurde, und starb23. März 1862 in Stockholm. Sie malte auchPorträts der schwedischen Königsfamilie u. desPapstes Pius IX.
Adlerstcine (Aetiten), kugelförmige, innen ofthohle Concrctionen, die namentlich bei Thonenu. Mergeln, auch Thoneiscnsteinen Vorkommenund deren Bildung man sich durch Austrocknender im Wasser abgesetztcn Steine erklärt, wobeidie Masse sich um einen Mittelpunkt zusammcn-zicht. Die innen hohlen haben häufig einenlosen Kern, der beim Schütteln klappert u. dannKlapperstein genannt wird; wenn nicht, heißensie stumme A.; sind die Höhlungen mit Erdeungefüllt: Groden, mit Wasser: Enhydren. Pli-
mus schrieb ihnen Heilkräfte zu, namentlich beiEntbindungen.
kä libitum (lat.), I) nach Gutdünken; 2) (Mus.)Andeutung, daß ein Instrument oder eine Stimmeunbesetzt bleiben darf, meist eine Füllstimme,wodurch nur der Stärke etwas, der Harmonieaber nichts entzogen wird; 3) musikalische Vor-tragsbezeichuung, wodurch die Ausführuugsweiseeiner Stelle dem Belieben des Spielers über-lassen wird.
üä majoeem äoi gloeiam (lat.), zum größerenRuhme Gottes.
N<i marginom (lat.), den Rand betreffend; ackm.-Bemerkung, Randbemerkung.
Admetos, 1) Sohn des Königs Phcrcs inThessalien, nahm theil an der KalydonischenJagd und am Argouautcnzug. Als er seinemVater in der Regierung über Phcrä gefolgt war,freite er um Alkestis, Tochter des Pelias; dieserhatte sie Dem versprochen, welcher zuvor einenLöwen u. einen Eber vor seinen Wagen gespannthätte. A. führte dies niit Hilfe Apollons ans,welcher, aus dem Olymp verwiesen, als Hirt beiihm diente. Bei der Hochzeit warf die nichtzum Mahle geladene Artemis Schlangen in dasBrantgemach, welche A. ebenfalls mit ApollonsHilfe tödtete. Da Apollon von den Parzen län-geres Leben für A. erbat, sagten diese cs zu,wenn einer der Seinen für ihn sterben würde.Dazu entschloß sich die edle Alkestis; Heraklesaber führte diese dem A. ans der Unterweltwieder zu. Diese Fabel liegt dem Drama Al-kestis von Euripides und der Oper Alceste vonGluck zu Grunde. 2) A., König der Molosser inEpiros. Als Themistokles ans Athen verbanntwurde, nahm ihn A. bei sich auf u. lieferte ihntrotz der Aufforderung der Athener nicht ans,sondern schickte den Gastfreund mit einer starkenBegleitung nach Pydna, von wo er nach Ephesosentkam.
Lrlminiculum (lat.), Hilfsmittel; X. Aratiae,Gnadeumittel; L.. xrodationis, unterstützenderGrund; Xämiuieulator, in der römischen Kircheder Official, der für die Wittwcn, Waisen undPilgrime zu sorgen hat.
Administrativjustiz, der Theil der behörd-lichen Thätigkeit, wobei es sich nicht allein umEntscheidung privatrcchtlicher Fragen, sondernzugleich um ein öffentliches Interesse handelt.Daher administrativ-contentiöse Sachen, beson-ders in Frankreich solche Privatrechtsstreitigkeitcn,womit sich ein besonderes Interesse des Staates(z. B. bei Gewerbstreitigkeiten, Lieserungsirrun-gen re.) verbindet. Indessen stehen diese Begriffeebenso wenig fest, als die Entscheidung darüber,welche einzelnen Arten von Sachen danach unterden Begriff der A. cinzurcihen seien. Die. ganzeFrage hat eine größere praktische Bedeutunggewonnen, seit die Justiz und Verwaltung voneinander getrennt u. je für beide ein besondereramtlicher Apparat geschaffen ist. Da nun aberdie thatfächlichen Verhältnisse an sich nicht im-mer bestimmt nur einer dieser beiden Kategorienangehören, vielmehr deren Regelung oder Ent-scheidung sowol nach den Grundsätzen u. Regelnder Justizpflege, als nach den für die öffentliche