201
Adjustiren
Accession, bei welcher Bewegliches zum Unbeweg-lichen tritt; endlich die Art der Vermischung, wenntrockene Gegenstände mit einander vermischt werden.
Adjustiren (v. Lat.), 1) in Ordnung bringen;2) sich ordentlich anziehen; 3) metallene Gewichte- u. Maße abziehen, vgl. Eichen; daher Adjustir-I amt, so v. w. Eichamt; 4) (Justiren) Mctall-r stücke durch Ebnen u. Beschneiden zur Auspräg-
> ung als Niünzen vorbereitcn; dies geschieht
von dem Münzwardein auf der Adjustirbank (Ad-justirwerk) u. mit der Adjustirwage, s. u. Münze.
Adjutant (v. lat. acijnvaro, helfen, beistehen),1) Offiziere, welche höheren Befehlshabern vomBataillons-Commandenr aufwärts zum Bureau-dienste, zum Überbringen von Befehlen u. zu ein-zelnen Verrichtungen beim Excrcircn beigegebcnsind. Sie sind beritten u. tragen in der deut-schen Armee die Schärpe on bancionliörs, d. h.über die Brust von der rechten Schulter zur lin-ken Hüfte. Vom Brigade-A. aufwärts werdendie A-n in der deutschen Armee vom Kaiser er-nannt; dieselben haben häufig ein besseres Avan-cement, als die anderen Offiziere. Flügel-A-nwaren früher für jeden Flügel des Heeres zumÜberbringeu der Befehle bestimmt, daher dieBenennung, jetzt persönliche A-n der regierendenFürsten. Den deutschen Fürsten, welche mitPreußen Militär-Conventionen geschlossen haben,sind in denselben Flügel-A-n zngestandcn. Ge-neral-A-n sind A-n regierender Fürsten, welche» den Rang eines Generals haben. In der franzö-^ fischen Armee gibt cs ackjntants sousoktieisrs; siesind den Vataillons-(Negiments-)Schreibcrn derdeutschen Heere ziemlich gleichgestellt. 2) Vogel-j art, so v. w. Marabu.
! üch'uvnntia (lat.), unterstützende Mittel, Arznei-mittel, welche die Wirkung eines anderen Heil-nüttels erhöhen u. unterstützen sollen.
Adjyghur, Stadt u. Fort in Mittclindien,Bnndelcnnd, etwa 220 Lin südwestl. von Allaha-bad; 5000 Ew.; Hauptort eines Territoriumsgleichen Namens von 880 ssstLin mit etwa45,000 Ew. Das Fort liegt auf einem 250 mhohen Hügel, dessen Spitze mit Überresten alterin Stein gehauener Götzenbilder bedeckt ist.
üä latus (lat.), 1) zur Seite; 2) zum Beistände;so Generale aä latus, z.B.inÖsterreich, welcherdemHöchstcommandircnden eines Armeeeorps als Ge-hilfe beigegcüen ist.
Adler (ilgnilinas), Unterfam. der falkenarti-gen Raubvögel, von bedeutender Grüße, mitstarkem, düstcrfarbigem Gefieder; Kopf platt mitspitz-lanzcttlichen Federn; Schnabel groß, am1 Grunde gerade, gegen die Spitze gekrümmt; Flü-, gel breit, abgerundet, lang, bis zum Schwänz-ende reichend. Sie ergreifen sitzende oder lau-fende Beute, selten einen fliegenden Vogel, dochH auch Fische, selbst Aas. Sie können lange inder Luft schweben, wobei sie Spirallinien in der-selben beschreiben; bauen große Horste auf Bäu-men u. Felsen, in den Steppen auch auf demkahlen Erdboden; 2—3 bald gefleckte, bald ein-fach weiße Eier, welche 4—5 Wochen bebrütetwerden. Weibchen meist größer, mitunter auchschöner gefärbt, als die Männchen. Mauser beiden großen über 3 Jahre dauernd. Hierher 3
— Adlcr.
Gattungen: Echte A. (.Lgnila), Läufe laug, biszur Zehenwurzel befiedert; See-A. (Ualiaötus),Läufe kurz, nur zur oberen Hälfte befiedert; Fluß-A. (kanckion). Läuse nackt, Wachshaut u. Füßehellblau. Bemerkenswcrthe Arten: 1)Steiu-A.(Gold-A., ^gnila Olirvsaötos 2 ).), bis 1 in lang,2,2 in spannend, tiefbraun, Schwanz weiß, Laufhell; in der Jugend sLinnes -1. kalva) Scheitel-,Nacken-, Vorderbrust-, auch Rückenfcdern mitrostfarbenen Spitzen. In Europa, Asien (wahr-scheinlich auch NAmerika); in Deutschland selten;in der Schweiz gefürchteter Raubvogel. Horstin Gebirgen auf steilen Felsen, in der Ebene aufstarken Bäumen. Raubt Säugethiere, besondersHasen, u. große, langsam fliegende Vögel. DieErzählungen von Kämpfen zwischen Menschenu. A-n oder Geiern an deren Horsten beziehensich auf ihn. Soll das ursprüngliche Motiv desWappen-A-s sein. 2)Königs-A. (.4. imperialisLse/rÄ.), Grüße des vorigen. Mit großem wei-ßem Fleck auf den Schultern, Schwanz schwarz,oben grau gewellt, Kopf gelb, Nacken braungelb,selten weiß; Weibchen braungclb, Schwanz mehr-viereckig, Schwingen über den Schwanz über-ragend. In den Gebirgen SEuropas. Er sitztsäst horizontal auf einem Baume, geht langsam,mit vorgestrccktcm Halse und ausgerüstetemSchwänze, während der Stein-A. mehr perpen-diculär sitzt, den Kopf znrückbicgt u. mehr hüpftals schreitet. 3) In Deutschland sind ziemlichselten der große Schrei-A. (L.. dang-a,2>M.). fastso groß wie der Stein-A., tiefbraun, Schwanzschwärzlich mit helleren Binden, 2 gleiche aufden Flügeln; auf den Gebirgen SEuropas, auchin NEurvpa, doch selten vorkommend; der kleinereZwerg-A. (L.. psnnata <7uv.), etwa SO em lang,hat ganz befiederte Tarsen, krummen Schnabel,stark befiederte Hosen; in Frankreich n. Deutsch-land; gelb, braun gefleckt. — See-A.: der wciß-schwänzige See-A. (Ualiaötos albieilla 21 ),der größte deutsche A. Schwanz keilförmig, dieFlügel überragend. Bei jungen sind Kopf u. Halstiefbraun, das übrige Gefieder hellbraun mit dun-keln Tupfen; Schwanz tiefbrauu, ein wenig weißgesprenkelt. Gefieder später einfacher, Heller,Schwanz immer weiß, Schnabel citronengelb.Von der Donau bis zum hohen N., inNDeutsch-land namentlich in Mecklenburg, Pommern, Bran-denburg, Ostpreußen. Schadet dem Wilde; ist inPommern als,.1osor", Gänseaar, gehaßt. Schreit„kjak, kjak". — Der Flußaar (Fluß-A., Fischaar,Üanäion Ilaliaööos 2 ).), etwa 9ö om lang, spanntbis 2,5 w; bewohnt die nördliche Erdhälfte, woimmer Landseen mit alten Wäldern abwechseln,ist vielleicht sogar Kosmopolit. Oberseite dunkel-braun; Unterseite u. Kopf weiß, doch haben dieFedern hier dunklere Schaftstrcifcn. Kehrt nachMitte April aus seinen südlichen Winterquartierenzu uns zurück. Er streift etwa 10—15 m hochüber den Gewässern. Bemerkt er dabei einenstehenden oder hochgehenden Fisch, so senkt ersich auf 5 m und stürzt sich, nachdem er einigeZeit rüttelnd auf einem Fleck verweilt, senkrechtins Wasser. Nach einigen Secunden hebt er sich,trocken wie ein Schwimmvogel, wieder empör.Fische bis etwa ÜA schwer werden seine Beute;