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Aderno —
netzartige Vereinigung kleinerer Blutgefäße durchSeitenverbindungcn.
Aderuö- St. in der ital. Prov. Catania, amFuße des Ätna; Prätur, Nvrmannenburg, vonRoger I. gegründet (jetzt Gefängniß), Kloster S.Lucia, 1157 von Roger I. gegründet; 13,000 Ew.A. ist das Hackranuin oder Xckranuin der Alten.
Adersbach, Dorf im Bezirke Braunau (Böh-men), 600 Einwohner, berühmt durch die so-genannten Ndcrsbacher Steine, eine aus denmannigfaltigsten und abenteuerlichsten, meistthurmartig geformten Gebilden bestehende Felscn-wildniß; ein Theil der von der sächsischen Schweizaus das Riesengebirge fast parallel begleitendenSandsteinformation. Von Fremden stark be-sucht. Die Gebilde, jedenfalls aus einer ur-sprünglich mehr oder weniger einheitlichen Massedurch Erosion entstanden, sind, wie der Augen-schein lehrt, noch fortwährend Veränderungenunterworfen. Sie erscheinen an der Basis viel-fach stark ausgewaschen, so daß der obere Theilbreiter ist, als der untere, so besonders der ausdem Kopfe stehende sogenannte Znckerhut. DieFelsen, deren Anzahlt sich auf einige tausend be-läuft, sind vielfach mi. Gebüsch bewachsen, u. steigtihre Höhe bis 60 m Ein Bach durchfließt dasetwa 7,5 üm lange, an 2 üm breite Felseulaby-riuth; der Weg, der hindurchführt, ist oft nureinige in breit. Am Ausgang ein Echo. Die Sand-steinformation setzt sich nach SO. fort u. erscheintbei Wcckelsdorf (s. d.) in ähnlichen, nur großar-tigeren Bildungen.
Adcrschwamm, auch Holz-, Netz- oder Fal-tcnschwamm (Norniins _8aL), Pflauzengatt. derHymenomyccten, Hautpilze, Fam. Hutpilze. Hutverkehrt, ausgebrcitet, dünn, unbestimmt gestaltet,flockig oder fleischig lederig mit unregelmäßiggefaltetem Fruchtlager; Falten löcherförmig, ohneRöhren zu bilden, ungleich eckig, mit dem Huteverwachsen. Hierher gehören stiellose, auf faulemHolze lebende Pilze, von denen Ll. laorvmansSc/tnm., der Hausschwamm (s. d.), der wichtigsteu. gefährlichste ist.
Aderverrenknng, das Ausdehnen u. Verdre-hen der Fußsehnen bei Thicren, zeigt sich durchHinken mit den Vorder- öder Hinterfüßen.
Adespöta (gr., d. i. Herrenloses), 1) kleinereGedichte in den griechischen Anthologien, derenBcrfaffer man nicht kennt. 2) Alle beweglichenoder unbeweglichen Güter im Staate, die keinemEinzelnen gehören. Daher Ins vires, aäespota, dasRecht über herrenlose Güter im Staate. 3) Allefürstlichen Nuterthanen von dem Augenblicke derVertagung eines Herrschers an bis zur Einsetzungdes neuen.
ü äsux mains, 1) für 'beide Hände; 2) zumDoppelgebranche, von Pferden, zum Reiten undFahren.
üü exomplum (lat.), zum Beispiel.
Adhäriren (v. lat. s-älmsrsrs, anhangen, an-haften), in Folge der Adhäsion (s. d.) an einan-der haften.
Adhäsion, 1) (Phys.) die Anziehung zwischenzwei verschiedenen einander berührenden Körpern.Die A. beruht, wie die Cohäsion (s. d.), auf dergegenseitigen Anziehung der Molecüle (kleinsten
- Adhäsion.
Theilchen) der Körper u. ist, wie alle Molecular-kräste, nur bei unmittelbarer Berührung wirk-sam. Sie findet daher nur an den Berührungs-flächen der Körper statt u. ist nm so größer, jegrößer die Anzahl der Berührungspunkte ist, )egrößer also die Berührungsflächen sind und )egenauer sie sich an einander anschließeu. Um dieA. zweier festen Körper zu veranschaulichen, legtman zwei gleich große, möglichst eben geschliffenePlatten (z. B. ans Glas oder Metall, Ä-splatten)so auf einander, daß ihre oberen Flächen einandergenau berühren. Um seitliche Verschiebung zuvermeiden, gibt man der einen Platte paffendeinen vortretenden, die andere leicht umschließen-den Rand. Alsdann haften die Platten mit einerKraft an einander, die (möglichst vollkommene Be-rührung vorausgesetzt) um so größer ist, je größerdie Flächen sind. Hängt man an das eine Endeeines Wagbalkens statt der Schale eine der Plat-ten genau horizontal ans, bringt die Wage insGleichgewicht u. befestigt dann die zweite A-s-platte unter der ersten so, daß ihre Flächen ein-ander eben berühren, so muß man aus die Wag-schale an der anderen Seite einige Gewichtsstückelegen, um die erstcre Platte von der zweiten los-zureißen. Das hierzu nöthige Gewicht ist einMaß für die Größe der A. (Nach den neuestenUntersuchungen Steffans in Wien soll dasAneinanderhaftcn der Platten nicht durch A. be-wirkt sein. Diese haften, wie er experimentellnachweist, nur so lauge an einander, bis die LuftZeit gehabt hat, in den kleinen Zwischenraumderselben cinzutrctcn, was auch durch kleine Kräfte,nur verhältnißmäßig langsam, bewirkt wird. Vgl.Stcffan, Versuch über scheinb. A., Wien 1874.)Eine noch innigere Berührung, als bei festenKörpern erreicht werden kann, findet statt,wenn einer der beiden Körper flüssig ist. Sobleibt in Folge der A. an festen Körpern, wennman sie in eine Flüssigkeit eintaucht und daunwieder herauszieht, häufig eine Flüssigkeits-schicht hasten, von welcher sich ein Theil alsTropfen am unteren Ende des Körpers ansam-mclt. Man sagt dann, dieser sei vondcrFlüssigkcitbenetzt worden. Benetzung findet, wie leicht cin-zusehen, stets, aber auch nur dann statt, wenndie A. zwischen dem festen Körper u. der Flüs-sigkeit größer ist, als die Cohäsion der letztere»;im entgegengesetzten Falle findet keine Benetzungstatt. Das Hangenbleibcn eines Tropfens erklärtsich daraus, daß dessen Schwere durch die A.überwunden wird. Glas, Metall, Holz werdenz. B. von Wasser, Weingeist, Ol benetzt; fetteKörper dagegen werden von Wasser nicht benetzt.Gold u. Kupfer werden von Quecksilber benetzt,Glas nicht. Trotzdem findet nachweislich A.zwischen Glas u. Quecksilber statt, nur ist die-selbe kleiner, als die Cohäsion des Quecksilbers.Bringt man zwischen zwei A-splatten eine dünneSchicht einer dieselben benetzenden Flüssigkeit, sohaften die Platten thcils in Folge der A. zwilchenihnenu.derFlüssigkcit, theils vcrmögcdcrCohäsionder letzteren fester an einander, als bei unmittel-barer Berührung. Auf der A. der Flüssigkeiten aufesten Körpern beruhen ferner die Capillarerschein-ungen, wozu auch die Absorption (s. Capillarität),