Aderflügler — Aderlaß.
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Aderflügler, so v. w. Hautflügler.
Adergcflccht (klexns, Änat.), eine besondersbei den Blutadern (Venen) häufig vorkommcndeArt der Gefäßverbindnng, indem mehrere parallelneben einander verlausende Gefäße durch zahl-reiche Seitcnäste in Verbindung treten.
Aderknotcu (Chir.), s. Barix.
Adcrkropf s. Aderfistel.
Aderlaß, künstliche Eröffnung eines Blutge-fäßes, um dem Körper in kürzester Zeit einemehr oder weniger große Menge Blut zu ent-ziehen. Jetzt macht man diese Operation nurnoch an den Venen (Vsnasosotio, Phlebotomie)die früher auch wol übliche Eröffnung der Ar-terien (Arteriotomie), die noch energischer wir-ken sollte u. hauptsächlich bei heftigen Entzünd-ungen des Gehirnes, starkem Blutandrang nachdemselben, Schlagfluß, Kopfverletzungen gemachtwurde n. dann meist an einem Aste der Schlä-fenarterie, wird jetzt nicht mehr angewandt, ab-gesehen von der Arteriotomie bei der arteriellenTransfusion (s. d.).
Die früher über die Wahl der Venen zum A.aufgestellten, sehr zahlreichen n. oft sehr sonder-baren Vorschriften sind einer wohlverdientenVergessenheit anheimgefallen. Der A. kann zwaran allen oberflächlich gelegenen Venen gemachtwerden, doch macht man ihn jetzt wol nur nochan den Venen der Ellenbogenbeuge oder desFußrückcns, selten an der äußeren Drossclader.Am liebsten wählt man eine der Hantvenen derEllenbogenbeuge (eine der Medianvencn), u. zwarder linken, da der linke Arm weit leichter alsder rechte einige Tage ruhig gehalten werdenkann, was zur Heilung der A-wunde von gro-ßem Werthe ist. Welche der Mcdianvenen (obdie Vena msäiana basiiloa oder Vsna msälauaaoillmlioa, s. Armvenen) oder der anderen hierliegenden Venen man wühlt, hängt davon ab,welche am deutlichsten hcrvortritt. Um diesesHervortrcten zu bewirken, umwickelt man denOberarm dicht oberhalb des Ellenbogens miteiner Binde, gewöhnlich einer besonders dazubestimmten, festen, 2—3 Finger breiten, rothcn,sogenannten A-bindc, durch die man einen leich-ten Druck auf den Oberarm ansübt, um denRückfluß des venösen Blutes zu hemmen u. da-durch die Venen anschwellen und deutlicher her-vortreten zu machen. Doch darf der Druck nichtso stark sein um auch die Arterien zu compri-miren u. damit die Blutzufuhr zu unterbrechen.Sollte cs dennoch bei fetten Personen schwierigsein, die Venen zu finden, so lann man ihr An-schwellcn durch ein lauwarmes Bad begünstigen,oder muß durch das Tastgefühl die Lage desGefäßes bestimmen. Das am stärksten anschwel-lende Gefäß erhält man mit dem Daumen derlinken Hand in seiner Lage u. macht in dasselbeeinen zu seinem Verlaufe etwas schrägen Ein-stich. Am besten bedient man sich dazu einerA-lanzette (s. Lanzette), doch kann man auchjedes beliebige spitze Messer dazu benutzen. Ganzzu verwerfen sind die früher vielfach angewand-ten A-schnäpper und Flieten, da man die Wirk-ung derselben nie genau genug berechnen u. con-troliren kann, u. außerdem die A-schnäpper durch
! das Abspringen der Klinge höchst gefährlich wer-den können. Das in einem continuirlichen Strahl, ansströmende dunkelrothe Blut sängt man inseinem untergehaltenen Gesäße auf. Zur Beför-derung des Ansfließens dienen Bewegung derVorderarmmuskcln; man läßt den Kranken dieFinger abwechselnd öffnen u. schließen, oder gibtihm einen Stock rc. in die Hand und läßt ihndenselben abwechselnd fest u. leicht drücken w.,um io durch die Bewegungen der Vordcrarm-mnskcln die durch dieselben verlaufenden tiefenVenen zusammen zu pressen und so mehr Blutdurch die Hautvenen zu treiben. Strömt LasBlut nicht in einem continuirlichem Strahl,sondern stoßweise u. mit hellerer Farbe hervor,so ist dies ein Zeichen, daß eine Arterie mit er-öffnet ist, ein übler Zufall, ans den wir weiterunten noch zurückkommen werden. Fließt dasiBlut nicht in einem ordentlichen Strahl, son-jdern tröpfelt es gleichsam mir aus der Wundelab, so beweist dies, daß die äußere Hautwundejn. die Venenwunde sich nicht entsprechen. Ge-lingt es nun nicht, durch Verschiebungen dersHaut u. der umliegenden Theile oder mit Hilfe! stumpfer Instrumente diesen Nachtyeil auszu-! gleichen, so muß der A. an einer anderen Stelle^ wiederholt werden. Ist genug Blut ausgcflos-l jen, so nimmt man die Binde ab, worauf die! Blutung sofort aufhört, legt den Daumen der! linken Hand auf die Wunde und legt nach sorg-fältiger Reinigung einen leichten Druckverbandan, der nach einigen Tagen wieder entferntwerden kann. Ist man genöthigt, den A. amFuße zu machen, so wählt man am liebsten eineder Venen des Fußrückens, legt die A-bindcoberhalb der Knöchel an, rc. Bei einem A. ander Drosselnder muß man dieselbe stets unter-halb der Eröffnnngsstelle mit dem Daumen derlinken Hand so lange fest zusammendrücken, bisdie Wunde geschlossen ist, um der Lei Eröffnungdieser Vene stets drohenden Gefahr des Lnft-einteittes in die Venen u. das Herz, dem plötz-licher Tod folgen kann, vorzubcugen.
Am zweckmäßigsten ist cS, beim A. den Kran-ken sitzen oder liegen zu lassen; zuweilen kannes jedoch zweckmäßig sein, den A. im Stehen zumachen, besonders wenn man dem Kranken so-viel Blut entziehen will, daß er ohnmächtig wird.Die sonst beim A., besonders bei nervösen Per-sonen, gegen Ende desselben unerwartet cintre-tenden Ohnmächten sind nur vorübergehend underfordern weiter keine Behandlung; häufig kön-nen sie dadurch vermieden werden, daß die Kran-ken nicht aufrecht fitzen. Von den andern üblenZufällen, die bei oder nach dem A. noch cintre-ten können, wären noch zu erwähnen die Ent-zündungen der Venen- u. Lymphgefäße, beson-ders wenn nicht für die gehörige Reinhaltung! der Wunde gesorgt wurde, dann Verletzung (An-schneidnng oder Dnrchschneidung) eines Nervs(gibt sich durch Schmerzen im Verlause des ver-hetzten Nervs zu erkennen, verheilt aber nieistlohne weitere Folgen zu hinterlassen) und vor! Allem die schon erwähnte gleichzeite Eröffnungj einer Arterie, die sich durch stoßweises Ausströ-^ men eines helleren Blutstrahls zu erkennen gibt.
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