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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Abendmahl.

der Leib Christi, d. h. das; mit dem Brou wahr-haft zugegen sei u. dargereicht werde der Leib,daß also auch die Unwürdigen den Leib u. dasBlut Christi wahrhaft empfahen, wo man desHerrn Christi Wort u. Einsetzung halte". Vonder Wirkung des A-s für den Glauben dachteLuther so hoch wie nur einer von den ältestenKirchenlehrern: nicht nur Sündenvergebung, auchUmwandlung in geistliche, heilige, lebendige Men-schen u. eie Hoffnung der Auferstehung für denLeib verspricht er dem Herzen, „das die Wortefasset u. eben dasselbe geistlich isset, was der Mundleiblich ißt". Das blieb denn auch die Lehre derechten Lutheraner, von ihnen mit dem Dogmavon der Ubiqnität (Überallsein) Christi begrün-det. Ganz im Gegentheil lehrte Zwingli, nachChristi Ausdrucksweise in den Bildern: Ich bindas Brod, der Weinstock rc., müssen auch dieEinsetzungswvrte im A. symbolisch verstanden,das Ä. nur als Gedächtnißfeier angesehen wer-den, bei welcher blos für die Anschauung desGlaubens der Leib Christi gleichsam gegenwärtigsei. Ähnlich der spätere Socinianismus, Armi-nianismus u. Rationalismus, während einzelneSecten, wie die Mennoniten u. Quäker das „ab-göttische Nachtmahl" ganz verwarfen. Eine mitt-lere Stellung nehmen Calvin, Nutzer, in seinerletzten Zeit auch Melanchthon, der schon 1540 ander Angsburgischen Confession milderte, heutzu-tage viele von Schlciermachcr ausgehende Ver-mittelnngstheologen, freilich mit viel Unbestimmt-heit, ein. Ihnen allen sind— mit Calvin zu reden— Brod u. Wein nicht blos Zeichen, sondern zu-gleich Unterpfänder der göttlichen Gnade, so zwar,daß wir im A. allerdings Leib n. Blut Christigenießen, aber im Sinne von Ev. Joh. 6 (Ich bindas Brod des Lebens rc.) nicht mündlich, sondernder Heilige Geist thcilt den in den Himmel sicherhebenden Gläubigen die göttlichen Lebenskräftedes Leibes Christi mit. Auf eine solche Ver-mittelung gründete sich in Preußen seit 1817 diesog. Union, deren Gegner dann wieder nur so stren-ger auf Luther zurückgingen. Auch der Ritusin den cv. Kirchen zeigt nicht wenige Verschieden-heiten. Bei den Lutheranern geht eine öffent-liche gemeinsame Beichte mit gemeinsamer Absolu-tion voraus, welche die strengen Lutheraner unterBerufung auf Luther durch die Privatbeichte vordem Seelsorger ergänzt sehen möchten. Das A.selbst wird am Schluß des Vormittagsgottes-dienstcs gewisser Sonn-u. Festtage gefeiert. DerGeistliche weiht die Hostien, welche ganz den inder röm. Kirche gebrauchten gleich sind, u. den(in vielen Kirchen weißen) Wein durch Gebet u.Einsetzungsworte, auch wol mit dem Zeichendes Kreuzes. Darauf treten, unter dem Gesangder Gemeinde, die Communicanten, erst die Männer,dann die Frauen, einzeln oder zu mehreren, zumAltar u. erhalten, da u. dort knicend, von demGeistlichen die ungebrochene Hostie n. den Kelchin den Mund gereicht mit den Worten: Nehmethin u. esset (trinket), das ist der Leib (das Blut)unscrs Herrn Jesu Christi für eure Sünden inden Tod gegeben (vergossen), das thut zu seinemGedächtnis;! oder: der stärke u. erhalte euch imwahren Glauben znm ewigen Leben! Mit Dank,

Segen u. Gesang schließt die Feier. In denrefor -mirten Kirchen finden sich sehr verschiedene For-men. Im Allgemeinen suchen dieselben dcn Charak-ter eines gemeinsamen Mahls festzuhalten. Vorausgeht am Tage zuvor ein besonderer Vorbereitungs-gottesdienst mit eingehender Liturgie. DieSpende-formel wird meistens nicht jedem einzelnen Com-municanten wiederholt, sondern an alle zusammengerichtet. Nach der Zw inglisch en Ordnungwird dann das Brod (große Oblaten) gebro-chen und mit dem Kelche zu der sitzenden Ge-meinde hingetragen. In jede Bank wird eineOblate u. ein hölzerner Kelch gereicht, Jeder brichtsich ein Stück ab, wahrend der Kelch von Handzu Hand geht. Nach der calvinischen Agendenimmt der Geistliche die Brode, einige Mitgliederdes Kircheurathes die Kelche, u. die Hinzutretendenempfangen beides. Ohne jede bestimmte Liturgie,mit freier Rede u. freiem Gebete, geht die Hand-lung im calvinischen Frankreich und Schott-land vor sich: in Gruppen, die nach einander aneinen Tisch treten, oder an mehreren Tischensitzen, reichen, sich die Communicanten gegenseitigdie hl. Speise, während, z.B. beiden schottischenPresbyterianern, der Geistliche predigt. Ammeisten trägt das Ganze den Charakter des Mahlsin der niederlündisch-reformirtenKirche. Nachdem Gottesdienste werden die Tische zngerichtetn. Schüsseln u. Gläser in der Form ganz ge-wöhnlicher Speiscgefäße herumgereicht, währendSchriftabschnitte von der Kanzel verlesen werden.An die altcalvinische Ordnung halten sich im We-sentlichen auch die meisten engl.-amerikanischenDissenters. Streng altkirchlich zeigt sich dagegenauch in der A-sfeicr wie in ihrem ganzen Ritus dieang li c anische Kirche: zuerst feierliches, von derGemeinde knieend angehörtes Sündcnbekenntniß,Absolution, Einladung zum Mahl; dann genießtder Prediger selbst Brod u. Wein u. reicht hier-auf beides den kuieenden Communicanten in dieHand mit der Lpendeformel; zuletzt lautes Vatcr-Unser aller Thcilnehmenden, Dankgebet, Gesangdes Gloria. Die preuß. nnirte Kirche beginntdie Feier mit einer Ermahnung und Warnungvor unwürdigem Genuß, geht dann zur Conse--cration über, die kniecnd angehöct wird, u. läßtnach dem altchristlichen Friedcnswunschc die Aus-theilung mit Brechen der Hostie u. der Spende-formel: Unser Herr u. Heiland Jesus Christusspricht: Das ist mein Leib rc., folgen. SchließlichDankgebet, Segen und Gesang des apostolischenGrußes. Bemerkcnswerth ist noch die Feier in derdeutschen Brüdergemeinde. Alle 4 Wochen wirdam letzten Abend der Woche, nachdem einen odermehrere Tage zuvor ein Vorbereitungsgottesdienstgehalten worden, von der ganzen Gemeinde dasA. gehalten. Nach einem Absoluttonsgebet aufden Knieen wird das Brod durch das Sprechender Einsetzungsworte geweiht und Allen in dieHand gegeben, woraus die Gemeinde sich erhebt,der Prediger die Worte spricht: Esset, das istder Leib, worauf die ganze Versammlung nieder-kniecnd es genießt. Es folgt die Consecrationdes Kelches, der von den Diakonen zu den Com-municanten gebracht u. von diesen stehend ge-nossen wird, indem ihn Jeder weiter reicht. Die