Abendmahl — Abendschulen.
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sewcliche Danksagungsliturgie findet erst am fol-genden Tage, dem Sonntag, statt. — Feier desA-s außerhalb dcrGcmeinde, sogen. Privatcom-munion für Solche, die an der gemeinschaftlichenFeier theilzunehmen verhindert sind, insbesonderefürKranke u.Sterbende, istindcrkatholischcnKirchcalsStcrbesacrament geradezu Gesetz geworden, wirdvon der lutherischen Kirche gepflegt, von der refor-mirten, welche den Gcmeinschaftsbcgriff betont, nurgeduldet. Das Selbstcommuni circn der Laienverbietet die gesummte christliche Kirche, das derGeistlichen mißbilligte Luther, weshalb strengeLutheraner es heute noch vermeiden. — Schriftenüber das A. kritisch: Rückert, Lpz. 1856; lnth.:Kahms, Lpz. 1851; Dieckhoff, Gött. 1854; Schmid,Lpz. 1868; res.: Ebrard, Lpz. 1845 f.
Abendmahl, als künstlerischer Vorwurf. Dasdem A.zu Grunde liegende Geheimniß ward vorerstnur symbolisch durch die Bilder von Broden u,Fischen angcdcutet, so in den Katakomben desCallistus. Die Darstellung des A-s selbst zeigtsich erst später, und zwar erscheint dabei Christusgleichsam als Priester, Brod n. Wein ansthci-lcnd; ebenso ist cs mit der Darstellung der ge-schichtlichen Begebenheit. Die erstercDarstellungs-weise gehört vorwiegend dem Orient an u. reichtbis ins 9. Jahrh. zurück; die rein historische Tar-stellungsweisc findet sich schon im' 6. Jahrh. u.vom II. Jahrh. an in Miniaturen sehr häufig.Eine plastischeDarstellung dieser Art auf einem ausGoldblech getriebenen Antepcndium im Tomschatzezu Aachen aus dem 10. Jahrh. u. ein Basrelief imDom zu Lodi von 1163. Eine ähnliche an derThür von 8t. dermain äos?res in Paris ausdem 11. Jahrh. Die toscanischen Maler des 14. u.15. Jahrh. behandelten das A. vielfach, so Duccio(im Dom zu Siena), Giotto (in der Akademiezu Florenz). Von hohem Werthe ist das A.-BildFiesoles (ebd.), in welchem er die Ankündigungdes Vcrrathes des Judas u. die Einsetzung desSacramcnts trennt. Ten Beutel trägt Judaserst in späterer Zeit, so z. B. bei Dürer in der„Großen Passion". Das berühmteste A.-Bildist das von Leonardo da Vinci im Refectoriumvon Santa Maria delle Grazie zu Mailand,vollendet 1499. Auch Rafael malte ein A., Titian,Paul Veronese u. And. Neuere brachten fremdeMotive in die Darstellung. Vergl. Herrn. Riegel,Darstellung des A-s bes. in der toscanischen Kunst.
Abendmahlsgemcinschaft nennt man dieGewährung der Theilnahmc an der Feier des A-sin einer bestimmten kirchlichen Gemeinschaft auchfür die Mitglieder anderer Bekenntnisse. Wie weitdie A. zulässig, ist eine theologische Streitfrage. Dieröm.-katholische Kirche gestattet gar keine A., diegriechische macht einige Ausnahmen. Tic evangeli-sche Kirche wird sich selber untreu, wenn sie evange-lischen Christen die A. verweigert. Aber die moder-nen Lutheraner NDeutschlands verhielten sich aufder Berliner sog. Octoberversammlung 1871 ab-lehnend, als die Gemäßigten nur verlangten, daßjede deutsche Landeskirche es als Liebespflicht an-erkenne, Glieder anderer Landeskirchen auf ihrBegehren gastweise zum Abendmahl zuzulassen.Dagegen umfaßt die sogen. Evangelische Allianzalle evangelischen Christen, welche die altchrist-
lichcn Glaubensartikel annehmcn, neuesten«, wiecs scheint, auch die Altkatholikcn, in einer A.Abcndnmhlsgcricht.h,
Abend,nahlsprobc, / '' EotteSurtheü.
Abendpfauenauge (Liasrintbns oeellatus,Lat.), Schmetterling aus der Fam. der Schwär-mer. Seidenartig, bräunl.-gran, Hinterflügel amInnenwinkel mit großem schwarzem Flecke, woranein großer blauer Kreis steht. Länge ca. 26 mm.;Breite ca. 65 mm. Raupe verschieden grün, mit.gefärbten Schrägstreifcn auf den Seiten, auf demvorletzten Ringe ein Horn; lebt auf Weiden u.Pappeln; wird mitunter schädlich, verpuppt sichunter der Erde.
Abeudroth, Amandus August, Bürger-,mcister v. Hamburg, geb. daselbst 16. Oct. 1767,studirte die Rechte zu Erlangen u. Göttingen,besuchte England u. Italien, ließ sich dann alsAdvocat in Hamburg nieder u. widmete sich mitEifer den öffentlichen Angelegenheiten, namentlichden vortrcffl. Armenanstalten seiner Vaterstadt.1800 zum Rathsherrn erwählt, versah er 1806, alsdie Franzosen die Stadt besetzten, die Polizei-verwaltung u. war 1809—10 .Amtmann v. Ritze-büttel. Bei der Einverleibung Hamburgs in dasfranz. Kaiserreich 1810 wurde er Maire u. wirktein diesem schwierigen Amte rastlos u. erfolgreichfür die Interessen Hamburgs; 1812 war er imGesetzgebenden Körper zu Paris. Bei dem Auf-stande am 24. Fcbr. 1813 beruhigte er mit Lebens-gefahr das Volk u. that den Strafmaßreg ein derFranzosen, welcheschon 6Personenerschossenhattcn,Einhalt. Weil er von den einmarschirtcn russischenTruppen, Mürz 1813, die Polizeiverwaltung über-nommen, von den Franzosen geächtet, flüchteteer aus der Stadt, nach deren Befreiung er imMai 1814 wieder die Verwaltung des AmtesRitzebüttcl übernahm. Hier begründete er daserste deutsche Nordseebad zu Kuxhavcn u. schriebdarüber: Ritzebüttcl u. das Seebad Kuxhaven(2 Thle., Hamb. 1818—37). Von den in seinenWünschen bei Hamburgs Wiedergeburt (l814)angeregten Reformen kamen später manche zurAusführung. 1821 wurde er wieder SenatorHamburgs u. Polizeiverwaltcr; 1831 wurde erzum Bürgermeister erwählt, legte aber sein Amtwegen Krankheit 1835 nieder; er st. 17. Dccbr.1842. — Von seinen Söhnen hat sich der älteste,August, geb. 1<98 in Hamburg, als Mitglieddes Ausschusses für den Neubau Hamburgs, so-wie durch großartige Sielbauten, Wasserleitun-gen, Einführung der Gasbeleuchtung, ferner durchseine Mitwirkung in den Vorständen der Berlin-Hamburger Eisenbahn, des Blumen- u. Garten-bauvereins, des Rauhen Hauses, im Kunsthallen-Comite rc. verdient gemacht. Er st. 1869.
Abendschein, 1) so v. w. Abenddämmerung;2) so v. w. Zodiakallicht im Frühjahr.
Abendschulen (Nachtschulen), Schulen, in wel-chen des Abends unterrichtet wird. Sie habenden Zweck, Kinder, welche, schon frühzeitig zuFabrikarbeiter: verwandt, der Tagesschulen ent-behren müssen, in den Elemcntarfächern zu unter-richten. Bei der kurzen Dauer des Unterrichtesu. der durch die Tagesarbcit herbeigcführten Ab-spannung der Kinder sind jedoch günstige Resul-