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tionsgerichtes nach Kassel zurück, in welcher Stellunger bis zu seiner Ernennung zum Justizministerblieb (1860). Als solcher vertrat er mit Ent-schiedenheit die octroyirte neue Verfassung demnach dem alten Rechte verlangenden Laude gegen-über. Als der Kurfürst, durch Preußens Ulti-matum gedrängt, durch das Patent vom 22. Juni1862 sich zur Herstellung gesetzmäßiger Zuständebereit erklärte, nmßte A. zurücktreten. Bei demPrävaliren österreichischen Einflusses am Bun-destage konnte es geschehen, daß er am 11. Febr.l 863 zum Minister des kurfürstlichen Hauses u. derauswärtigen Angelegenheiten ernannt wurde. Am14. Novbr. 1865 wurde er wieder Justizministeru. 4 Tage später auch mit der interimistischenWeiterführung seiner bisherigen Functionen be-traut, von denen ihn das Entlassungsdecret desHöchstcommandirendcn der preuß. Occupations-Armee vom 20. Juni 1866 enthob. Er st. 8. Nov.1873 in Marburg, wo er seit dem I. 186/ beiseinen Gesinnungsgenossen Vilmar rc. weilte.
Abegg, 1) Julius Friedrich Heinr., nam-hafter deutscher Criminalist, geb. 27. März 1796in Erlangen, studirte daselbst, in Heidelberg,Landshut und Berlin die Rechte, habilitirte sich1820 in Königsberg, ward 1821 Professor da-selbst und folgte 1826 einem Rufe nach Breslau,wo er 29. Mai 1868 starb. Der Hauptzug seinerschriftstellerischen Thätigkcit besteht in dem Be-streben, das Geschichtliche, Philosophische undpraktisch Rechtliche der Gegenwart in ihrem Zu-sammenhänge zur Anschauung zu bringen. Erschrieb: Über die Bestrafung der im Ausländebegangenen Verbrechen, Landsh. 1819; Encyklo-pädie und Methodologie der Rechtswissenschaft,Königsberg 1823; Grundriß zu Vorlesungen überden gem. n. preuß. Criminalproccß, ebd. 182S;System der Criminalrcchtswisscnschaft, ebd. 1826;Untersuchungen aus dem Gebiete der Strafrechts-wissenschaft, Berl. 1830; Lehrbuch des Criminal-processes, Königsb. 1825, 2. Ausl. 1833; Histo-risch-prakt. Erörterungen aus dem Gebiete desstrafrechtlichen Verfahrens, Berl. 1833; Gesetz,der Strafgesetzgebung n. des Strafrechtes derbrandend.-preußischen Lande, Berl. 1835; Dieverschiedenen Strafrechtsthcorien, Neust, a. O.1835; Entwurf eines Strafgesetzbuches für dasKönigreich Norwegen, ebd. 1835; Lehrbuch derStrafrechtswissenschaft, ebd. 1836; Beitrag zurStrafproceßgesetzgcbung, Neust. 1841; Gesch. derpreuß. Civilgesetzgebung, Berl. 1848; Das preuß.Strafverfahren und dieRechtsliteratur der Gegen-wart, Berl. 1854; Die Berechtigung der deutschenStrafrechtswissenschaft der Gegenwart, Braunschw.1859; Über die Verjährung rechtskräftig erkann-ter Strafen, Berl. 1862; Über den organischen Zu-sammenhang einer auf den neueren Grundsätzenberuhenden Einrichtung des Strafverfahrens rc.,Bremen 1863; Die Frage über den Zeitpunktder Vereidigung der Zeugen im strafrechtlichenVerfahren, Lpz. 1864; Der Entwurf einer Straf-proceßordnung für den preuß. Staat vom Jahre1865, Lpz. 1865. 2) Bruno Erhard, geb.1803 in Elbing, studirte seit 1822 zu Heidelbergund Königsberg die Rechtswissenschaften, warerst Advocat in Danzig und Königsberg, wurde!
1833 Landrath im Kreise Fischhausen, 1835«Polizeipräsident in Königsberg. 1845 ins Fi-nanzministerium nach Berlin berufen, wurde ernach Kurzem königlicher Commissär bei der Ober-schlesischen Eisenbahn in Breslau. Im März 1848begann seine politische Thätigkeit, indem cr mitder Deputation aus Breslau u. Liegnitz jene be-kannten sieben Bitten an den König brachte; dannvon Breslau ins Vorparlament nach Frankfurtgesandt, gehörte er dem Fünfzigeransschuß an;darauf wählte ihn Kreuznach in die preußischeNationalversammlung, cr starb aber schon 16. Dec.1848 zu Berlin.
Abcillard, Pierre, so v. w. Abälard.
Abeille, Joh. Ehr. Ludw., Tonkünstlcrund'Componist, geb. 20. Febr. 1761 zu Baireuth; inder hohen Karlsschule zu Stuttgart gebildet, trater 1782 in die württembcrgische Hofkapclle, wardnach Zumstecgs Tode 1802 Conccrtmcister, späterHoforganist und Director der Stiftsmusik. Erwar Virtuos auf dem Pianosorte und der Orgel'u. componirte u. a. die Opern Amor u. Psyche,Peter u. Ännchcn, das Bschermittwochlied vonJakobi, Conccrte, Trios für Pianoforte rc.Nach 50jähriger Dienstzeit wurde er wegen Krank-heit 1832 von König Wilhelm unter Verleihungder großen goldenen Verdienstmedaille pensionirtu. st. kurze Zeit nachher. Seine Kompositionensind u. a. von K. M. v. Weber sehr günstigbeurthcilt worden.
Abeken, 1) Bernh. Rud., deutscher Schrift-steller, geb. 1. Decbr. 1780 zu Osnabrück, studirtezu Jena Theologie, ward 1802 Hauslehrer inBerlin, unterrichtete seit 1808 eine Zeit lang dieSöhne Schillers in Weimar; ward 1811 Lehreran dem Gymnasium zu Rudolstadt, 1814 Prof,u. 1841 Director zu Osnabrück u. Schulrath.Er schrieb: Beiträge zum Studium der GöttlichenKomödie von Dante, Berl. 1826; Cicero in seinenBriefen, Hann. 1W5; Ein Stück aus GoethesLeben, Berl. 1848 u. a.; Goethe in den Jahren1771 bis 1775, Hann. 1861; gab auch JustusMösers Werke, Berl. 1842 f., 10 Bde., heraus.Er st. 24. Febr. 1866. 2) Will). Lndw.
Alb. Rud., Sohn des Vor., geb. 30. April1813, studirte seit 1833 in Berlin anfangsTheologie, dann Alterthumswissenschaften undbildete sich 1836 bis 42 zu Rom in seinem Facheweiter aus; er lebte dann in München und st.hier 29. Jan. 1843. Er schrieb: Mittelitalien vorden Zeiten der römischen Herrschaft nach seinenDenkmalen, Stuttg. 1843. 3) Hermann, Bruderdes Vor., war Vorstand des statistischen Bureausin Hannover n. st. 24. April 1854. Er schrieb: Dieamerikanische Negersklavcrei u. die Emancipativn,Berl. 1847; sowie: Der Eintritt der Türkei indie europäische Politik des 18.Jahrh. (von Stüveherausgegeben, Berl. 1856). 4) Heinrich,
Neffe Beruh. Rud. A-s, geb. 19. Aug. 1809 inOsnabrück, studirte 1827—31 in Berlin Theologieund wurde 1834 auf Veranlassung Bnnsenspreuß. Gcsandtschastsprcdiger in Rom, dann1841 in London, wo er mit jenem für Errich-tung eines Bisthums in Jerusalem wirkte. 1842:begleitcte„er Lepsius auf dessen Reise nach Ägyp-ten und Äthiopien und war seit 1848 Legations-.