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Abd-ul-Mumcn.
heit vor dem Gesetze für alle Culte u, Nationalitäten,regelmäßige Steuererhebung u. Militärconscrip-tion, fcststelltc. Eine weitere wichtige Neuerungin den ersten Regierungsjahren A-s war dieEinrichtung einer berathenden Behörde für dasCivil- u. Militärwefen, sowie Einsetzung gemisch-ter, aus Muselmanen, Christen u. Juden gebil-deter Tribunale für die Rechtsentscheidungcn.Wenn auch Einiges geschah, diesen ReformenEingang zu verschaffen, — ihre volle Durchfüh-rung scheiterte an dem Widerwillen der Alttürkcngegen alle Neuerungen, den die Paschas nochbestärkten, die Pforte selbst aber zu bezwingennicht im Stande war, da Verwickelungen imInnern wie nach außen ihre Kräfte zu sehr inAnspruch nahmen. Kaum hatte sich MehemedAli am 17. Nov. 1840 unterworfen, so brachenUnruhen im Libanon aus, denen sich eine höchstbedenkliche Bewegung in der Walachei anreihtc,Aufstände in Albanien, offene Rebellion in Kur-distan, Äußerungen der Unzufriedenheit mit denbürgerlichen u. militärischen Reformen, die noch umso gefährlicher wurden, als unter den Rajahs selbström.-katholische u. gricch.-katholische Christen sichbekämpften u. letztere in Rußland geheime Unter-stützung fanden; namentlich war dies bei den Un-ruhen in Bosnien der Fall, neben welchen dieVerwickelungen mit Montenegro fortdauerten.Ende 1850 ward die Türkei durch die Flüchtlings-Angelegenheit von den Nachwehen der Revolu-tionen deS I. 1848 ergriffen. Österreich u. Ruß-land verlangten die Auslieferung der flüchtigenUngarn u. Polen. A., von einer britischen Flotteunterstützt, begegnete jedoch dem Verlangen mitfestem Widerstand. Dahingegen stand er in Folgeder drohenden Vorstellungen Österreichs von derHerbst1852 beabsichtigten definitiven UnterwerfungMontenegros ab. Unmittelbar darauf benutzteRußland, das sich berufen hielt, die von dem grie-chischen Mönche Agathangelos einst prophezeiteWiederherstellung des Byzantinischen Reiches zurVerwirklichung zu führen, den Streit wegen derheiligen Stätten zu einem Kriegsfall, u. da sich derSultan u. die Pforte im Gefühl ihrer Würde u.ihres Rechtes gegenüber dem herrischen Anstretendes russischen Gesandten,unnachgiebig zeigten,erfolgte im Juli 1853 der Übergang der russischenTruppen über den Pruth u. die Kriegserklärungdes Sultans. Daraus entstand der OrientalischeKrieg, der durch den Pariser Frieden ini März1856 sein Ende erreichte. Jndeß war die Lageim Innern um Nichts gebessert. Wol war im Geisteder begonnenen Reformen während des Kriegeseine Centralbehördc für Regelung der Beziehungenzwischen Türken u. Rajahs eingesetzt, 1854 derTansimatsrath ins Leben gerufen, eine Art Re-formcn-Staatsrath mit einigen Attributen einerconstituirendcn Versammlung, endlich unter Mit-wirkung der Westmächte u. namentlich AaliPaschasBemühungen der Hatt-i-Humayum zu Stande ge-bracht, der, vom 18. Febr. 1856 datirt, allefrüheren Verheißungen bestätigte u. die Gleich-berechtigung aller Nationalitäten u. Culte imReiche nochmals verkündete; aber trotz alledemwar es nicht gelungen, die Reformen ernstlichdurchzuführcn, da der Haß der Alttürken gegen
alle Neuerungen u. fremde Einflüsse nun durchden Krieg nur noch heftiger wurde. Zudem lenkteder Sultan selbst Plötzlich in andere Bahnen ein,hielt sich von allen Regierungsgeschäften fern u..gab sich nur dem ausschweifendsten Luxus undder äußersten Schwelgerei hin, deren Ende war,,daß sich im Herbst 1858 die Privatkasse desSultans insolvent erklärte, während die Staats-finanzen, mit denen nicht weniger gewissenlosgcwirthschaftet wurde, an fortwährender äußersterErschöpfung litten. Diesen Zuständen abzuhelfen,sollte auf Anstiften fanatischer Ulemas A. abgesetztu. sein Bruder auf den Thron erhoben werden;,aber die Verschwörung wurde entdeckt und —charakteristisch für A-s Gesinnung, vielleicht auchApathie — den Verschwörern kein Haar gekrümmt.Vollständig apathisch sah er den Gräueln inSyrien 1860, den Unruhen in Albanien, denVerwickelungen in Montenegro u. in der Herzc-gowinazu u. starb mitten unter diesen Wirren, nochnicht 4o I. alt, 25. Juni 1861. Bis Anfangs1853 hatte seine Mutter, die Sultanin Walide(st. 2. Mai 1853), die Regicrnngsgeschäftc ge-leitet, n. da die Erfolge in der äußeren Politikdem Einfluß der Westmächte zu verdanken waren,so bleibt wenig übrig, was man A. als persön-liches Verdienst anrechnen könnte.
Abd-nl-Mumen (Abu-Mohammev), Begrün-der der maurisch-spanischen Dynastie der Al-mohaden. Geb. 1101 im nordwestlichen Afrika,als Sohn eines Töpfers, ausgezeichnet durchTalente n. Kenntnisse, war er von seinem LehrerBen-Tumert, dem Stifter einer neuen moslemiti-schen Secte, in dessen Pläne eingewciht u. mit ihmfür dieselbe thätig in Fez und Marokko. Dort,verfolgt, flüchteten sie nach Tinmal mit ihrenAnhängern, welche sich daselbst zu einer geschlosse-nen Gemeinschaft organisirten und Ben-Tumertzu ihrem Oberhaupte (Imam) ausricsen. A.wurde von ihm zum Hadib, Lieutenant, ernannt..Von Tinmal aus, dem heiligen Orte der Moa-hedin ober Almohaden, begannen sie nun unterA-s Führung gegen Marokko vorzugehcn. Zu-erst vom Sultan Abul-Hassan (Almoravide) ge-schlagen, benutzten sie dessen Kämpfe gegen dieChristen in Spanien u. schlugen, zu einem an-sehnlichen Heere angewachscn, bei Aghmat dieAlmoraviden 1125. Als Ben-Tumert seineStellung als Imam niederlegte, wurde A. 1130-in Tinmal zum Khalifen gewählt u. begann nun,,das nordwestliche Afrika nicht nur zu erobern, son-dern auch im Innern zu ordnen. So gckräftigt,.warf er sich nun auf Marokko, schlug den jungenSultan Tasfin bei Aemsen 1145, nahm Fez ein,worauf bald mehrere Statthalter der Almoravidensich um ihn schaarten, so daß die Herrschaft desneuen Sultans Abu Jshac nur auf die StadtMarokko beschränkt war. 1146, nachdem A-sFeldherren auch Gibraltar u. Algesiras für ihnin Besitz genommen, eroberte er Marokko u. be-stieg dessen Thron als erster Herrscher der Al-mohaden. In den folg. Jahren unterwarf ersich noch ganz NAfrika bis nach Barka hin u.in Spanien Sevilla u. Cordova, so daß der Al-moravidcn Herrschaft sich dort nur mehr aufGranada beschränkt sah. Um ihnen auch noch