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Abd-ul Hamid — Abd-ul-Mcdschid Khan.
Ä. Österreich in Men. Die Eindrücke, welche dieCivilisation des Westens auf ihn gemacht hatten,bestimmten ihn non neuem zu guten Entschlie-ßungen für Verbesserungen im Berwaltnngswesenin seinen Staaten, wie er denn auch bei Eröff-nung des Staatsrathes 1868 neue Reformen nachwesteuropäischem Muster in Aussicht stellte. In derThat geschah auch Etwas auf der neu betretenenBahn, indem das die Türkei verzehrende Nebelan der Wurzel gefaßt, das demoralisirtc Bcamten-thum gründlicher Reinigung unterworfen wurde.Weiteres niußte der Zukunft Vorbehalten bleiben,da wiederum äußere Verwickelungen drohten:Griechenland hatte den candiotischen Aufstand un-terstützt, n. A. wollte dafür an dem ihm verhaßtenGriechcnthum Rache nehmen; indeß gab er demAndrängen seiner Räthe, namentlich Aali Paschas,nach u. ließ durch die 1868 nach Paris be-rufene Conferenz Griechenland in seine Schrankenzurückweisen. Diese Erledigung des griechisch-tür-kischen Conflictes trug nicht wenig dazu bei, denauf immer größere Unabhängigkeit hinarbeitendcnKhedivc v. Ägypten endlich zur Unterwerfung, ja,selbst dahin zu bringen, daß er als Reumüthigernach Constantinopel kam n. sich in das durch denFerman vom 9. Dec. 1869 festgesetzte Verhältuißzur Pforte fügte, das aber nur bis zum TodeAali Paschas währte. Der neue, dem Khcdivegünstiger gestimmte Großvezier crtheilte ihm eineReihe der entzogenen Privilegien wieder, ja, derSultan selbst kam ihm entgegen, um für seineLieblingsidee — Einführung der directen Erb-folge nach dem Princip der Erstgeburt u. derLinear-Succession, anstatt der bisherigen alttürkischenThronfolgeordnung, Senioratsordnnng — einePräcedenz zu schaffen. Aus diesem Grunde ge-währte er dem Khedive durch Ferman von AnfangJuni 1873 während dessen Anwesenheit in Con-stantinopcl die von diesem längst gewünschte Primo-genitur, neben voller Souveränctät im Innern n.bedeutenden Befugnissen nach außen. Inzwischenwar 1872 auch der langjährige Kampf der bulgari-schcnChristcn gegen die kirchlicheOberherrschaft desgriechischen Patriarchats zu Constantinopel zumAbschluß gekommen: am 29. Sept. 1872 ward inder Kirche des Phanar zu Constantinopel der Be-schluß der ökumenischen Synode, welcher die Bul-garen für schismatisch erklärte, verlesen. Die letztenMonate des 1.1873 u. der Anfang des I. 1871wurden durch die Arbeiten der Suez-Kanal-Com-mission bezeichnet, welche sich über die Einführungeines Tarifs für die Fahrt auf dem Suez-Kanaleinigte. Vgl. Azam, I/avsnomont (1'.4di1u1-^m,Paris 1861; Millingen (Osman Seyfy Bey), I,ai'urguio saus Is rsAirs ä'X.. Brüss. 1868. 2) A.,Bruder Khaleds, des Feldherrn des Khalifcn Ab-delmelek, focht 691 unglücklich in Syrien. DieSchönheit seiner gefangenen Gattin veranlaßteinen Vornehmen, um den Streit um ihren Besitzzu enden, dieselbe zu enthaupten. Seine Geschichteist der Stoff arabischer Erzählungen. 3 ) A., Sohndes Musa, Statthalters in Spanien, vermählte sichmit der Wittwe des Westgothenkönigs Rodcrich u.wurde deshalb 715 von seinen Leuten ermordet.4) A., Emir zu Derajch in Arabien, v. 1760—1803,s. n. Wahabiten.
Abd-ul Hamid, der 27. Sultan der Osmanen,geb. 20. Mai 1725, fand bei seinem Regierungs-antritt 21. Jan. 1774 das Reich in den ernst-lichsten Verwickelungen. Die Statthalter vonÄgypten, Syrien, Georgien waren abgefallen, mitRußland lag es im Kriege u. konnte den Friedennur durch große Verluste an Ländern u. wichtigeConcessiouen erkaufen (21. Juli 1774), s. Tür-kisches Reich. Nachdem A. sein Heer nach fran-zösischem Muster hatte rcorganisircn lassen, nahmer 1787 den Krieg mit Rußland wieder auf, derjedoch durch die Niederlage der türkischen Flottebei Kinburn n. die Eroberung von Oczakow durchPotemkin (1788) einen sehr unglücklichen Anfangnahm. Schon im folgenden Jahre (7. April 1789)starb A.; es folgte ihm sein Neffe Seliin III. Vgl.Asim Tarichi, X Instar;- ok ^dä ul Hamiä anä8s1im 111.. Const. 1867, 2 Bdc.
Abd-ul Hamid Bei, s. Du Couret.
Abd-nl-Kuri, gefährliches, 1835 von CapitänHarris entdecktes Felsenriff, südl. von der arabischenKüste, 14o 54' SO" n. Br. u. 50" 45' 20" ö. L.Es gehört zu der Sokotra-Gruppc im IndischenOcean n. ist etwa 10 M. in nordöstlicher Rich-tung vom Cap Gardafui entfernt.
Abdullah Khan, Sohn von Jskcnder Khanans der Dynastie der Schelbanidcu, Herrschervon Bokhara, geb. 1533 n. Chr., gehörte durchkriegerische Thaten nach außen u. politische Einricht-ungen im Innern zu den hervorragendsten Fürstendieses Landes. Durch glückliche Kriege schützte n.erweiterte er die Landesgrenzen nach allen Rich-tungen, eroberte Kashgar n. Khoten im O., Ba-dakschau im S. u. behauptete Khorassan im W.gegen die Perser. Durch Anlage von Straßen,Karavanscrais, Spitälern, Brücken, Bazars erhober Handel u. Industrie zu hoher Blüthe, durchzweckmäßige Einrichtungen die Bevölkerung zueiner dort seltenen Wohlhabenheit. Jedoch gingendie Früchte seiner Regierung nach seinem Tode(1597) bald verloren.
Abd-ul-Latif, s. Abd-el-Letif.
Abd-ul-Mcdschid Khan, türkischer Sultan,Sohn des Sultans Mahmud II. u. der 31. Sou-verän vom Stamme Osman, geb. 23. April 1823,folgte seinem Vater 1. Juli 1839 in der Regierung.Als er den. Thron bestieg, hatte Mchemed Ali,Pascha v. Ägypten, Candia u. Syrien in Besitzgenommen, während dessen Sohn Ibrahim PaschaConstantinopel mit seinem Heere bedrohte; nurdie Verträge der europäischen Großmächte vom15. Juli 1840 und vom 13. Juli 1841, ihrebewaffnete Intervention und die Anstrengungender neuen türkischen Diplomatie, in deren Reihensich Fuad-, Reschid- u. Aali-Pascha auszeichnetcn,retteten die Reichseinhcit. Unter dem Einflußder Großmächte, bes. aber dem seiner Mutter,der Sultauin Walide, u. des im Auslände gebil-deten u. mit civilisatorischcn Ideen zurückgekehrtenRcschid-Pascha, seines Ministers, setzte der jungeSultan das Reformwerk des Vaters fort, u. alserstes Ergebniß dieser Tüchtigkeit erschien derberühmte Hatt-i-Scherif von Gülhancvom 3. Nov.1839, jene Staatsacte, welche die Grundsätze u.Ziele der nunmehr ins Leben zu rufenden Gesetz-gebung, Sicherung der gesetzlichen Freiheit, Gleich-