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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Abdrücken —

zeitig beimischt. Schwefel gibt sehr feine For-men für den Gipsguß. Zum Einguß dientaußer Gips rc. auch Metall. Für größere Formendieur Thon, zum Einguß in dieselben namentlichGips. Zum A. von Gegenständen aus künst-licher Holzmasse (aus sehr zerkleinertem, mit Leimvermischtem Holze) verwendet man zweckmäßigBlciformen. Holzornamente werden am bestenmit nachstehender Masse abgedrückt: 1 Thl. Pechoder Kolophonium, 1 Thl. Terpentinöl mitVs Thl. Wachs oder etwas Schellack, in welchsämmtliches man entsprechend viel Sägespäneoder Holzmehl einrührt. Blätter, die man ab-drnckcn will, legt man auf eine glattgeschliffeneStein- oder Glasplatte, die leicht mit Buchdrucker-schwärze bestrichen ist, u. preßt sie dann zwischenPapierbogen (s. Naturselbstdrnck). Um Abdrückevon Schmetterlingen zu erhalten, bestreicht manfeines Papier mit einer Auflösung von Gummi-traganth und Hausenblase in Branntwein oderEiweiß, legt den Schmetterling darauf u. drücktmit dem Nagel vorsichtig auf letzteren, dann löstsich der Staub ab u. bleibt auf dem Papier sitzen;doch sind derartige Abdrücke selten schön. Dievervielfältigende Kunst benutzt zum Drucken Holz,Kupfer, Stahl u. Zink u. den sog. lithographi-schen Stein aus Solnhofen und als Mittel zumDruck die Presse. Beini Holzschnitt (s. d.) istder zum A. bestimmte Thcil des Holzes erhöhtu. wird mit Buchdrnckerschwärze angeschwärzt.Beim Kupfer-, Stahl- u. Zinkdruck ist dagegendie Zeichnung vertieft und zur Annahme vonDruckerschwärze vorbereitet. S. u. Kupferstich.Der Werth der Abdrücke nimmt hier und beimSteindruck auf die Dauer ab. Bei der Kreide-zeichnung auf Stein ist es die Beschaffenheit derKreide, welche die Annahme der Druckerschwärzevermittelt. S. Lithographie. Über den photo-graphischen Lichtdruck s. Albcrtotypie. 2) ImBuchdruck versteht man unter A. die Gesammt-heil der auf die Herstellung eines Druckwerkesgerichteten Thätigkeit. Ist eine gewisse Anzahlvon Abdrücken als eine Auflage bildend scstge-stellt, u. wird das Werk später neuerlich durchden Druck vervielfältigt, so heißt das ein neuerA. (neue Auflage). Wird von dem ersten Satzin der Form von Platten ein A. gemacht, sospricht man von Stereotypie (s. d.). 3) In derPaläontologie die von Pflanzen oder Steinen inden sedimentären Gesteinen erhaltenen Überreste,wenn dieselben nur die äußere Form zeigen, imGegensätze zu den Stcindarren, die nur die innereForm zeigen.

Abdrücke» der Augen (Obstb.), Fortnehmenüberflüssiger Augen, bes. bei den Pfirsichbäumenan den Fruchtzweigen, damit sie nicht zu vieleTriebe Hervorbringen.

Abduciren (lat.), wegführcn, ab- oder weg-zichcn; daher Abduction, Wegführung, Abzie-hung. Im anat. u. physiol. Sinne: Bewegungoder Haltung eines ganzen Gliedes oder einesTheiles davon in der Richtung von der Mittel-linie des Körpers oder des Gliedes weg (aus-wärts). Dies bewirkende Muskeln heißen ab-ziehende Muskeln (Abductoren) u. finden sich anfast allen beweglichen Körperteilen.

Abd-ul-Aziz.

Abdlictorcn (HxluoontW uumouli), so v. w.

Abziehcnde Muskeln.

Abd-ul-Aziz (d. h. Knecht des Allmächtigen),1) türkischer Sultan, geb. 9. Febr. 1830, zweiterSohn des Sultans Mahmud II., der 32. Souveränvom Stamme Osman u. der 26. seit der Erober-ung von Constantinopel, folgte 25. Juni 1861seinem Bruder Abd-ul-Medschid. Während ereinerseits durch das Versprechen, Ordnung imInnern u. Sparsamkeit in den Finanzen beobach-ten zu wollen, durch die Bestätigung des Hatt-i-Scherif von Gülhane u. des Hatt-i-Humayum dieHoffnungen der Reformfrennde u. als bekannterechter Moslem anderseits die der Alttürkcn nährte,täuschte er beide Parteien, insofern er ohne Systemregierte und fortfuhr, die durch seinen Bruderbereits in einen bedenklichen Zustand gebrachtenFinanzen zu zerrütten, dadurch, daß er großeSummen auf die Armee, die Flotte und die Ver-schönerung Constantinopels verwandte. Auchblieb der Zustand der türkischen Finanzen trotzder 1862 vorgenommenen Reform des Finanz-ministeriums u. Einsetzung einer Commission zurControlirung des Staatsschuldenwesens fortwäh-rend ein zweifelhafter, u. mehrere Anleihen konn-ten nur mit den größten Schwierigkeiten con-trahirt werden. Während des Jahres 1862kamen Handelsverträge niit Rußland, Schweden,Spanien, dem Deutschen Zollverein u. Österreichzu Stande. A. hatte zwar nur eine Gemahlin,zog aber eine große Zahl tschcrkessischer Sklavinnenin seinen Harem; dagegen bewies er sich humangegen die Söhne seines verstorbenen Bruders, vondenen er den ältesten, den präsumtiven Thronerben,zum Pascha ernannte u. die anderen militärischzu erziehen, auch die Söhne der verhcirathetenPrinzessinnen, gegen den alten Gebrauch, amLeben zu lassen befahl. Im Nov. 1862 verfieler, wie man sagt, in Folge von Palastintrigncn,wol aber auch unter dem Einfluß des Gefühls,zu machtlos zur Wiederherstellung des altenGlanzes von Haus u. Reich zu sein, in vor-übergehende Geistesstörungen, die sich späternoch öfter wiederholten. Im April 1863 machteer eine Reise nach Ägypten, wo der VicckönigSaid-Pascha gestorben u. demselben JsmailPaschagefolgt war. Jedoch sollten gerade von Ägypten,wie auch von Rumänien her die empfindlichstenSchläge die Macht des Osmanenreiches treffen.Während der Aufstand auf Candia sich erhob,Rumänien nach der Vertreibung des FürstenCusa u. nach der Berufung Karls v. Hohcnzollernneue Zugeständnisse erhielt, bezeichnet Graf Beustseinen Übertritt in den österreichischen Staatsdienstdurch sein Entgegenkommen gegen Rußland ».durchdie Üntcrstützung der EmancipationsbestrebungenSerbiens u. bewirkte, daß die türkische BesatzungBelgrads die dortige Citadelle räumen mußte.Im Sommer 1867 machte A. (der erste unterallen Sultanen) in Begleitung seines ältestenSohnes Jussuf Jzzedin, seines ältesten Neffen u.muthmaßlichen Thronfolgers Murad, des Ministersdes Äußern Fuad-Pascha eine Reise ins Auslandu. besuchte den Kaiser Napoleon in Paris, dieKönigin Victoria in London, den König v. Preußenauf der Vorüberrcise in Koblenz u. den Kaiser