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Abd-cl-Letis — Abkcra.
jedoch seine Herrschaft über das westl. Algerienimmer weiter ausbrcitcte, schloß er am 26. Febr.!834 einen Vertrag mit den Franzosen, wodurcher als Emir von Maskara anerkannt wurde.Der Sieg über den Schcikh Mussa el-Darkni beiHausch-Amara, welcher ihn wegen des mit denUngläubigen abgeschlossenen Vertrags anfeindete,machte ihn auch zum Sultan v. Oran u. Titteri.In einem neuen Kriege brachte er den Fran-zosen mehrere schwere Niederlagen, namentlichdie an der Tafna 25. April 1836, bei, so daßdiese sich dadurch u. um in ihrer Absicht, Con-stantine zu erobern, nicht behindert zu sein, be-wogen sahen, ihm im Frieden an der Tafna30. Mai 1837 bedeutende Concessionen zu machen.Die Waffenruhe mit Frankreich benutzte A. zurErweiterung feiner Herrschaft in der Wüste u.unter den Kabylen. Im Nov. 1839 begann er,den Marsch des Herzogs v. Orleans durch seinGebiet zum Vorwand nehmend, von neuem denKrieg mit den Franzosen und führte denselbenanfangs meist glücklich; 1841 aber verließ ihndas Kricgsglück, so daß er sich bewogen sah, imFebr. bei dem Sultan v. Marokko Abdur-Rah-man einen Rückhalt zu suchen. Der im 1.1844von neuem begonnene Kampf gegen die Franzosenwurde schon am 14. Aug. durch den Sieg derletzteren am Jsly beendet. In dem zwischenFrankreich u. Marokko abgeschlossenen Friedens-u. Grcnzvcrtrag vom 10. Sept. 1844 wurde A.als geächtet erklärt. Doch noch einmal versuchteA. von Marokko aus, wo er die kriegerischenStämme für sich gewonnen hatte n. sogar denSultan in seiner Herrschaft bedrohte, den Kriegzu erneuern und reizte auch die Kabhlcnstämmegegen die Franzosen auf; nachdem aber der Sul-tan von Marokko ihn im Dcc. 1847 auch ausseinem Lande geschlagen, mußte er sich, von zweiFeinden eingeklemmt, am 22. Dec. am Passe vonKerbens dem franz. General Lamoriciöre ergeben;über diese Kämpfe s. auch unter Algerien. Tiefranz. Regierung ließ ihn gegen das ursprünglicheAbkommen mit Lamoricidrc, wonach er nachÄgypten oder Syrien übcrsicdelt werden sollte,mit den Seinen nach Toulon u. von hier am29. Dec. in das Fort Lamalgne bringen, EndeApril 1848 nach dem Schlosse zu Pan in Bearnu. im Nov. nach dem Schlosse Amboise bei Blois.Wiederholt, aber vergebens verlangte er von derNationalversammlung seine Entlassung. ErstNapoleon III. gewährte ihm dieselbe auf wieder-holte Verwendung des Lord Londondcrry n. nachmehrjähriger Verzögerung im Oct'. 1852, unter derBedingung, seinen Aufenthalt in Brnssa (Klein-asien) zu nehmen. Hier widmete er sich, ganzzurückgezogen lebend, dem wissenschaftl. Studiumder Dichtkunst u. der Erziehung seiner 11 Kindervon 3 Frauen; in Folge des Erdbebens 1855verließ er diese Stadt u. ging nach Constantino-pel, von wo aus er 1855 auch die Ausstellungin Paris besuchte. Dann wendete er sich nachDamascus. Hier nahm er sich bei der Christen-vcrfolgung im Sommer 1860 der Christen kräf-tig an, wofür ihm Napoleon das Großkrcnz derEhrenlegion verlieh; auch bezog er eine franz.Pension von 100,000 Fes. 1863 unternahm er
eine Pilgerfahrt nach Mekka, 1864 eine Reisenach Ägypten, wo er die Suezkanalbauten be-sichtigte, ließ sich zu Kairo in den Frcimaurer-bund aufnehmcn u. beantwortete die ihni vor-gclegtcn Fragen ganz im Geiste der Humanität;1865 besuchte er Constantinopel, dann Paris u.London u. 1867 wiederum Paris zur Weltaus-stellung. Seitdem lebt A. wieder in Damascus.Im I. 1871 bot er sich der Regierung derNationalvertheidigung an, im Kriege gegenDeutschland zu dienen, wovon aber kein Gebrauchgemacht wurde. Im Sept. 1872 setzte die franz..Regierung die bereits früher auf 40,000 Fes.reducirte Pension A-s aus Sparsamkcitsrücksichtenauf 20,000 Fes. herab. Er schrieb ein religiös-philosophisches Werk in arabischer Sprache, wel-ches franz. von Dugat, Rappel ä l'iutolligsutavis ü l'iuckilksiont, Paris 1858 erschien. Lebens-beschreibungen von Delacroix, Paris 1845, vonA. Debay, Paris 1845, von Lamenaire, ebendas.1848, u. von Bellemiwe 1863.
Abd-el-Lettf (Abu Mohammed), berühmterarab. Gelehrter, Arzt u. Schriftsteller, geb. 1162zu Bagdad, bildete sich auf der Acadcmia Nid-hamia zu Bagdad aus, trieb zuerst Alchemie,dann Medicin, wurde darauf in Mosul Prof, ander Akademie des Jbn Mohadschir, ging nachJahresfrist nach Damascus, wo der Sultan Sa-lah ed-Din (Saladin) die berühmtesten Gelehrtender Zeit um sich versammelte. Nachdem er sichabwechselnd in Jerusalem u. Kairo aufgehalten,wurde er zu Damascus an der großen Moscheeangestcllt, später lehrte er wieder in Kairo, u. im1.1207 in Damascus, hier auch als Arzt prakti-cirend. Nach einiger Zeit ging er nach Haleb,von wo er eine einjährige Reise nach Kleinasien un-ternahm n. wieder nach Haleb zurückkehrte. Erst. auf einer Pilgerreise in Bagdad 8. Nov. 1231u. wurde in dem sog. Rosengarten (cl-Wcrdia)begraben. — A. verfaßte 166 Schriften über ver-schiedene Gegenstände, von denen die bedeutenderenmedicin. bei F. Wüstenfeld (Gesch. d. Arab. Ärzte
u. Naturforscher. Gott. 1840) verzeichnet sind.Sehr berühmt ist A-s Buch über Ägypten, welchesin viele Sprachen übersetzt wurde, am besten vonLilvostes äs 8ao^ ins Französ. (Relation <1sIIlMpto par ^bä-.411atik. Paris 1810). SeinBiograph ist Abu Oseibia (Hnlollatipüi LaAcka-«lemüo vita latins vertut I.LIouslsz'. 0xonii l808).
Abdeln,elck, 1)A.Ebn Merwan, v. 684-705,der 11. Khalif (s. d.). 2) A., Schah v. Persien,st. 961, s. Persien. 3) A., Schah bis 999 (s.cbend.). 4) Ä. Ebn Kutn al Fahri, Statthal-ter des Khalifen Hescham in Spanien (s. d. Gesch.),
v. 732—737 u. v. 740-744. 5) Scherif v. Ma-rokko, 1557—72, s. Marokko. 6) Scherif ebenda,1634—35 (s. ebend.).
Addern, St. im alten Thrake, in der Näheder Mündung des Ncstos, wurde der Sage nachvon Herakles, der Gesch. nach aber von dem Kla-zomenier Timcsios (656 v. Ehr.) gegründet, vonden Thrakern wieder zerstört u. von den vor Ky-ros flüchtigen Teicrn (543) von neuem bevölkert.Nach den Pcrserkriegen unabhängig, mächtig u.blühend, wurde es von Philipp v. Makedonienunterjocht, dann von den Römern erobert, aber