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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Abdal — Abdampfen.

concavc und convexe, stetige und gebrochene,sanfte, steile, schroffe, jähe, prallige A. Häufigist die Neigung der einen A. bedeutender, als dieder anderen, u. man hat deshalb eine steilere u.flachere zu unterscheiden; in der Regel kehrendie Gebirge ihre steilere A. dem zunächst gele-genen Meere oder Tieslande zu. Sehr viele Ge-birge, die von N. nach S. streichen, sind im W.steiler, so die Cordillcrcn in Amerika; n. vielevon W. nach O. streichenden sind nach S. steiler,wie die Alpen, die Pyrenäen, das Erzgebirge,die Karpathen, der Himalaja; eine Ausnahmehiervon macht der Kaukasus. Als Synonymwird häufig Böschung (s. d.) gebraucht.

Abdal, Plural vom arab. baärl. d.h. Mystiker.Bei den Persern bcd. A. so v. w. Kalender, d. i.Mönch, Wandermönch, der mit geschorenen Kopf-u. Barthaaren einhergeht, über alle Gebräucheund Einrichtungen sich hinwegsetzt, die Welt ver-achtet, durch pünktliche Befolgung der göttlichenGebote n. Vorschriften sich gleichsam in das gött-liche Wesen versenkt und im beschaulichen Lebendas größte Glück findet; Enthusiast. In derafghanischen Sprache (Unsütn) bedeutet dieses Wortnach Elphinstonc „rasend, besinnungslos".

Abdallah (arab., d. h. Knecht Gottes). 1) A.,Sohn des Abd-cl-Mottalib, gcb. 545 n. Ehr. zuMekka; der Vater des Propheten Mohammed,dessen Geburt er aber nicht mehr erlebte. Kauf-mann in Mekka, vermählte er sich 569 mit Amineh,der Tochter Wahbs, Häuptlings der Benu-Zahra,n. st. 570 ans einer Handelsreise zu Jathrib,dem späteren Medina. 2) A., Sohn des Abbas,Oheim der beiden ersten Khalifen aus dem Hauseder Abbassiden, besiegte den Khalifen Merwan II.in der Schlacht bei Zcb, so daß dieser nach Ägyp-ten fliehen mußte, u. ließ 752 fast alle Abkömm-linge der Omajjaden auf grausame Weise er-morden. 754 , nach dem Tode des ersten Kha-lifen aus dem Hause der Abbassiden, seines NeffenAbul-Abbas mit dem Beinamen Al-Saffa, derBlutige, ließ sich Abdallah selber zum Khalifenansrnfen, mußte aber, von dem Bruder jenes,Abn-Dichaafar, gen. Al-Mansor, im Kampfe be-siegt, zu seinem Bruder Soliman nach Bassorafluchten, wurde jedoch nach einiger Zeit entdecktu. gctödtct. 3) A. ben Aasen, gcb. in Nefisim nordwcstl. Afrika. Er vereinigte sich 1035 mitJahja, Fürsten von Senhadsche, um die arabischeNomadcnstümme zum wahren Islam zu bekehren,u. wurde das geistliche Oberhaupt einer zahlreichenSccte, welche sich Morabethnn nannte u. einenStamm nach dem anderen mit Waffengewalt ihremGlauben unterwarf. A. fiel 1058 in einem Feld-zuge gegen den Stamm Barakauta. Sein Nachwlger Abu-bekr-bcn-Omar, welcher das be-reits ansehnliche Reich im NW. Afrikas noch weiternach S. u. W. ausdchnte, 1070 Marokko grün-dete n. der nächste Ahnherr der mächtigen Hcrr-schcrfamilic der Moraviden oder Almoravidcnwurde.

Nbdämmcn, das Wasser durch einen vorgc-banten Damm halten; iin Hüttcnw. das geschmolzenc Erz von einer Dammgrnbe abspcrren,um eS in eine andere zu leiten (s. Dammgrnbe).

Abdampfen (evaporircn), das Lösungs-

mittel durch Überführen in den gasförmigenZustand aus einer Lösung entfernen, so daß dergelöste Stoff in fester Form zurückbleibt. DasA. kann durch freiwillige Verdunstung geschehen,oder durch künstliche Mittel herbeigeführt werden.Die Verdunstung findet nur an der Oberfläche statt,erfolgt also um so rascher, je größer die Ober-fläche der abzudampsenden Flüssigkeit ist. DieVerdunstung wird ferner beschleunigt durch Wärme— sei cs die Sonnenwärme oder auch künstlichzugeführte —, sowie durch Fortführung der überder Flüssigkeit lagernden, mit Dampf gesättigtenn. dadurch die fernere Verdunstung hinderndenLuftschicht — mittels natürlichen Luftzuges, oderkünstlich mittels eines Ventilators. Die frei-willige Verdunstung ist da, wo es nicht aufrasches A. ankommt, der Kostenersparniß wegenangezeigt. So wird die Salzsoole theilweiseabgedampft und dadurch concentrirtcr gemachtin den Gradirwerken, in welchen man die nochwenig concentrirte Soole über Dornenwändehcrabtropfcn läßt; dadurch, daß sie sich auf denReisern der Dorncnwändc ausbrcitet, wird ihreOberfläche außerordentlich vergrößert und hier-durch die Verdunstung beschleunigt. Das See-wasser läßt man in den Salzgärten, Systemenzahlreicher vierseitiger flachen Bassins, verdunsten,wobei sich zuerst andere Salze, später das Koch-salz (Scesalz) krystallinisch abscheiden. Auch wenndurch A. möglichst große u. regelmäßige Krystalleerhalten werden sollen, wählt man den Weg derfreiwilligen Verdunstung.— Soll die Verdunstungdes Lösungsmittels durch künstliche gelindeErwärmung befördert werden, so bedient mansich flacher, dünnwandiger Gefäße; im Kleinenwendet man Uhrgläser oder sogenannte Abdampf-schalen aus Porzellan, Stcinzeug, Glas oderMetall an, welche man zur Fernhaltnng desStaubes zweckmäßig mit Papier bedeckt; im GroßenPfannen, flache Kessel w. Das Erwärmen geschiehtentweder über freiem Feuer, oder mittels Dampf,oder in Bädern, s. d. Art. Bad. Das A. be-fördert man durch Umrührcn und bewegt denRührer entweder mit der Hand, oder mittelseines Räderwerkes, welches durch Gewichte, kleineTurbinen, Dampfmaschinen re. in Bewegung ge-setzt wird. Um dagegen das A. durch Siedenzu bewirken, wählt man tiefere, unten gewölbteGefäße, welche dem Hcizmittel eine größereFläche darbieten; man kann dieselben mit einemDeckel verschließen, der mit einem Abzugsrohrfür den Dampf versehen ist. Das A. wirdim Großen auch häufig dadurch bewirkt, daßman die heizende Flamme über die Ober-fläche der Lösung streichen läßt. WässerigeLösungen können ferner dadurch zum rascherenA. gebracht werden, daß man sie mit hygrosko-pischen Substanzen, d. h. Stoffen, welche Wasser-dampf anzichcn (concentrirtcr Schwefelsäure,Chlorcalcinm u. a.), zusammen in einen luftdichtverschlossenen Raum bringt. Die Lösung ver-dampft dann in dem Maße, als jene Stoffeden Wasserdampf anfnehmen. So stellt maneine kleine Schale, welche die abzudampfendeLösung (oder auch zu trocknende .Substanzen)enthält, mittels eines Trahtdrcieckes auf ein