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A-b-c-Schützen — Abdachung.
Kodor, Gaginis rc.) bewässert. Der Boden istnamentlich in den Thälern fruchtbar. Productc:vortreffliches Nutz- u. Schiffsbauholz, Mais, Fei-gen, Granaten, Obst, Wein, Getreide, Wildhonig,langhaarige Ziegen, Schafe, Rindvieh rc. DasKlima ist im nördl. Thcil gesund, im füdl. da-gegen wegen der großen Hitze (bis 38") u.ausgedehnter Sümpfe ungesund. Die Abchasen,etwa 145,000 an der Zahl, sind hager, mittelgroß,aber kräftig, schwarzhaarig, bräunlich, trotzig, grau-sam, rachsüchtig u. räuberisch; zum Gebiete derAbchasen gehören noch die Üblichen (ca. 25,000),die Schapsugcn u. A. Sie treiben aus Trägheitwenig Ackerbau (nur Mais u. Hirse), mehr Vieh-zucht (Pferde, Esel, Schafe), rohe Gewerbe inWebereien u. Eisen; ihre Begräbnißstatten unter-halten sie besser als ihre eigenen Wohnungen,die elende Hütten sind. Stände: Bauern, Edcl-leute, Häuptlinge, große Grundbesitzer n. Fürsten,diese mit Leibwache (Tschinanscha). Die Skla-verei ist seit 1870 hier wie überhaupt in Kau-kasien ausgehoben. A. ist eingetheilt in 13 Ge-meinschaften: eigentliches A., zwischen Jnguru. Bsyb, 94,000 Ew. unter einem einheimi-schen Fürsten; Festung Bombory u. KüstenfortsSuchum-Kale (das viosourias der Alten), Pitzunda,Gagry; die Landsch. Zebclda, 9000 Ew., amober» Kodor; Samursakan, vom Onchur biszum Jngur, 9900 Ew., Festungen Anaklia u.Jlory; das Land der Sadscn, 16,900 Ew.;die Abasincn, am obersten Nordabhange desKaukasus, 6400 Ew.; die übrigen nur bis etwa1000 Ew. In den Küstenforts befinden sichBazars, u. wird von hier aus hauptsächlich derHandel getrieben. — Die alte Gesch. von A. istdunkel; schon die altenBewohner hießen Ab as gi;erst zur Zeit des Oströmischen Reiches wird es be-kannter, indem der Kaiser Justinian die benach-barten Lazier unterwarf. Damals wurde dasChristenthnm auch in A. gepredigt u. Kirchengebaut, deren Spuren erst unter der türk. Herr-schaft verschwanden. Bis zum II. Jahrh. hatteA. eigene Könige; nach seiner Vereinigung mitGeorgien verfiel die einstige Cultur; mit Geor-gien kam cs unter mongolische Herrschaft. 1451machten die Türken einen Vcrwüstnngszng nachA. u. fügten cs nach der Eroberung des Byzan-tinischenReiches dcmOsmanischcnReichebci. LcvanBei u.SurabaBci, beide ans der Familie Scherwa-schidsc, schüttelten 1771 die türkische Herrschaft,wenn auch nur für kurze Zeit, ab. Aber schon nach3 Jahren empörte sich Kclisch Bei, wurdeChrist u. behauptete sich als russischer Vasall. Nachdessen Ermordung durch seinen Sohn Aslanfolgte ihm sein Sohn Safar Bei, ebenfalls unterrussischer Oberhoheit. Nachdem nach seinem Tode1821 sein ältester SohnDimitri, Oberst im russischenHeere, 2 Jahre Regent gewesen war, folgte 1823dessen jüngerer Bruder Michael Scherwaschidse.Durch den Vertrag von Akjerman 1826 wurde einTheil von A., durch den von Adrianopcl 1829 derRest an Rußland abgetreten und dem russischenReiche cinverlcibt. Bis 1837 hatten die Russennur die Küsten inne, seitdem aber auch dasBinnenland; in jenem Jahre unterwarf sich dieZebclda u. 1839 das Land Samursakan; in der
Zebclda setzten die Russen einen Verwalter ein.Nachdem 1864 die Türken noch einmal die A.gegen Rußland auszureizcn versucht, ist A. denRussen vollständig unterworfen; der nördl., grö-ßere Thcil des Üandcs gehört zu Ciskaukasien(Kuban), der südl. (Samursakan) zum trans-kaukasischen Gouv. Kutais. Vgl. Bodenstedt, DieVölker des Kaukasus, Berl.2. A. 1855; Haxthausen,Transkaukasien, Lpz. 1856; Baumgarten, Scchs-zig Jahre des Kaukasischen Krieges, ebdas. 1861;G.RaddesReiseberichte in denJahrg. 1366—1868der Pctermannschcn „Mitthcilungcn".
Die abchasische Sprache ist mit der tschcr-kessischcn verwandt n. unter den ohnehin rauhenSprachen der Kaukasusbcwohner eine der rauhesten,ebenso schwer durch Häufung der Consonanten, wieunangenehm durch Aufeinanderfolge der Vocalc(Hiatus). Vgl. Roscns Abhandl. über das Mingre-lische, Suanische u. Abchasische in den philologischenu. historischen Abhandl. der Berliner Akad. derWisscnsch. Jahrg. 1845.
A-b-c-Schützcn hießen im Mittelalter jüngereSchüler, welche hcrumzichcndcn älteren Schülern(Bacchanten) völlig überlassen waren, so daß siediese bedienen u. auch für deren Lebensunterhaltsorgen mußten, was meist durch Betteln u. Steh-len (in der Schulsprache „Schießen") geschah.Heutzutage nennt man noch Schüler der unter-sten Klassen im gewöhnlichen Leben so.
A-b-e-tnorinm (A-b-c-turium, Abgato-rium oder Abici), eine von Gregor d. Gr.bei der Einweihung von Kirchen vorgeschriebeneCcrcmonic, wobei der weihende Bischof zu bei-den Seiten des Hochaltars in die ans den Bodengestreute Asche mit seinem Stabe die griechischenund lateinischen Buchstaben schrieb, als bildlicheErmahnung an die Versammelten, sich Alles insHerz zu schreiben, was sie in der Kirche hörenwürden.
Abd (arab.), Knecht, Sklave, findet sich häufigin Zusammensetzungen mit den verschiedenen Na-men Gottes zu Eigennamen, z. B. Abd-Allah,Knecht Gottes, Abd-el-Kadcr, Knecht des mäch-tigen Gottes, Abd-nr-Rahman, Knecht des barm-herzigen Gottes.
Abda, 1) (Brückel) Pfarrdf. im ungarischenCom. Raab, an der Raab, 750 Ew.; Uebcrgangs-pnnkt in den Türkenkriegcn. 2) Araberstamm inMarokko, am Meere, mit der Stadt Ajafi.
Abdachcndcs Kreuz (Viehz.). Ein tadellosesKreuz bildet mit dem Rücken n. der Lendcnpartieoben eine geradeLinie; hat das Kreuz eine von die-scrLinic abwcichendeLage, eine starke Neigung nachabwärts, dann ist cs ein abdachendes, abfallen-des, abgeschlagenes Kreuz; ein solcher Ban desKreuzes beeinträchtigt fast stets die Leistungs-fähigkeit, immer aber die Schönheit des Bauesder Thiere.
Abdachung, in der Geogr. die zwischen demFuß u. Rücken eines Gebirges od. Berges liegendenSenkungen, die man auch Abfall oder Abhang nennt.Man bezeichnet sie nach jener Himmelsgegend, nachwelcher sie vom Rücken ans gelegen sind; so ha-ben die Alpen u. Pyrenäen eine N.- u. S.-A.,der Ural n. Schwarzwald eine O.- u. W.-A.Nach Form u. Neigung unterscheidet man eine