27
i
AbbvtSsord —
nach Willkür oft mit großer Energie entgegcn-trat. Er st. 1633 zu Croydon; seine Vaterstadt,wo er ein großes Hospital gegründet, ließ ihmein prächtiges Denkmal setzen. Vergl. R. Abbot,Inksokvr.öisorML.., Guilford 1797. 2) Robert,gcb. 1560, gest. 1617, Bruder des Vor., einer dergclehrtestenTheologen seiner Zeit, Bischof v. Salis-bury, erwarb sich die Gunst Jakobs I. als Ver-theidiger der königl. Gewalt gegen die papstl.Theologen (Do mixrsma, potsstats roxia, Lond.1616) Bellarmin n. Suarez. 3) Charles, LordColchester, s. Colchester. 4) B enjamin, geb.1763, gest. 1849 in Exetcr. Er war einer der bedeu-tendsten Schulmänner der Ver.St., 50 Jahre langDircctor der berühmten Philipps-Akademie inExeter (New-Hampshire) u. zählt Männer wieDaniel Webster, Edward Evcrctt, John A. Dix,George Bancroft u. v. A. zu seinen Schülern.5) Samuel, geb. 1786 in Milton (Ncw-Hamp-shire), gest. 1839, Erfinder der Methode, aus Kar-toffeln Stärke zu bereiten.
Abboisford, ehem. Kloster in der schottischenGrfsch. Selkirk, in der Nähe Selkirks, am Tweed.Seit 1811 Eigenthnm Walter Scotts, wurde dasalterthümliche Hans von diesem zu einem würdigenMusensitz umgcschaffen; schöne Anpflanzungen,Wälder, Seen, Wasserfälle umgeben es, u. mehrereFlußthälcr stoßen in dieser lieblichen Gegend zu-sammen. Das Schloß enthält eine reiche Samm-lung von Alterthümern, Kunstwerken, Büchern(20,000) und Handschriften. Der auf A. ge-gründete Baronetstitel der Familie erlosch schon1847 mit dem Tode des letzten Sohnes WalterScotts. Das Besitzthum ging auf den Enkel desDichters, Walter Scott Lockhart, über, nach dessenfrühem Tod auf seine Schwester Mrs. Hope Scott,die zum Katholicismus übcrtrat. Bei deren Tode1858 wurde es während der Minderjährigkeitihrer einzigen Tochter einem katholischen Vereinzur Errichtung eines Fräuleinstiftcs überlassen.Eine Beschreibung von A. von Washington Irving,Lond. 1835.
Abbots und Humphreys Theorie der Be-wegung des Wassers in Flüssen u. Kanälen s. u.Hydraulik.
Abbott (spr. Äbbot), John Stevens Cabot,1805 zu Brunswick in Maine (Vcr. St.) geh.Nachdem er 15 Jahre als Prediger in Worcester,Roxbury u. Nantucket (Massachusetts) thätig war,widmete er sich 1844 ganz der Schriftstellerei.Sein erstes Werk 4'Iis möblier ab Iioms (DieMutter im Hause), Newyork 1844, ist in ver-schiedene europäische Sprachen, sogar ins Grie-chische, Türkische und die asiatische Tamilspracheübersetzt worden. In seinem bedeutenden histor.-biographischen Werke: Ilmkor/ ol Napoleon Lona-xarta, Newyork 1855, vertheidigt er Napoleonauf das wärmste. Er schr. auch eine Gesch. desnordamerikanischen Bürgerkrieges, Newyork 1863bis 1865, Leben Napoleons III., 1868, u. ver-schiedene andere geschichtliche Werke, auch einigeJugcndschriften. — Sein Bruder Jakob, geb.1803, ist als Jugendschriftsteller bekannt.
Abbrand, im Hüttenw.: das Feinbrenncn desSilbers; dann bei hüttenmännischen Processen derGewichtsverlust, der entweder durch Verlust eines
- Abbrcnnen.
Bcstandthciles, z. B. der Kohlensäure beim Bren-nen des Kalkes, od. durch Verschlacken eines TheilcsderMetalle entsteht, z. B. bcimPuddeln des Eisens,beim Behandeln desselben in der Bessemerbirne re.
Abbrasscn, die Raasegcl eines Schiffes beigünstigem Winde Nachlassen, um ihnen mehrSpielraum zu geben; an- oder aufbrasscn,sie so richten, daß sie bei ungünstigem Winde ihnvon vorn und von der Seite erhalten.
Abbrechen, 1) (Baus.) so v. w. abtragen. 2) imKricgsw. die Front einer Truppe verkleinern,indem im Marsch die rechte oder linke Fliigel-Abthcilung (oder beim Bataillon 2 Abth. in derMitte) geradeaus weitcrmarschireu, während dieübrigen Abth. sich mit halbrechts oder halblinkshinter jene schieben; auf der Stelle bleibt dieFlügel- rc. Abth. stehen, die anderen setzen sichmit rechts- oder linksum dahinter (s. Ployircn).Ein Gefecht a. heißt, es beenden, che es völligentschieden ist. Einem energischen Feinde gegen-über ist dies sehr schwierig, wenn nicht einbrcchendeDunkelheit oder sonstige Umstände das Manoeuvrebegünstigen. Die Schlachten bei Gwß-Görscheu,Bautzen, Valmy, Ncresheim rc. wurden abge-brochen. 3) (Blechh.) das Klopfen des Blechesmit hölzernen Hämmern. 4) (Jagdw.) ein Treib-jagen von vorn anfangcn, weil Wild zurückgcgangcnist; dann dem Hatzhunde mittels eines hölzernenHebels das Maul öffnen, wenn er sich „ver-bissen" hat.
Abbrenncn, 1) Moorbrennen, Rascnbrennen,Schwelen (engl. parinA and duininß'), das Urbar-machen von Haidebodcn durch Anwendung vonFeuer. Die mit Gras u. Haidekrant durchwachseneErdschicht wird in einer Stärke von 8—22 om mittelsdes Schälpfluges (s. d.) aufgerissen, oder mit derPlaggenhane abgeplaggt. WenndieabgenommcncnStücke (Plaggen) trocken sind, werden sie in hohleHaufen gesetzt n. abgebrannt; sind nicht genugbrennbare Stoffe in denselben vorhanden, sowird durch dürres Reisig nachgeholfen. Dienoch heiße Asche wird gleichmäßig ausgebreitetu. untcrgepflügt. Ein so hcrgerichtctes Feld istindessen nicht lange ertragsfähig u. nur zum Anbausolcher Pflanzen geeignet, die, wie Kartoffeln, Buch-weizen, Hafer u. Roggen, einen frischen, leichtenBoden lieben. Nach 2 — 3 Ernten verfällt derBoden wieder der Berufung, Geschieht das A.in regelmäßigen Fristen, wie in England, Holland,Frankreich n. im nördl. Deutschland, so heißt diesBrandwirthschaft. Werden große Strecken gleich-zeitig abgebrannt, so entsteht der sog. Höhen-rauch, der den Nächstliegenden Gegenden nicht nurunangenehm, sondern auch nachthcilig wird. Erstin der Neuzeit hat man dem Moorbrcuneu u. derBeseitigung des Höhenrauches bcs. Aufmerksamkeitgewidmet, jedoch noch kein Mittel zur Abhilfe inAnwendung gebracht. In Japan, wo auf abgc-holztcn Flächen das Gras bis zu einer Höhe von2—3 in emporschicßt, werden dieselben, um daraufJagd zu halten, abgebrannt. Vgl. M. A. F.Prcstcl, lieber das Moorbrenncn in Ostsrieslandrc., Götting. 1868. 2) In der hüttenmännischenTechnik heißt A. jede Operation, die eine ent-weder oberflächliche oder tiefer gehende, meistphysikalische Veränderung fertig gestalteter, doch