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Abbiß -
abstirbt u. sich ablöst. Bei kleinen Auswüchsen,Warzen u. solchen, die durch einen dünnen Stielmit dem gesunden Fleisch Zusammenhängen, kannder Laie zuweilen diese Operation selbst vorneh-men; bei größeren ist sie nicht ohne Gefahr u.muß dem Arzt überlassen bleiben; ferner so v.w.Abschnürung, eine Operation, die unmittelbar nachder Geburt am Nabel des Kindes vollzogen wird.
2) A., auch zulegcn, nennt der Zimmermann:sämmtliche zu einem Gebäude oder Bauthcile ge-hörigen Holzstücke zurcchtlegcn, bearbeiten, miteinander verbinden u. durch Zahlen oder andereZeichen so kenntlich machen, daß man sie wiederausciuandernehmcn, nach dem Bauplatze trans-portireu und dort leicht zusammenstcllen kann.
3) beim Böttcher: ein Faß mit allen nöthigcnReifen versehen. 4) (Eisenw.) dünne Eisensorten,z. B. Hufstabeisen, Nagelcisen, Schmiedeeisen inBunde v. 1, H u. j Ctr. bringen; geschieht aufbesonderen Gestellen (Abbindebänken). 5) so v. w.castriren. 6) absetzen, von der Muttermilch ent-wöhnen. 7) (Fechtk.) das erste Anlegen der Klingenan einander.
Abbist, 1) (Jagd) die vom Wild abgebisscncStelle der Holzpflanzen, ein Kennzeichen der ver-schiedenen Arten des Wildes. 2) (Teufels A.)Luveisa pratensis L/venc/i.
Abbitte, bei Jnjurienklagcn die dem Belei-diger vom Richter aufcrlegte Erklärung: zu be-reuen, den Gegner beleidigt zn haben. Auf Wider-ruf erkennt dagegen der Richter, wenn Jemandeines bes. Verbrechens beschuldigt worden ist u.der Beleidiger also die Erklärung abgeben muß,daß Jener dies Verbrechen nicht begangen habe.Beide Ahndungen sind eigentlich nurprivateGcnug-thuungen, nicht öffentliche Strafen, weshalb sie inder neueren Rechtspflege meist abgcschasft wor-den sind.
Abbittibee, Territ. in brit. NAmerika, 49 °n. Br. u. 70° u. 80° w. L., vom Barricanareflußdurchschnitten, der in die Jamcsbai mündet.
Abblascn, 1) (Hüttcnw.) Operation, mittelsderen von Zeit zu Zeit ein Theil des Kesselwasscrsaus Dampfkesseln entfernt wird, um damit ange-sammeltcn Schmutz, od. bei Salzgehalt des Speisc-wassers einen Theil der durch Vcrdanipfen desWassers concentrirten Lösung entfernen u. durchneues Wasser ersetzen zu können. Auch das voll-ständige Entleeren eines Dampfkessels behufsgründlicher Reinigung durch Befahren desselbennennt man so. Da gewöhnlich die Operationbei noch vorhandener Dampfspannung, wenn auchbereits verminderter, stattfindet, u. der Dampfschließlich abbläst, nennt man das Ganze A. einesKessels. Zum Entleeren dienen entweder an einerzugänglichen Stelle in ein Loch cingctriebene ko-nische Stahlzapfen, die man beim Gebrauch mitdein Hammer von außen nach innen hineintreibt,od. Hähne u. Ventile. Zapfen können natürlichnur bei beabsichtigter vollkommenen Entleerungangewandt werden, da man dieselben sonst nichtwieder cinsetzen kann. Bei guter Kesselwartuugsoll das theiliveise A. jeden Abend geschehen. Auchvon Sicherheitsventilen, wenn dieselben sich öffnen,sagt man, sie blasen ab. 2) (Jagdw.) durchHornsignal die jagenden Hunde zurückrufcn, od. die
- Abbot.
Treiber anweisen, daß sic „abbrechcn" sollen; eineJagd durch Hornmusik beschließen. 3) (Kriegsw.)so v. w. abschlageu.
Abblatten (Blatten) heißt verschiedenen land-wirthschaftlichcn Cultnrpflanzcn, best der Runkel-rübe (Lsta vnlxaris 71.), einen Theil der Blätternehmen. Es geschieht dies nur dort, wo Mangelan Futter, u. wirkt, wenn nur die im Abstcrbenbegriffenen Blätter abgebrochen werden, nichtnachthcilig auf die Pflanze, während, wenn dieseihrer noch frischen Blätter beraubt wird, derErtrag und namentlich der Zuckergehalt darunterleidet.
Abblätterung (Med.), Exfoliation a) der Hautfindet statt nach mancherlei örtlichen od. allgemeinenHautkrankheiten u. besteht in der Abstoßung deräußersten Schichten der Oberhaut; sehr häufig istwährend derA. der Organismus recht empfindlich,u. es erheischt demnach dieser Vorgang die größteSorgfalt seitens des Kranken, des Arztes undder Umgebung; b) A. der Knochen ist ein Vor-gang, der bei Nekrosen meist von selbst sich voll-zieht, zuweilen aber auch künstlich bewirkt wird,u. nur an den dichtesten Thcilcn langer wie breiterKnochen möglich ist. Vergl. P. Boulay, Disssrt.sur I'sxtoliation äss os. Par. 1814; Tenon,Irois msmoiros sur l'oxkoliation ckes os. Par.1758—60 (in den Denkschriften der Akademie derWissenschaften).
Abbo (A. v. Fl eury, bloriaesnsis), geb.845 in Orleans. Im Kloster Fleury gebildet,wurde er zuletzt Abt desselben, verdient um Her-stellung der klösterlichen Zucht in England u. Frank-reich. In einem Streite der Mönche zu Reoleverwundet, st. er 1004.
Abbohren, 1) (Bergb.) ist das Niederbringeneines Bohrloches. Man braucht den Ausdruck na-mentlich für Abtcufcn von Schächten mittels großerBohrer. Es wird bei dieser Art die Wasserhal-tung erspart. Hat der Schacht die Lagerstätteoder die gewünschte Tiefe erreicht, so wird dasWasser ausgepumpt, oder auch der Schacht unterWasser verdichtet. 2) A. eines Thciles wendetman in mechanischen Werkstätten an bei Stücken,denen man auf andere Art nicht passend beikommenkann. Man bohrt nahe an der Grenze der zuentfernenden Thcile eine Reihe Löcher, beseitigtden Theil mittels einiger Hammerschläge undebnet die neue Fläche mit Mcisel u. Hammer.
Abbohrer nennt der Stcinhaner den längstenBohrer, mit dem er beim Steinbrcchcn dasSprengloch zuletzt ausbohrt.
äbbonamonto, 1) die Verbesserung eines Grund-stückes. 2) die Anerkennung einer Rechnung.
Abbondio, Df. im schwciz. Kant. Tessin, 7 ümvon Lugano, viel besucht wegen seines schönenAtrium u. seiner Monumente von den BildhauernSemaini, Vela„u. Rossi.
Abbot (spr. Äbbot), 1) George, engl. Prälat,geb. zuGuilford 28.Oct.1562, zuletztseit1610Erz-bischof von Canterbury. Er war einer von den Über-setzern der engl. Königsbibel; 1608 in Schottland,um eine Vereinigung der dortigen Episkopalkirchemit dcrenglischcninsWerk zu setzen; KönigJakobl.holte in den wichtigsten Staats- u. Kirchcnsachenseinen Rath ein, wobei A. dem Hange des Königs