Abberufung -
<Ake, Oschelle, Oleuri und Aguru), welche dasRecht haben, dem Egbavolke einen König zugeben. Lebhafter innerer und äußerer Handels-verkehr; Ausfuhr von Palmöl u. anderen Lan-besproducteu über die Seeplätze Lagos n. Badagry(im Besitze Englands). Obgleich erst 1825 ge-gründet, soll die Zahl der Ew. sich schon auf110—150,000 belaufen, darunter etwa 2000Christen. Der ehemaligen erfolgreichen engl. Mis-sionsthätigkeit ist seit der gegen dieselbe gerichtetenRevolution im Oct. 1867 der Boden entzogen.In A. erschien s. Z. alle 14 Tags eine vonNegern heransgcgebene Zeitschrift in der Landes-sprache (Egba) unter dem Titel Irvs Irodiu d. i.Buch der Neuigkeiten. Die Stadt wurde 1864 vondem König Bahadnng von Dahome belagert,das 10 — 14,000 Mann starke Heer desselbenaber mit großem Verluste von den Egba zurück-geschlagen, die sich auch anderen Angriffen ihrerNachbarn gegenüber bis jetzt unabhängig er-halten haben. Die Umgegend der Stadt ist gutbewässert u. hat Weiden n. Plantagen von Mais,Maniok, Baumwolle re. Vgl. W. Hofsmann,A., Verl. 1859.
Abberufung (lat. Xvooatio). Jeder Auftrag(Vollmacht, Mandat) endet durch den Widerrufdes Auftraggebers; ein solcher Widerruf ist dieA. des an einem dritten Orte befindlichen Be-vollmächtigten, insbes. des Gesandten, sei es,weil das Geschäft beendigt ist, sei es, weil einAnderer fernerhin der Vertreter sein soll, oderaus sonstigen Gründen. Die A. eines Gesandtenkann ein Zeichen des Bruches zwischen zweiStaaten, sogar ein Vorbote des Krieges sein;in diesem Fall geschieht die A. beiderseits, oderder Gesandte des fremden Staates wird durchZusendung seiner Passe gleichzeitig mit derZurückbernfung des eigenen Gesandten zur Ab-reise veranlaßt. — N. der Abgeordneten alsVolksvertreter in der Kammer eines constitutio-nellcn Staates, s. Abgeordnete. — A. des Pro-rcsses (avooatio oausas) nennt man die Abfor-derung der Acten von einem Untergerichte durch«in höheres Gericht, welcher die Uebertragungan ein anderes zu folgen Pflegt, einer der Fälledes außerordentlichen Gerichtsstandes. Sie tritt nurauf Grund einer Beschwerde von Seiten der Klagen-den wegen hartnäckig verweigerter oder verzögerterRechtspflege, nicht aus polit. Gründen, ein. —A-s- oder Abfordcrnngsrccht (jus avocamli odercksvolntionis) nennt man das Recht des Fürstenoder höheren Gerichtshofes, in besonderen Fällendie Bearbeitung einer Rechtssache einem sonst zu-ständigen Gerichte zu entziehen und selbst zuübernehmen, ein Recht, das bes. dem Papst n.dem Erzbischof alsdann zusteht, wenn der ordent-liche Kirchenobere die nöthigcn Verfügungen be-harrlich unterläßt.
Abbcville, 1) Arr. im franz. Dep. Somme,umfaßt 11 Kant, mit 142,OOOEw. 2) Hptst. diesesBez., a. d. Somme u. Eisenb. Paris-Boulogne(Nordbahn), mit 19,400 Ew. (Die Gemeinde26,000 Ew.) Der Ort war zuerst eine Meiereider Abtei St.-Riqnier (lat. Name: Xdbatis villa),-erhielt dann von Hugo Capet im 10. Jahrh. einSchloß und wurde später Hauptst. der Grfsch.
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Ponthien in der Picardie. Die seither nachVauban befestigte St. ist 1867 als Kriegs-Platzaufgehoben. Sie war nie erobert worden. DieSomme, die bis an die Mauern der Ebbe undFluth unterworfen ist, thcilt die St. in zweiTheile. Die St. hat Jnstizpalast, Handelsgericht,Handelskammer, Communalcolldge, 14 Kirchen,darunter die von St.-Vnlfran im spätgothischenStil aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts,großes Kranken- n. Waisenhaus. Die Ew. treibenbedeutende Fabrikation u. Handel, namentlich inWollcnstoffen, Teppichen, Tuch, Strumpfwaaren.Leinwand, Seilerwaarcn, Garn, Seife, Gewehren;Gerberei, Färberei, Schiffbau, Buchdruckereien.Die älteste, von dem Holländer van Robais 1665errichtete Tuchfabrik beschäftigt noch über 500Arbeiter; 1667 entstand die erste Teppichfabril;Ludwig XIV. u. Colbert förderten bereits ihreIndustrie. Der Hafen^ist nur für Schiffe bis zu400 Ton. zugänglich. In A. wurde 1259 derFriede zwischen Ludwig IX. und Heinrich III.von England geschlossen. In der Umgegend hatman in neuerer Zeit Alterthümcr gesunden,Kicselgerüthe und Reste ausgestorbeucr Thiere,welche zu den ältesten Zeugnissen menschlicher Culturaus der sog. Steinzeit gehören und um derenAuffindung sich namentlich Boucher de Perthesverdient gemacht hat.
Abbcville, Connty im W. von SCarolina, auden Staat Georgia der Verein. St. grenzend,61,129 Ew. Abbcville, StationSort an derGreenville- u. Columbia-Eisenb.; 600 Ew.
Abbiate-grasso (Abbiagrasso), 1) Distr.der italienischen Pro». Mailand, 105,000 Ew.;2) befestigter Hptort darin am Naviglio Grande(Großen Kanal), der aus dem Ticino nach Mailandführt, mit 5000 Ew. (in der Gemeinde 10,000);Unterprüfectur, Prätur, Sparkasse, Waisenhaus,mehrere Scidcngespinnst-, Haartuch- u. Kerzenfa-briken, Reisbau. Die St. liegt in einer fruchtbarenGegend u. hat stets eine militärisch wichtige Bedeu-tung gehabt. 1167 wurde sie von Kaiser Fried-rich I. erobert; 1313 schlng hier M. Viscontidie Guclfen; 1524 capitulirte hier eine franz. Be-satzung, deren Haupthecr unter Bonnivet undBayard ans dem Rückzüge von Karl v. Bourbonund Marchese Pescara bei dem b,s Im nwcstl.liegenden Dorfe Rebecco geschlagen wurde. TieOesterrcichcr überschritten hier 1859 den Kanal.
Abbiäti, Filippo, mail. Maler, gcb. 1640,st. 1715. Er malte mit F. Bianchi die großeDecke in S. Alessandro Martire zu Mailand,ferner sind mehrere Altarbilder in den Kirchenzu Padua von ihm; sein Hauptwerk ist einePredigt des heil. Johannes zu Savoua. Ergehörte zu den vielgewnndten Barockmalcrns. Z., deren Leichtigkeit im Erfinden bekannt ist.
Abbinden, 1) die chirurg. Operation, wodurchkrankhafte Aftcrgebildc oder auch kranke Körper-theile ans unblutige Weise (ohne Schnitt) entferntwerden, indem man einen Faden od. eine Schnurvon Seide, Hanf, Draht in Form einer Schlingeentweder sofort so fest anlcgt, daß das krankeGebilde möglichst nahe an dem gesunden Körperabgetrennt wird; od. diese Operation erfolgt nachu. nach, wobei das krankhafte Gebilde allmählich