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Abbas-Pascha — Abbaye.
Herat nicht mehr, sondern st. während des Feld-zuges zu Messched im Dec. 1833. Er war dereinzige Mann in Persien, dem es ernstlich nmdie Hebung des verwahrlosten Pcrscrrciches znthun war, u. die Haupttriebfedcr aller rcforma-torischen Bestrebungen. Von seinen 24 Söhnenfolgte ihm Mohammed Mirza als Kronprinz u.1834 dem Großvater als Schah.,,
Abbas-Pascha, Bicckönig v. Ägypten, SohnTussum Paschas, Enkel Mehemcd Alis, geb.1813 zn Dschidda in Arabien, erhielt seine Er-ziehung in Kairo, wurde schon als Jüngling mitverschiedenen hohen Vcrwaltungsämtern betraut,später zum Gcneralinspcctor der Provinzen, dannzum ersten Minister u. Präsidenten des Rathcszu Kairo ernannt. Nach dem am 10. Nov. 1848erfolgten Tode seines Onkels Ibrahim Pascha wurdeer von den ausländischen Consuln als legitimerThronfolger anerkannt, durch Fcrman vom 7. Dec.bestätigt u. am 13. Jan. 1849 persönlich zu Con-stantinopcl durch den Sultan mit der Würdeeines Vicckönigs v. Ägypten belehnt. Ans Haßgegen fremde Cultur hob er die Civilisations-Anstaltcn seiner Vorgänger auf, erleichterte damit,sowie durch Ncduction der Kriegsmacht u. Ein-stellung der unzweckmäßigen Festungsbantcn u.Manufactur-Etablisscments zwar die Steuerlast,befreite auch den inländischen Handel von dendrückendsten Beschränkungen, schaffte die Kopfsteuerab, bevorzugte den Ackerbau u. schloß mit Englandeinen Eiscnbahnvcrtrag, schädigte aber ans deranderen Seite das Land empfindlich durch seinenWucher, seine Erpressungen u. die wieder cinge-führten Handelsbeschränkungen. Ebenso bigottals geizig und mißtrauisch, schonte er selbst dieGlieder seiner Familie nicht, die endlich die Pforteveranlaßt«:, ihn« die sofortige Einführung desTansimats zu befehlen, was er indeß dadurchumging, daß er gegen höheren Tribut sich von derPforte das Recht erkaufte, über seine llnterthancnwieder Frohn- n. Militärdienste, sowie die Todes-strafe verhängen zu dürfen. Beim Beginn desKrieges niit Rußland stellte er (Mitte 1853) demSultan 15,000 Mann Landtruppcn, Flotte undGetreidesendnngcn zur Verfügung. Er st. angeblichan einem Schlaganfall in seinem Wüstcnschloß,wo er mit seinen schönen Knaben u. Thicrcn dengrößten Theil seiner Regicrungszeit zugcbracht,13. Juli 1354. Sein Oheim Said Pascha folgteihm in der Regierung. Vgl. Ägypten.
Abbassabad, 1) russ. Festung in Armenien,am Aras. 2) Vorstadt von Jspahan.
Abbassah, Schwester des Khalifen Harun alRaschid, Gemahlin Dschaafars des Barmekidcn,kommt oft in „Tausend u. eine Nacht" vor. Weilsie nach Einigen den Dschaafar ohne Erlaubnis)Haruns gehcirathct, nach Anderen aber ihren heim-lich geborenen Sohn, um ihn vor den Nachstellun-gen des Bruders zu sichern, außer Landes geschickthatte, wurde sie von Harun mit dem Tode be-straft, nach Anderen blos verbannt.
Abbassidcn, s. Arabien u. Khalifen.
Abbate (ital.), Äbt.
Abbate, Niccolo dcll' (in Italien meistMesser Niccolo oder Niccolino), Historienmaler,geb. 1512 in Modena, gest. 1571 in Paris, an-
geblich Correggios Schüler, malte viel im Schlossezn Fontainebleau nach Primaticcios Entwürfen.Reich begabt, von lebhafter Phantasie u. großertechnischen Gewandtheit, trug er glcichwol durchsein Streben nach dem Äußerlichen viel zumVerfall der französischen Kunst bei.
Abbati, Giuseppe, ital. Maler, geb. 1836in Neapel, erhielt seinen erstcnllnterricht von seinemVater, seine weitere Ausbildung l 850—52 in derAkademie zu Venedig, wo er sich bcs. der Genre-,Architektur- u. Landschaftsmalerei widmete; nacheinigen Jahren ging er wieder nach Neapel u.malte vorwiegend architektonische Innenansichten,wobei ihm sein Studium der alten Venctianersehr zu statten kam. Eines der Bilder, womit erdie italicn. Ausstellung zu Florenz 1861 beschickte,kaufte der Staat. Sein „Singender Mönch" ent-stand 1865. Von seinen Landschaften u. ländlichenGenrebildern in der Weise Bretons ist bes. der„Chilo", Bauernfamilie,Siesta haltend, zu nennen.Er st. 20. Febr. 1868 in Florenz. Viele seinerWerke charakterisirt ein tief melancholischer Zug.
Aübatmi (Abatrni), 1) Guido Ubaldo, geb.1600, gest. 1656; Maler der röm. Schule, welchermit Romanelli unter Bernini für Papst Urban VII.die Zimmer des Vaticans in Rom ausschmückte;von ibm in Rom: eine Verkündigung (im Nonnen-kloster Sta. Clara), die Himmelfahrt der Maria(im Augustinerkloster), die Glorie (Deckengemäldeder Kapelle des Cardinals de Cornari in der KircheViktoria). Er zählt zu den Manieristen u. verband,die Wirkung zu erhöhen, als einer der Ersten diePlastik mit der Malerei, indem er aus Decken-bildern Reliefs heranstrcten ließ. Die Nothzwang ihn, Mosaik zn arbeiten; cs wurdenauch nach seinen Cartons Mosaiken ausgeführt.2) Antonio Maria, 1605 zu Tiferno geb-,st. 1677 zu Rom; ital. Kirchencomponist. Durchseine Motetten berühmt, wurde er Musikdirectoran St. Giovanni, dann im Lateran, später zuSt. Lorenzo bei den Jesuiten, 1649 au Sta.Maria Maggiore.
Abbau u. Ausbau nennt man die Verlegungder Bauernhöfe aus den Dörfern in die Feld-mark ihrer Ländereien, sowie auch die Anlageneuer Vorwerke auf größeren Gütern. Abbauund Ausbau haben in Betreff der Bewirth-schaftung der ncugebildctcn Grundstücke Vorthcilc,wenn dieselben auf zweckmäßigen Grundsätzenberuhen; sie ersparen Zeit und Arbeit, ermög-lichen eine bessere Beaufsichtigung der Arbeiter,vermindern die Abnutzung der Geräthe u. beugengrößerem Schaden durch Fcuersbrünstc vor. —Im Bergbau heißt Abbau eines Werkes die Artund Weise, wie die Mineralien der Lagerstättegewonnen werden (s. Bergbau). Eine Grube istabgcbaut, wenn der weitere Betrieb der-selben wegen der Erschöpfung des Erz- od. Kohlcn-rc. Vorrathes aufgcgeben wird.
Abbanmcn, 1) (Jagdw.) von Mardern,Katzen, Vögeln re., vom Baume hcrabkletternoder wcgfliegen. 2) (Web.), Gewebe vom Webe-banm nehmen.
Abbaye (l'), Dorf, 1220 Ew., im Jonx-Thaldes schweizer Kant. Waadt am Lac de Joux, mitehemaliger, 1140 gestifteter Prämonstratenser-
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