Abbadie — Abbas Mirza.
beschäftigten sich mit Sichtung und Bearbeitungderselben; Ant-s Sammlung von 234 Nummernäthiopischer n. amharischer Manuscripte, daruntergroße Seltenheiten, ist die vollständigste inEuropa. Derzeit erschienen nur einzelne Be-richte in engl. u. franz. Zeitschriften, darunter:Houvellss cln Inrut tlouvs Llano; 8nr lovine8nro8 da volumo des saux du üsuvo Llanoet du tionvo Lion stkeotussv pur Ll. Linunt-Lsz;;ibloto 8vr la ronto dn Lurlour; Voz'U^s dsvdoetonrs Xrupl ot Lobmann dano 1'^.Iriqus orion-rale; 8nr loo nsM-ss Huiubo oto. — 1860—63erschien in Paris von Antoine d'A.: Oeodssisd'Ltlnopio, ou trianxnlation d'uno partis ds laIlautv-Ltlnopis, welches die Geographie einesgroßen Theilcs des äthiopischen Hochlandes viel-seitig ganz neu beleuchtet, u. worin dieLageu.Höhevon etwa 850 Punkten, von R. Radau berechnet,bestimmt wird. Ferner: I/^.l>x88inio ot Io roi1'Iwodoros, Paris 1868; außerdem interessante Be-merkungen über die Länder der Gallas im Journalder Pariser Geographischen Gesellschaft. Arn. d'A.veröffentlichte Oonro aim dano la Hauto-Ltlnopis,
2 Bde., Par. 1868, einen zusammenhängendenBericht über die Reise der beiden Brüder. Durchdiese 2 Werke haben die Reisenden frühere Zweifelüber die Zuverlässigkeit u. Sorgfalt ihrer For-schungen beseitigt Eine Beschreibung seineräthiopischen Manuscripte veröffentlichte Ant. in:OataloFuo ruisonns do manuoorlto stbiopiono,Par. 1859. Die beiden Brüder leben auf ihrenBesitzungen bei Bayonne u. verkehren noch leb-hast mit den Ländern des oberen Nil.
Abbadie, Jacques, eifriger Theolog, gcb.1658 zu Nah in Bearn, wurde als Hugenottvertrieben, Prediger in Berlin, später in London,zuletzt in Irland, wo er 1727 st.; in der refor-mirten Kirche geschätzt als Prediger u. apologe-tischer Schriftsteller.
Abbähen, an irgend einem Theile des Kör-pers lauwarme Waschungen od. Bäder anbringen,welche den Zweck haben, Geschwülste, die in Folgevon Entzündungen entstanden sind, zu erweichen.
Abbansen, Getreide oder Futter aüs derBanse in der Scheune od. von der Miethe (Feime,Dieme) herabbringen n. hcrabwerfen.
Abbarch, Flecken im Arr. Chateaubriand desfranz. Dep. Loire inferieure; Eisenerze, Hohofen;2620 Ew.
Abbart od. Abbarth, Franz, Bildschnitzeraus Kerns in Unterwalden, st. 10. Sept. 1863;trat 1801 in Bern mit einem Crucifix, Niklasvan der Flüe u. Winkelricd auf, erhielt 1810 diegoldene Medaille n, arbeitete verdienstvolle Gcnre-scencn aus dem Hirtenleben.
Abbas (arab., der Dunkle), 1) A. Ebn AbdelMottalib, geb. 566, Vaterbruder Moham-meds, war anfangs Mohammeds Feind, nachder Niederlage bei Bcdr 624 dessen eifrigsterAnhänger; er st. 652. Er ist der Stammvaterder Abbassiden. Vgl. A. Sprenger, Das Lebenu. die Lehre des Mohammed, Bcrl. 1861—65,
3 Bde.; G. Weil, Histor.-krit. Einleitung in denKoran, Vieles. 1844. 3) A., Sohn des KhalifenMamun, entsagte nach seines Vaters Tode demThron zu Gunsten seines Oheims Motassem
Billah, empörte sich aber später gegen diesen,ward gefangen u. st. 839 im Gefängniß. Er istder Held mehrerer arabischen Erzählungen. 3) N. I-,,der Gr., geb. 1558, Sohn von Mohammed Mirza,.Schah von Persien, ans der Dynastie der Sofi,.bestieg nach Ermordung seiner älteren Brüder1585 den Thron, nachdem er vorher beinaheunabhängig die Statthalterschaft von Khorassangeführt hatte. Das bei seiner Thronbesteigung vonTürken u. Uzbeken hart bedrängte Reich schützteer durch glückliche Kriege. Durch den Sieg beiHerat 1507 befreite er Khorassan, erweiterte u..sicherte die östl. Grenze vor den Plünderungender Uzbeken. Gegen die Türken, denen er 1590"Ghilan entrissen, eroberte er in mehreren Feld-zügen Ascrbeidschan in Armenien, 1613 Georgien,1621 das den Persern besonders heilige Bagdad.Im Bunde mit der engl.-ostindischcn Compagnieentriß er 1622 den Portugiesen Ormus. Mit:gleicher Energie ordnete er die zerrütteten innerenVerhältnisse, begünstigte den Handel durch Straßen-bau u. förderte die Landwirthschaft; Jspahan, da-;er zur Residenz erhob, u. andere Städte schmückteer mit Prachtbauten. Tolerant gegen das Christcn-thum, duldete er Europäer, stand in diplomatischemVerkehr mit Spanien ».England, dasSirDodmorcCotton nach Persien schickte. Umsicht u. Thatkrafteichneten seinen Charakter aus, der jedoch nicht:rei war von Zügen wilder Grausamkeit, die er bes.gegen seine Söhne an den Tag legte. Ein gläu-biger Anhänger des Islam, neigte er stark demAberglauben zu. Er st. 1628. 4) A. II, seinUrenkel, regierte 1641—66. 5) A. III., 1732 -36,s. Persien.
Abbas Mirza, gcb. um 1783, 2. Sohn FcthAlis, Schahs v. Persien, u. dessen erklärter Nach-folger. Ein edler, tapferer Charakter, mit schätzens-werthen Talenten begabt, liebte er europäische Sitten:u. Wissenschaften, suchte sein Vaterland dem Ein-fluß Rußlands zu entziehen n. schloß sich mehran England an. Noch sehr jung zum Statthalterin Tcbris u. Ascrbeidschan ernannt, legte er in:Tcbris ein Arsenal, Gießereien, Druckerei re. an,,eröffnete Bergwerke u. ließ durch englische Offizieresein Heer ausbilden; doch scheiterten diese Unter-nehmungen an der Geldnoth Persiens n. dessen zer-rütteter Staatswirthschaft. Als Persien an Ruß--land unter franz. Einfluß 1811 den Krieg er-klärte, führte der Kronprinz die Hanptarmee, aberunglücklich: der Friede von Gulistan l2. Oct. 1813kostete Persien die Länder am Kaukasus. 1826trieb er selbst niit Hussein-Kuli-Khan den Vaterzur Kriegserklärung gegen Rußland, mußte aberwiederum bei aller Tapferkeit weichen u. durch,den Frieden von Turkmantschai 22. Febr. 1828seinen Antheil von Armenien überlassen. Wenndagegen dem Kronprinzen A. in diesem Friedenvon Rußland die Thronfolge zugcsichert wurde, sozeigt dies nur, daß von nun an Persien seinenBeziehungen zu England entsagen mußte u. inein gewisses Abhängigkeitsvcrhältniß zu Ruß-land trat. 1829 ging A. in Folge der Ermordungdes russischen Gesandten zu Teheran nach Peters-burg, wo er mit Auszeichnung ausgenommen wurde.1831 u. 32 bekämpfte er die Kurdenhäuprliuge'von Khorassan, vollendete aber die Eroberung von