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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Abalieniren Abandon.

ein, indem er die allgemeinen Begriffe wederfür bloße Worte oder Namen, wie die strengenNominalisten, noch für wirkliche Dinge, wie diestrengen Realisten, erklärte, sondern für vomVerstand gebildete Begriffe, denen aber nurdann Realität zukomme, wenn sie sich auf wirk-liche Dinge bezögen. A. war der erste offeneVertreter der rationalistischen Richtung in derKirche, indem er den Glauben auf Vernunft-grundsätze zurückzuführen begann u. lehrte, daßder Verstand dem Menschen von Gott verliehensei, um die ausschweifende Phantasie zu zügeln u.den religiösen Glauben durch freies Nachdenken aufÜberzeugung zu begründen, ihn aber nicht ohneeigenes Prüfen in der überkommenen Form an-znnehmen, ferner daß die Reue und Buße nurdurch gewonnene eigene Erkenntniß des Bösenin den Handlungen, nicht durch äußerliche Ge-bräuche der Kirche selig machen könne. SeineLehren wirkten auch durch Klarheit n. Schönheit desVortrages mächtig auf seine Schüler. A. dichteten. componirte auch Hymnen. Seine (und seinerGeliebten) Schriften wurden herausgegebcn vonTuchesne, Par. 1616; von Cousin, Par. 184!) bis1859, zum Theil deutsch von Rheinwald, Bcrl.1831; ferner die Ilwtoria ealamitatnm. eineSelbstbiographie, von Orelli, Zürich 1841, und8 io ot non, eine Sammlung dogmatischerWidersprüche der Kirchenväter, von Henke n. Lin-denkohl, Mark. 1851. Über seine Lehren: I. H.F. Frerichs, (loiuinentatio äs ?stri Xbaolaräiäootrina äoMnatioa ob inorali, äenas 1827;D. I. H. Goldhorn, 6 onnnent. Instorieo-tiiso-lo^ioa, äs sunnnis prinoipiis Illioolo^iao ,Vbas-iaräi. Inpsias 1836; Hayd, A. u. feine Lehreim Verhältnis; zur Kirche u. ihrem Dogma, Re-gensb. 1863; Das Leben rc. Abälards wurden. a. beschrieben von: CH. de Remufat, Xbelarä,Par. 1845, 2 Vol.; Feuerbach, A. n. H., oderder Schriftsteller und der Mensch, Lpz. 1844;Carrierc, Gießen 1844u. 53; Jacobi, Berl. 1850;F.Cy. Schlosser, Abälard u. Dulcin, Gotha 1807.

Abalieniren (v. Lat.), veräußern, entwenden,abspenstig machen; daher Abaliönation, im Röm.Recht eine Art Veräußerung, wodurch das Eigen-thnmsrecht an der Ros irmnoipi an Andere über-tragen wird. Xbaliönanäi jus, Veräußerungs-recht, s. u. Veräußerung.

Aüaligetcr Höhle (Paplika), berühmteTropfsteinhöhle beim Dorfe Abaliget im Bez.Szcnt-Lörincz des ungarischen Com. Baranya,1 l üm nordwestl. von Fünfkirchen. Unter der Ein-gangshöhle, die 5 , 5 6,25 m breit, 38 m lang u.stets bis 0,5 in hoch mit Wasser gefüllt ist, fließtans einer Spalte ein eiskalter Bach hervor. DieHaupthöhle ist 040 in lang n. bildet, ihrer gan-zen Länge nach von einem Bache durchströmt, dieverschiedenartigsten Partien mit den schönstenTropfstcingebilden, so daß sie der berühmtenAgtelekcr Höhle (s. d.) wenig Nachsicht. Manfindet darin nicht nur Menschengebeine u. Thier-knochcn, sondern auch lange, 1^ m hohe Mauernu. 14 in die Felsen gehauene Stufen, deutliche!Spuren eines längeren Aufenthaltes menschlicherBewohner.

Abälns (Abalum, a. Gcogr.) nannten die

Alten nach Berichten des Reisenden Pytheas(bei Plinius) eine Insel in der Ostsee, welcheso reich an Elektron (Bernstein) sei, daß dieBewohner ihn zur Feuerung benutzten. Früherhielt man für dies Malus der Alten die jetzigepreußische Küste am Frischen und Kurischen Haff,später die dänische Insel Bornholm. Nach derAuffassung Dahlmanns (Geschichte von Dänemark,Gotha 1830, 1 . Bd. 1. Cap.) kann cs jedoch nurdie schleswig-jütische Küste gewesen sein.

Abaucay, Prov. in Peru, Dep. Cuzco, mitSilberminen; auch die Hauptst. derselben, etwa5000 Ew.; ein Fluß in Peru, welcher unweitCuzco in den Lanxa mündet; endlich ein Ge-birge in den Cordilleren von Peru, welches zumQuellgcbiete des Apurimac gehört.

Abanconrt, Charles Lavier Joseph deFranquevillc d', franz. Minister, geb. 4. Juli1758 zu Touai, ein Neffe Calonnes. Beim Aus-bruch der franz. Revolution Hauptmann bei derCavallerie, wurde er nach dem Ausstande dersog. Föderirten am 20 . Juni 1792 von KönigLudwig XVI. als gemäßigter Anhänger derBewegung znm Kricgsminister ernannt. Er er-schien indessen nur einmal in der Nationalver-sammlung, um Rechenschaft über die Vertheidi-gnng der Nordgrenzcn abzulegen n. sich gegendie Anschuldigung zu vertheidigcn, als sei mitWissen der Regierung gestoßenes Glas unter dasden Soldaten gelieferte Brod gemischt worden. Nachdem Sturm auf die Tuilerien 10. Aug. wurdeA. als ein Feind der Volksfreiheit verhaftet,nach Orleans ins Gefängnis; geschleppt u. aufdem Rücktransport nach Paris 10. Sept. in Ver-sailles von Pariser Banden nebst 50 Genossen er-mordet.

Abanconrt, Charles Frerot d', Offizierim französischen Jngcnicurcorps, der sich berühmtgemacht einmal durch seine wcrthvolle Samm-lung von selbstgcfertigten Plänen u. Karten vonder Türkei, wo er auf Befehl Ludwigs XVI.bis zum Ausbruch der französischen Revolutionlängeren Aufenthalt genommen; dann durch dieDienste, welche er als Jngenienrgeograph in derconstitnirenden Versammlung leistete, u. endlichdurch eine noch heute schützcnswerthe General-karte der Schweiz und eine Karte von Bayern,welche er als Chef des topographischen Bureausder Donauarmee von 1800 anfertigte; letztere warkaum vollendet, als A. in München 1801 starb.

Abänderung, Wechsel in der Weife des Da-seins überhaupt, bes. die, welche die Gestalt u.Form eines Organismus (s. Variation) oder einerSache betrifft; so A. der Klage, s. u. Klage;A. der Strafe, s. Strafänderung.

Abandon ,.(v. franz., auch Abandonnement),Abtretung, Überlassung bis zur Prcisgebung.Im secrechtlichen Versicherungsvertrag ist cs dieÜberlassung des versicherten Gegenstandes durch denVersicherten an den Versicherer gegen Zahlungder Versicherungssumme. Sie ist zulässig, wennder versicherte Gegenstand zwar nicht völlig ver-loren ist, denn alsdann ist nichts zu abandon-niren, aber der Hauptsache nach als nnterge-gangen erachtet werden kann. Über das Einzelneweichen die Secrechte ab. Tie beiden großen, inGe-