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Abodsochen -
März 1095 als Letzter seiner Dynastie. Vgl.L. Viardot, Ilssai sur l'bist. des Fratzes eides Flores d'Lspagns, Lar. 1833, 2 vol.;
R. Dozy, Hist, des Nusnlmans d'Lspa^no,I-szde 1861, 4 vol.; Derselbe, Aistoria ^.badi-tsrnm, Lcyd. 1846—52, 2 Bde.
Abadsechen (Abuscch) oder Abchaseti,Abadzen,am nordöstlichen Abhang des Kaukasuswohnender, etwa 145,000 Seelen zählender Stammder Tschcrkessen, mohammedanischen Glaubens;vgl. Abchasien.
Abä'r (Abi), wird von den Abessiniern derOberlauf des blauen Nil genannt. Er entspringtim Distr. Salakä am Ostabhang des etwa 2500 whohen Gisch-Abal in Abessinien.
Ablttte, Nebenfl. des S. Francisco in Brasilien.
Abaka Khan, mongolischer Beherrscher Per-siens (1262—84), s. Persien.
Abakansk, Ostrog (d. h. eine Befestigung mitbloßen Pallisaden) n. Stadt im Kr. Krasnojarsk,ostsibirischen Gouv. Jenisseisk, in dem malerischenThal des wasserreichen Abakan, linken Nebenfl. desJenisei, mit etwa 2000 Ew., darunter viele Ver-bannte. A. wurde von Peter d. Gr. 1707 als Fortangelegt. Die Bevölkerung der fruchtbaren Gegendmit mildem Klima treibt Zobelfang, Viehzucht,Anbau von Hopfen, Melonen, Tabak, sowie Koh-lenbergbau. In der Umgegend, wie überhauptim südlichen Sibirien viele alte Grabhügel, Gräberder Li Katai von den Tataren genannt, worinman Gold- u. andere Metallzierrathe findet. AmAbakan stehen hier u. da steinerne Darstellungenvon Menschen von 2—3 m Höhe, deren Inschriftenbis heute nicht genügend erklärt werden konnten.— A. heißt auch die Gebirgskette parallel mitdem Altai vom Flusse Tom bis Jenissei.
Abakns, s. u. Abacus.
Abalak, befestigter Ort im sibirischen Gouv.Tobolsk, am Jrtysch, der mit dem Abalakischen Sec(Ebalak Binrcn) in der Nähe verbunden ist. A.besitzt ein wnnderthätiges Marienbild, das jährlicheinmal in dem 15 Lm entfernten Tobolsk zurVerehrung ausgestellt wird.
Abiilard, Pierre (Abailard, Abelard, Abae-lardus), geb. 1070 zu Palet (Palais) bei Nantes(Bretagne), einer der bedeutendsten Scholastikerund Theologen des 11. u. 12. Jahrh., überließaus Liebe zu den Wissenschaften feinen Brüderndie Rechte der Erstgeburt, beschäftigte sich mitDichtkunst, Beredtsamkcit, Philosophie, Theologie,Jurisprudenz, griechischer,lateinischer u. hebräischerSprache, bezog dann die Universität Paris, umunter Wilhelm v. Champeaux Philosophie n. Dia-lektik zu studircn. A. machte hier solche Fortschritte,daß er bald seinen Lehrer in der Dialektik übcrtrasund den Nominalismus gegen ihn, den Vertreterdes Realismus, mit großem Scharfsinn verthei-digte. Das zog A. den unversöhnlichen Haßdieses Gelehrten zu, infolge dessen er Paris aufeinige Zeit verließ. Seit 1102 lehrte er inMclun, Corbeil und St.-Gcneviiwe und gewannimmer mehr Schüler. Als Champeaux Bischofvon Chalons geworden, übernahm A. 1118 dieLeitung der Schule bei der Kirche Notre-Damczu Paris u. erreichte hier den Höhepunkt seinesRuhmeS. Die ausgezeichnetsten Männer seinerPürers Univcrsal-Convcrsattons-Lexikoii. 0. Ausl. I.
— Abälard.
Zeit, wie der nachmalige Papst Cölestin II., PetrusLombardus, Berengar, Arnold von Brescia,waren seine Schüler; A. das anerkannte Hauptaller Dialektiker. Um diese Zeit beginnt seintragisches Licbesschicksal; 38 I. alt, gab sich derberühmte Gelehrte einer glühenden Leidenschaftfür seine 17jährige, ebenso schöne als geistreicheSchülerin Heloise, Nichte des Canonicns Ful-bert, hin und fand gleiche leidenschaftliche Erwi-derung. Als Fulbert sie trennen wollte, ent-führte A. die Geliebte nach der Bretagne, wo sieihm einen Sohn gebar, der aber bald starb.Nach einer heimlichen Vermählung mit FulbertsWillen kehrte Helolse zwar in das Haus ihresOheims nach Paris zurück, leugnete aber ihreEhe, nur A. nicht in der Erlangung priesterlicherWürden hinderlich zu sein. Dadurch u. durch einezweite Entführung seiner Nichte gereizt, ließ Ful-bert A. Nachts überfallen u. entmannen, um ihnnach dem kanonischen Gesetze zu priesterlichenWürden ,'nfähig zu machen. A. zog sich nunin das Äostcr St. Denis zurück, u. Helolse nahmzu Argenteuil den Schleier. Seine aus allenLändern herbciströmcndcn Verehrer vermochtenihn aber dazu, wieder Vorlesungen zu halten.Von nun an hatte A. mit steten Verfolgungendurch seine Gegner und die Mönche zu kämpfen,während sein unglückliches Vcrhältniß zu Helolseihn schmerzlich beschäftigte; ihr Briefwechsel undseine Liebeslieder sind ebenso leidenschaftliche wierührende Zeugen davon. Auf der Kirchenver-fammlung zu Soissons 1121 wurde seine Schriftlutroduetio ad tüsolossiam zum Feuer und A.zur Haft im St. Medarduskloster verurthcilt.Später ging er nach Nogcnt a. d. Seine u. er-baute hier eine Kapelle u. Klause, Paraklct ge-nannt, welche von seinen Schülern zu einer großenStiftung erweitert wurde, die er nach seiner Er-nennung zuni Abt v. St.-Gildes-de-Rnys in derBretagne an Helolse übergab. 1136 nahm erseine Lehrthätigkeit auf Mont-St.-Geneviöve wie-der auf, doch brachten es seine kirchlichen Gegner,darunter Bernhard v. Clairvaux u. Norbert v.Laon, dahin, daß 1140 aus dem Concil zu Sensseine Lehren verdammt und dieses Urthcil vomPapst Jnnoccnz II. bestätigt wurde. DurchPeter den Ehrwürdigen, Abt zu Clugny, mitdem Papst u. seinen Feinden ausgesöhnt, nach-dem er seine Lehre von der Dreieinigkeit u. Er-lösung widerrufen, lebte A. zu Clugny in stren-ger klösterlicher Zucht seinen Studien n. der Lehr-thätigkeit, bis er erkrankte, u. auf Anrathen derÄrzte nach der Priorei St.-Marcellus bei Cha-lons gebracht, dort am 21. April 1142 starb.Helolse ließ ihn im Paraklct begraben, wo sieihm selbst erst 1163 im Tode folgte. Beider Aschewurde 1808 in das Museum der französischenDenkmäler zu Paris gebracht u. 1818 in einemeigens dazu erbauten Denkmal auf dem Kirch-hof Pöre Lachaife beigesetzt. Obivol A-s Ruhmzum großen Theil in seinem traurigen Licbcs-schicksal beruht, muß doch anerkannt werden, daßer ein Mann von hervorragendem Talent undumfassendem Wissen war. In dem berühmtenStreite der Nominalistcn u. Realisten (s. u. Scho-lastik) schlug er eine mehr vermittelnde Richtung
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