Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14

Aaron

Belt, durch den 660 m breiten Aarösund vomFcstlande getrennt, etwa 14ffZiim (j- iHM) großu. ziemlich fruchtbar. Von der einzigen Ortschaftder Insel, dem Fischerdf. Aaröby 250 Ew., gehtdas Postboot nach dem gegenüberliegenden Post-hof Aarösund, mit gutem Hafen, n. von da nachAsiens auf Fünen. 1848 fand im Aarösund einGefecht zwischen dänischen Schiffen und deutschenFreischaaren unter v. d. Tann statt.

Aaron, nach der israelitischen UebcrliefcrungSohn Amrams und der Jochcbed, älterer BruderMoses (2. Mos. 6, 20. 7, 7; 4. Mos. 26, 59),stand dem Letzteren am Hose Pharaos alsSprecher zur Seite u. that Wunder. In seinerGlaubcnsüberzeugung nicht so fest wie Mose, ver-fertigte er auf das Andringcn des Volkes dasgoldene Kalb", ein Abbild des ägyptischen Apis,welches die Israeliten alsdann abgöttisch verehr-ten. Trotzdem ward er zum Hohenpriester ge-weiht, u. wurde in seiner Familie die Würde desHohenpriesters erblich. Wol Bezug hierauf hatdie Sage von A-s grünendem Stabe (4. Mos.17). Als Hoherpricster trug er auf seiner Brustzwölf kostbare Edelsteine (Aarons Brustschild),welche später Karl der Gr. in seiner Krone zuhaben glaubte. A. st. 128 I. alt, im 40. I. desAuszuges aus Ägypten, auf dem Berge Hör ander Grenze von Edom, wo man noch jetzt seinGrab in der Nähe der Ruinen von Wady-Musazeigt. In der hohenpriesterlichen Würde folgteihm sein dritter Sohn Eleazar.

Aaron oder Nhron, christlicher Presbyter u.Arzt in Alexandrien, zur Zeit des Kaisers He-raclius (7. Jahrh. n. Chr.), schr. ,,?rmäeets,s me-äioinas" in 30 Abth. syr., die von Sergius umzwei vermehrt und von Mascrdschewcih in dasArabische übersetzt wurden. Man sagt aber, daßSergius vor A. lebte. Vgl. F. Wüstenfeld,Gesch. der arabischen Aerzte und Naturforscher,Gött. 1840.

Aaron, Halbinsel im franz. Dep. Ille etVilaine, mit der Stadt Set. Malo.

Aaronsstab u. Aaronswurzel, oft gebrauchteaber fälschliche Schreibweise für Arousstab 4c., s..4rum.

Aar-Tojon, das höchste Wesen der Sacha-lar (Jakuten). Tojon heißt Oberherr.

Aarwangen, Bez.-Amtsst. im schweizer Kant.Bern mit 1800 Ew., an der Aar. Ackerbau u.Viehzucht, große Viehmärkte. Im Schlosse Sitzdes Regierungs-Statthalters.

Aas, 1) das Fleisch eines todten, namentlichverwesenden Körpers (u. daher Schimpfwort).Näheres unter Cadavcr u. Verwesung. 2) Lock-speise, bes. für Fische. 3) Bei den Gerbern dasden Häuten anhaftende Fleisch (s. Aasen, Aas-seite). Vgl. Aaß.

Aas, Badeort so v. w. Eaux bonnes.

Aasblnme, 1) so v. w. Arum. 2) so v. w.Ltapelia tursuta, vgl. Aaspflanze.

Aaschaur, ein Hauptfcst der Perser zumAndenken an Hussein und Hassan, Alis Söhne.Es dauert 10 Tage mit Büßungen u. Almosen-austheilungen; Allen, die währenddessen sterben,stehen die Pforten des Paradieses sogleich offen.

Aasgeier.

Aasen, Abaascn, bei den Gerbern das Fleisch(s. Aas 3) von den Häuten abschaben.

Aasen, Jvar Andreas, nörwegischerSprach-forscher, geb. 5. Aug. 1813 zu Lrsteen, VogteiSöndmör in Norwegen. Als Sohn armer Laud-leutc erhielt er nur eine dürftige Jugendbildungu. erst seit 1833 allgemeine Schulbildung. Seit1835 Hauslehrer in seinem Geburtsorte, beschäf-tigte er sich mit der Flora der nächsten Umgegend.Das Suchen nach vaterländischen Pflanzennamenführte ihn auf das Feld der norwegischen u. über-haupt der nordischen Sprachen. Eine kleine Ab-handlung über die SöndmörscheMundartverschaffteihm die Unterstützung der Norwegischen Gesellschaftder Wissensch. zu Drouthcim, so daß er Norwegenzur Erforschung seiner sämmtlichen Dialekte durch-reisen konnte. Seit 1847 in Christiania, gab erdort 1848 u. 1850 zwei Werke heraus: Grammatikder norwegischen Volkssprache u. Wörterbuch dernorwegischen Volkssprache, welche ihm auch imAuslände Anerkennung verschafften und 1864 u.1873 in neuer Bearbeitung als Norwegische Gram-matik u. Norwegisches Wörterbuch erschienen sind.1850 bewilligte ihm das Storthing ein Jahrgehaltzur Fortsetzung seiner Forschungen^ 1852 wurdeA. zum Mitgliede der Gesellschaft perWissenschaftengewählt. Von seinen weiteren Werken sind ?rövorak Iwnäsmaalsb i Hor^s (Dialektprobcn) 1853und Horstes OräsprvA (Sprichwörter), 1856, diebedeutendsten. A. hat sich ein großes Verdienst umdas Studium der norwegischen Dialekte erworben;doch hat sein Bestreben, aus denselben eine neuegemeinsame norwegische Schriftsprache zu schaffen,nur geringe Aussicht, die seit Jahrhunderten cin-geführtc dänische Schriftsprache zu verdrängen.

Aasfliege (Nusea oackaverina 74»r.), glän-zend goldgrüne, zuweilen ins Rothe od. Blaueschimmernde Fliege mit glashellen Flügeln u.schwarzen Tastern u. Beinen; 45 mm lang;gemein, vorzüglich auf Aas.

Aasgeier, Aasvogel (Oattmrtss 77k.), Tag-raubvogel aus der Familie der Geier (s. d.),mit theilweise od. ganz, nacktem Kopfe; Schnabelgrade, lang mit schwach gewölbter Kuppe; Nasen-löcher horizontal, parallel der Schnabelfirstc.Man unterscheidet: 1) A. der alten Welt(Usopbron Sau.), Vorderkopf u. Kehle nackt; Na-sciischcidewand nicht durchbrochen; nur zwischenden äußersten Zehen eine Bindehaut. Hierzu derägyptische Ä., heilige Geier oder Schmutz-geier (71. peronoptsrus 73.). Im Alter gelblichweiß mit schwarzen Schwingen, in der Jugendbraun; 70 em groß, klaftert nahezu 2 m; lebt inSüdeuropa u. einem großen Thcile Afrikas. Machtsich namentlich in Ägypten durch Aufräumen vonAas in den Straßen w. schr nützlich, so daß ihndie alten Ägypter zu den heiligen Thiercn rechne-ten, u. er auch jetzt noch in Afrika überall geschont'wird, ebenso wie der westafrikanischc Mönchs-geier (71. xilsatws), der gleichfalls llnrath u.Aas vertilgt. Auf dieselbe Weise machen sichin Amerika nützlich u. werden deshalb geschont:2) die A. der neuen Welt (datlmrtss 0.)mit nacktem Kops u. oberen Halse, durchbroche-ner Nasenscheidcwand u. mit Bindehaut zwischenallen 3 Vorderzehen. Hierher der buntköpfige