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Aargletscher —- Aarö.
Hälfte drei goldene Sterne, in der linken schwar-zen ein silbern geschlängelter Fluß (Aare). Kantons-farben: schwarz u. blau.
Dm Namen A. führte im Mittelalter ein weitesGau des Deutschen Reiches u. speciell des Herzog,thums Alemannien, welches außer dem heutigen A.auch die Kantone Luzern, Unterwalden u. Theilevon Bern, Solothurn rc.umfaßte. Dasselbe kam vondem Hause Lenzburg zuerst an Kyburg u. dann anHabsburg, wurde jedoch durch die im 14. Jahrh.entstehende und sich ausbreitende Eidgenossenschaftimmer mehr geschmälert, bis es wenig mehr alsden heutigen Umfang hatte. Aber auch dieseneroberten im I. 1415 die Schweizer, vom KaiserSigismund zum Kriege gegen den geächtetenHerzog Friedrich v. Österreich aufgefordert, bisauf das Frickthal, welches bei Österreich blieb.Baden u. die „freien Ämter" wurden „gemeineHerrschaften" der Eidgenossen, von deren einzelnenbei der Eroberung betheiligtcnKantonen sie abwech-selnd alle 2 Jahre Landvögte erhielten; der Rest,das eigentliche (Unter-) A., fiel größtentheils anBern u. bildete mehrere Oberämter dieser mäch-tigen Stadt, während die Städte Aarau, Brugg,Lenzburg u. Zofingen ihre städtischen Rechte in derHauptsache behielten; ein kleinerer Theil (Willisau)kam an Luzern u. ging in diesem Kant. auf. Alsim 1.1798 die Franzosen in die Schweiz einrücktenu. unter ihrem Einfluß die helvetische Republikerrichtet wurde, bildete man aus dem bernischenTheile von A. einen Kant. Aargau u. aus Badenu. den „freien Ämtern" einen Kant. Baden. ImZ. 1862 wurde die Schweiz für Abtretungdes Wallis an Napoleon durch das österr. ge-bliebene Frickthal entschädigt, das an den Kant.A. kam, u. 1803, als das Föderativsystem in derSchweiz wiederhergestellt wurde, entstand derheutige Kant. A. durch Vereinigung der KantoneÄ. und Baden. Seitdem blühte das Land, trotzKriegeszeiten, behäbig , auf. Obgleich 1814 derZustand der Dinge in der Schweiz auch demÄ. durch die Begehrlichkeit Berns den Untergangdrohte, vermittelte der Wiener Congreß 1815 dessenFortbestehen u. gestaltete nur die früher repräsen-tativ demokratische Verfassung in eine ziemlicharistokratische um, welche den Regierenden außer-ordentlich viel Gewalt einräumte. Dies u. dieeben stqttfindeuden Wahlen der Urversammlun-gen veranlaßten im Dec. 1830 einen bewaffnetenAufstand, welchem am IS. April 1831 der KleineRath weichen mußte. Am 6. Mai 1831 erhieltder Kanton eine neue Verfassung. Im Jan. 1834fand die „Badener Konferenz" zum Zwecke vonReformen in der katholischen Kirche statt, derenBeschlüsse im Novbr. 1835 zu Agitationen undAuflehnungen der kath. Geistlichkeit in Muri u.Bremgarten führten. Bald unterdrückt, wurdendieselben jedoch durch die neue Verfassung von 1841wieder wach gerufen, u. am 11. Jan. brach einförmlicher Aufstand los, der hauptsächlich vonSeiten der Klöster angefeuert u. unterstützt wurde.Es kam zu einem Zusammenstöße bei Billmergen,bei welchem die Aufständischen von denRegierungs-truppcn geschlagen wurden und die Mönche zumTheil nach Luzern flohen; ihre Lösung erfuhrdie Angelegenheit in dem Beschluß des Großen
Rathss vom 13. Febr. 1841, welcher sämmtlicheKlöster im Kant. A. anfyob. Da man aber hierineine Verletzung der Bundesacte erblickte, kam dieFrage vor die eidgenössische Tagsatzung, welche dieWiederherstellung einigerNonuenklöster dscretirte.1844 betheiligten sich viele Aargauer wegen Ein-führung der Jesuiten in Luzern an den darausentstehenden Freischaarenzügen, u. der Kant, be-fand sich unter denjenigen, welche den Krieg gegenden Sonderbund u. die Ausweisung der Jesuitenaus der Schweiz am eifrigsten betrieben. Seit-dem schreitet der Kant, auf der Bahn schweizeri-scher Einheit u. Freiheit sicher fort. — Vgl. F. H.Bronner, Der Kant. A. historisch, geographisch,statistisch geschildert, St. Gallen 1844, 2 Bde.;I. Müller, Der A., seine politische, Rechts-, Kul-tur- u. Sittengesch., Zür. 1871, 2 Bde.
Aargletscher, großes, von den bedeutendstenErhebungen der Berner Alpen, dem Finster- u.Lauteraarhorn sich niedersenkendes Gletschersystem,dessen Abschmelzwasser in der Nähe der Grimselzu den Quellen der Aare sich vereinigt. DieZinkenstöcke und weiter hinauf der Grünberg(3082 m) u. Thierberg (3173 m) trennen diebeiden parallel gegen O. laufenden Unter- u. Ober-A. Elfterer entsteht aus dem Zusammenfluß desLauter-A.- u. Finsteraargletschsrs, welche beim Ab-schwung in einander münden; letzterer kommt vomOberaarhorn (3648 ru) u. Oberaarjoch (3638 m)herab: Auf öiesen Gletschern stellten 1840 bis1844 Agassiz, Karl Vogt und Desor ihre Beob-achtungen an.
Aarhnus, Hptst. des dänischen Stiftes u. Amtesgl. N., inJütland, am Ausfl. des Brabandersees indas Kattegat, Sitz des Stiftamtmannes u. einesBischofs, 3 Kirchen, worunter der Dom zuSt.Cle-mens, der schönste in Dänemark, zu dessen Erbau-ung Papst Cölestin III. 1197 einen Ablaß verkündenließ, u. 1201 der Grundstein gelegt wurde. Die be-rühmte Kathedralschule von 1766 mit reicher Bi-bliothek, in jüngster Zeit restaurirt und erweitert,ist das schönste Schulgebäude im dänischen Reiche.Ferner das aus der katholischen Zeit stammendegroße Hospital, die neuerbaute große Irrenanstalt.A., dessen Ew.-Zahl sich auf 15,000 beläuft, treibtSee- und Landhandel und enthält viele Fabriken,worunter die großartige Fabrik dänischer Hand-schuhe. Dampferlinien nach Kallundborg, Korsörund nach Kopenhagen. — Flächeninhalt desStiftesA.6333,(11S(IM) mitnahe250,000Ew., der des Amtes 2477 djkm (45 ss^M) mit125,323 Ew. — Ä. war während des Kriegesvon 1848—50 wiederholt von schleswig-holstein. u.deutschen Truppen besetzt, u. am 31. Mai 1849fand hier das blutige Treffen zwischen den Prcu-,ßen unter dem General v. Hirschfeld und denDänen unter dem General Rye statt, wodurchLetztere zum Rückzug und zur Einschiffung nachFünen gezwungen wurden.
Aarmühle, Dorf bei Jnterlaken, im schweizerKant. Bern, als Gemeinde 1900 Ew. (s. Jnter-laken). Das unmittelbar anstoßende StädtchenUnterseen ist eine Gemeinde für sich. (Parqnet-fabrik.)
Aarö, kleine, zum Kr. Hadersleben des preuß.Regbez. Schleswig gehörige Insel im Kleinen