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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Aarau

sumpft große Strecken Landes. Sie ist fischreicherals die meisten anderen schweizer Flüsse u. wirdzum Holzflößen vielfach benutzt.

Aarau, 366 m ü. d. M. mit 5450 Ew., Hptst.des schweizer Kantons Aargau, liegt in einemoffenen, fruchtbaren Thale, am rechten Ufer derAare, über die eine Kettenbrücke führt. Knoten-punkt der schweizer NOBahn n. der Central-bahn. In ihrem Innern ist sie sauber, zeugtvon Wohlhabenheit, ist jedoch architektonisch älte-ren Zuschnittes, mit Ausnahme der Neubautengegen die Außenseiten. Bemerkenswerthe Ge-bäude sind: das Regierungs- u. das Großraths-gcbäude, in welch letzterem eine Sammlungprachtvoller mittelalterlicher Glasmalereien (ausaufgehobenen Klöstern) in die Fenster eingelassenist; hier ist auch die, hauptsächlich vom GeneralZurlauben gesammelte, an Hclveticis (Hand-schriften) sehr reiche Kantonsbibliothek aufgestellt.Das städtische Rathhaus (mit dem alten ThurmeRore, dem historischen Krystallisationspnnkt derStadt), aus dessen Fenstern 179s die HelvetischeRepublik proclamirt wurde. Das Kantonsschul-gebäude mit Gymnasium und Gewerbeschule;das Postgcbäude am Bahnhof; das neue Schul-gebäude; Bank; Casino; Freimaurerloge. Sitzder internationalen Gesellschaft für Bergbahnen.Lebhafte Industrie in Seidenband und Baum-wollen-Manufactur. Bon europäischem Ruf sinddie in A. verfertigten Reißzeuge und Präci-sions-Jnstrumente. Hier lebte seit 1804 u. st.1848 der deutsche Novellist Heinrich Zschokke (s. d.).Im 10. Jahrh. gehörte A. den Grafen v. Habs-burg, wurde 1415 von den Bernern erobert, u.1798 versammelte sich hier zum letztenmal dieTagsatzung der alten Eidgenossen.

Aarberg, kl. St. mit 1226 Ew., Hauptort desgleichnamigen Berner Amtsbcz. in der Schweiz,auf einer Felseninsel der Aare. Das Städtchen mitseinen: alten Grafenschloß besteht eigentlich nuraus einer Straße, welche wegen ihrer beträcht-lichen Breite das Ansehen eines großen Platzeshat. Die gleichnamigen Grafen verkauften es 1351an den Freistaat Bern. In der Nähe das Äar-berger Moos, ein großes L-nmpfgebiet, welchesgegenwärtig trocken gelegt wird.

Aarburg, malerisch gelegener Flecken im schwei-zer Kant. Aargau, Bez. Zofingcn, an der Mün-dung der Wigger in die Aare, über die eine Draht-brücke führt; 1880 Ew. A. war durch ein befestig-tes Schloß (nach Unterdrückung des Bauernauf-standes im 17. Jahrhundert mittels Frohndien-sten erbaut), auf einer die Stadt überragendenschroffen Felsknppe, einst Festung. Bis 1798residirte hier ein bernischcr Landvogt, n. währendder helvetischen Republik war A. Staatsgefängniß;jetzt Zucht- und Gefangenhaus des Kantons, so-wie Landeszeughaus. Die Eisenbahnen nachBasel, Luzern u. Bern münden hier in einander,während der Knotenpunkt dieser Linien in dein3 Ion nördl. gelegenen Olten (s. d.) ist. LebhafteIndustrie in Baumwolle.

Aarcd, eine Prov. von Nedsched, im Reicheder Wahabiten (Arabien), s. d.

Aarestrup, 1) Marie Helene, norwegische.Porträt- n. Genrebildmalerin, geb. 1829 in Flekke-

Aargau.

fjord im norwegischen Stift Christiansand; bildetesich erst in Bergen bei Rcusch, ieit 1856 in Parisbei Tissier u. dann bei Bauticr in Düsseldorf; ihreBilder finden sich meist in Schweden, Dänemarkund Frankreich, sie selbst hält sich gewöhnlich inParis auf. 2) Karl Lndwig Einil, geb. 1800,gest. 1856, dänischer Arzt u. vorzüglicher lyrischerDichter. Digte, 1838; Efterladte Digtc, 1863.Sinnliches und erotisches Gepräge; vorzüglicheBehandlung des Formellen.

AargltU, der 16. Kant, der schweiz. Eidgenossen-schaft,1404sD1m(25zfHM), 198,873 Ew. (1870),davon 89,180 Katholiken u. 107,703 Protestanten.Es ist derjenige Kant., in welchen: die Israelitenzuerst Staatsrecht erlangten, weshalb hier auchdie größte Jndividucnzahl dieser Religion (1541Köpfe) vertreten ist. Sprache durchaus deutsch.Im N. grenzt A. an den Rhein, der cs von:Großherzogthum Baden scheidet; außerdem um-geben es Zürich, Zug, Luzern, Bern, Solothurnu. Basel-Land. Der größte Thcil des Bodens isthügelig bis zur stark bergigen Erhebung in: Jura;der südöstl. Thcil gehört zur schweizerischen Hoch-ebene. Geologisch gehört es in seiner nördl. Hälftezun: Jura, welchen zwischen Olten u. den: Mün-dungsdelta der Reuß die Aare durchbrochen hat.Die bedeutendsten Erhebungen in: Jura sinddie Gislyfluh, 774 m, die Hard 778, der Asper-Strichen 872 u. die WasscrflNh 869 in; bekanntsind noch der z. Th. zun: Kant. Zürich gehörendeLägern bei Baden u. derBötzberg, 648m. (Römer-straße über den L1o::8 Vooeenm), durch den einTunnel der nach ihm genannten Bahn führt. DieserTheil des Jura ist waldreich, untenher vielfachmit Reben bepflanzt. Den äußersten Ausläuferder Alpen bildet der bis fast auf den Grat be-wirthschaftcte Lindenbcrg, 869 :::, über den dieGrenze gegen Luzern läuft. Hauptgewässerdie Aare, von welcher der Kant, seinen Namen hatu. durch den er in eine nordwestl. u. südöstl. Hälftegetheilt ist. Die Reuß u. die Limmat münden beiTurgi nahe neben einander in die Aare u. letzterenoch auf Schweizerboden in den abgrenzcnden Rhein. Nach seiner politischcn Entwickelnng heißtder südlichste Zipfel, zwischen dem Lindenbcrg undder Reuß, das Freieuamt (eigentlich diefreienÄmter", von den Privilegien dieser Landschaft in:Mittelalter). Nördl. davon die ehemalige Grfsch.Baden, zwischen Limmat, Aare u. Rhein. BeideLandestheile werden fast ausschließlich von Katho-liken bewohnt. An der NGrenze deS Kant, liegtdas Frickthal, ein Thcil des alten Rauraciens,ebenfalls fast ganz katholisch. Der übrige größteThcil des Kant., meist im industriösen Aarthaln. seinen Seitenthälern gelegen, hieß dasUnter-Aargau", dessen Bewohner Protestanten sind (dassog. Ober-A. ist ein Theil des Kant. Bern). Jetztist der Kant. A. in 11 Bez. getheilt, von denen Ba-.den, Bremgarten, Lanfcnbnrg, Muri, Rheinfeldenu. Znrzach vorwiegend katholisch, die übrigen 5:Aarau, Brugg, Kulm, Lcnzburg u. Zofiugen, fastausschließlich protestantisch sind. Im Allg. gehörtderAarganerzu den in Schulbildung u. praktischerAnstelligkeit am weitest vorgeschrittenen Bewohnernder Deutschen Schweiz, weshalb man das A. auchden Cnltur-Kanton genannt hat. Die Gesteine