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Aalthicrchcn — Aar.
Nachhalls, Gymnasium, treibt Baumwoll- u.Flachsspinnerei, Weberei, Spitzenfabrikation, Sei-denwaaren-, Getreide- und Hopfcnhandcl. DerThurm der unvollendet gebliebenen St. Martins-kirche enthält das älteste Glockenspiel Europas;in der Kirche befindet sich das Grabmal DirkMartens, der 1473 die Bnchdruckerkunst nachden Niederlanden brachte, wofür ihm die Stadt1853 ein Standbild errichtete. Die Stadt litt indem 30jährigen Krieg durch die Spanier sehr, wurde1637 von Turenne genommen; 1671 wurden dieFestungswerke geschleift; 1734 wieder von denFranzosen besetzt.
Anlthierchen, .4nAnil1uIa, Gattung der zu denFadenwürmern od. Nematoden gehörenden Fam.^n-ruilluliclas. Es sind kleine theils parasitische,theils freilebende, fadenartige Würmer von ge-ringer oft mikroskopischer Größe mit durchsich-tigem Körper. Das Essigälchen (^. aesti) lebtin trübem Essig, das Klcisterälchen (4. glutinis)in faulendem Mehlkleister; beide, 1—2 mm lang,wurden neuerdings für identisch erklärt undNlinlxlitio oder?oloäera oxopliila genannt. I»landwirthschaftlicher Hinsicht sind 3 Arten wichtig:das Kardenälchen (4. dipsaci) findet sich inden Kardenköpfen, macht dort nach Kühn mehrereGenerationen durch n. bewirkt, da cs mitunterEnde Juli, Anfangs August, in größeren Massenanftritt, ein frühzeitiges Welken und Absterbender Blüthen und unvollständige Ausbildung derKöpfe. In trocknen Kardenköpfen mit cingetrock-net, bleibt cs Jahre lang entwickelnngsfähig.Zur Verhütung empfiehlt sich das Ausbrechenu. Verbrennen der kranken Köpfe. Das Wei-zenälchen (4.. trttioi) verursacht das Gichtig-oder Radigwerden des Weizens, den sogenann-ten Kaulbrand. Im gichtigen Korn sind diese Älchenwie beim Kardenälchen geschlechtslos, bloße Jn-gcndformen, welche im Herbste mit dem Korn ein-trocknen, nach der Aussaat in der feuchten Erdeerwachen, die aufgeweichte Hülle durchbohren u.in die aufkcimenden Weizcnpflünzchen hineindrin-gcn. Hier verweilen sie eine Zeit lang, vielleichtden ganzen Winter, ohne Veränderung, bis sichdie Ähre entwickelt. In diese dringen sie ein,wachsen ans und werden geschlechtsreif, währenddie Ähre blüht u. reift. Sie begatten sich, legenEier ab, aus denen bald die Embryonen aus-kriechen, n. sterben dann ab. Durch ihre u. derJungen Anwesenheit, sowie dadurch, daß sie ihreNahrung aus dem Korne ziehen, in welches siesich einbohrten, wird dieses zu ei genthümlichenWachsthnmsprocessen veranlaßt. Es bildet sich,nach .Art der Galläpfel, zu einem mißgestalteten,außen theilwcise schwarzbrauncn Körper, welcherschließlich in harter, H mm dicker Schale statt desNiehls Tausende von Jugendformen des Weizen-älchens enthält. Weicht man den Weizen, etwabei der Samenbeize, ein, so schwimmen diese Körneroben ans u. können leicht entfernt werden. Sindkranke Ähxcn auf dem Felde gebVv^ben, so kom-men die Älchen in den Ackerboden und gelangenso, zuweilen erst nach Jahren, wieder in de„Weizen. Man hat diese Krankheit in Frankreichsu. in vielen Theilen Deutschlands beobachtet. DeGenuß des gichtigen Weizens soÄ. übrigens nicht
schädlich sein. 4.. rnpnosa (v. lat. raps. Rübe)findet sich mitunter zahlreich in den Runkelrüben-knollen u. bewirkt deren Faulen.
Aam, holländisch so v.w. Ohm, Flüssigkeitsmaß.In Niederländisch-Westindien so v.'w. 155,22» 1-
Xanlis, attische Phyle, s. u. Attika.
Aap heißt das Besanstagscgel auf Dreimastern,Aapenfall das laufende Tau, womit das Aapaufgehißt wird.
Aar, alter Name für einen großen Raubvogel,bes. den Adler, jetzt fast nur noch dichterisch u.durch Adler (aus Adel-Äar) zurückgedrängt.
Aar oder Aare, einer der Hauptflüsse derSchweiz, mit einem Stromgebiete von 17,620 dflon(320 (IM), dem größten der Nebcnflnßgebietedes Rheines. Ihre Quellen liegen in dem kry-stallinischcn Central-Gebirge der Alpen, währendihre eigentliche Strombildung den Kalkalpcn desschweizer. Mittellandes angehört. Der Wallcn-u. Züricher-See, der Ägeri- u. Zuger - See, derBalbegger- u. Hallwyler-Sce, der Brienzer- u.Thnncr-, sowie der Nenenburger- n. Bieler-Sce,gehören ihrem Flnßsystem an. -Die A. hält vor-herrschende Richtung von SW. gen NO., hat beieiner Länge von 280 Icm 1945 m Fall. Bei derMündung ui den Rhein (Koblenz im Aargan) istdie A. wasserreicher als der Rhein. Sie ent-springt in den mittleren Berner Alpen, unweitdes Grimsel-Passes, aus dem Oberaar-Gletscher(2260 m ü. d. M.) u. dem Unteraar-Gletscher(1876 m ü. d. M.), stürzt durch eine Schlnchten-Wildniß, bildet bei der Handcck-Kehren denprachtvollen, 80 m hohen Handeckfall, durch-eilt in beständigen Schaum-Cascaden das Obcr-hasli-Thal, eine unendliche Menge von Schnee-u. Glctschcr-Abschmelzungen (Aerlen-, Benzlaui-,Achtelsaas-, Gentel-, Urbach n. a.) ausnehmend,'passirt dann noch eine Engklause, die „finstereSchlauche" genannt, und ergießt sich unterhalbMeiringen in den Brienzer-See, aus dem sie,durch die Wasser des Gießbaches u. der Lütschineverstärkt, wieder hcrvortritt u. im kanalisirtenBett des „Bödeli" (Jnterlaken) nach einstün-digem Lauf in den ca. 6 m tiefer gelegenenThuner See fällt, den sie bei Thun 556 in ü. d.M. wieder verläßt; in diesen beiden Seebeckenschlägt sie ihre den Alpen entführten erdigenBestandthcile nieder. Von hier an schiffbar,umfließt sie in großem Bogen die auf einerLandzunge gelegene Stadt Bern n. nimmt, nach-dem sie noch mehrfache ähnliche Krümmungen(Aarengen) beschrieben, bei Wyler - Oltigen dieSaane auf, bildet die Insel, auf welcher dasbernische Städtchen Aarberg liegt, empfingt dannvon W. die Zihl (Abfluß des Neuenburger u.Vieler Sees), berührt Solothurn, nimmt dieGroße Emme, bei Aarburg die Wigger, nahebei der Stadt Aarau die Suhl u. in dem historischdenkwürdigen Delta von Brugg u. Königsfelden(s. d.) die Reuß u. Limmat auf, um schließlichbei Koblenz im Aargau, unweit der badischen StadtWaldshnt, dem Rhein ihre Wasser zuzuführen.In Folge ihres außerordentlich gekrümmten Lau-fes tritt sie streckenweise bei starker Schneeschmelzeoder in nassen Jahrgängen weithin aus u. ver-