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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
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Aalkirsche

Sultans Abd-ul-Aziz im Sommer 1867 Regent desReiches, ging er im Sept. in Person nach Candia,dem Volke Amnestie u. durchgreifende Reformenzu versprechen, ja, sofort mit zu wählenden De-putaten über die neue Organisation der Ver-waltung in Berathung zu treten. Zähmte auchdieser Vorschlag noch nicht den Terrorismus derRadicalen, so hatte A.-P. durch sein selbststän-diges Vorgehen doch das erreicht, daß die Mächtesich weiterer Einmischung enthielten. Ebensoentschieden war sein Auftreten im griech.-türkischeyConflict, aber auch mit jener Mäßigung verbun-den, welche es möglich machte, daß die Verwicke-lung nicht zum Kriege führte. Als Fuad Pascha,mit dem er den türkischen Staatsrath umgestaltete,im Febr. 1869 starb, bekleidete A. das Amt einesGroßveziers u. Ministers des Auswärtigen, undin dieser mächtigen Stellung verblieb er bis anseinen am 6. Sept. 1871 erfolgten Tod. Nichtminder energisch war sein Vorgehen gegen denKhedive von Ägypten, Ismail Pascha, den ernothigte, seine im Sommer unternommene Reiseabznbrcchen, diedenZweckhattc, beiden europäischenMächten für seine Emancipationsprojecte Unter-stützung zu suchen. Seine letzte u. größte Leistungwar die neue Schlichtung der orientalischen Frage,welche Rußland durch seine Note vom 31. Oct.1870, in welcher es die Bestimmung des PariserFriedens vom I. 1886 über die Neutralisationdes Schwarzen Meeres kündigte, wieder in Ganggebracht hatte. Er bevollmächtigte den Vertreterder Türkei auf der Londoner Conferenz, in derSitzung vom 13. März 1871, die Unterscheidungzwischen Rußland u. den Westmächtcn auszuheben,da A. in derselben eine für die Pforte unerträglicheEinschränkung erblickte. Als Ersatz für die Neu-tralisation des Schwarzen Meeres behielt sichdie Pforte nur das Recht vor, den Bosporus u.die Äardanellen in dem Fall zu öffnen, wenndie Rücksicht auf die Sicherheit des Reiches dieGegenwart von Kriegsschiffen befreundeter Mächtenothwendig erscheinen lasse. Die Westmächte, Eng-land besonders, waren damit ihres Privilegiums

u. Titels der sogenannten befreundeten Mächte ent-hoben, und die Pforte hatte sich damit das Rechteigener Entscheidung über ihre Politik gewahrt.A. suchte auch die Oberhoheit des Sultans überArabien und Tunis zu befestigen; ihm schwebteder Gedanke an eine muselmännische Weltmachtvor, die sich, den Sultan zu Constantinopel ander Spitze, über die glaubensverwandten StaatenAsiens u. des Indischen Occans erstrecke, eine Idee,welche im vollsten Lichte den politischen Charak-ter, die politische Richtung A-s zeigt u. es alsvollständig irrig erweist, wenn nian in A. mehrden Reformer nach westmächtlichem Zuschnitt sieht,als den türkischen Politiker dem Auslande gegen-über. Der fortwährende Wechsel, der nach seinemTode in der Besetzung des Großvczierats eintrat,brachte die Ausführung seiner Pläne ins Stocken.

Aalkirsche, 1) so v. w. Heckenkirsche; 2) so

v. w. Vogelbeere; 3) so v. w. Elsebeerbaum.

Aall, Jakob, norwegischer Staatsmann, geb.

27. Juli 1773 zu Porsgrund in Norwegen;Sohn eines vermögenden Kaufmannes, studirteanfangs Theologie, später Naturwissenschaften u.

Aalst.

-Bergbaulundc, besuchte auch mehrere deutscheUniversitäten u. die Bergakademie zu Frcibcrg.1799 übernahm er dos ansehnliche Eisenwerk Näsbei Arendal, verbesserte dasselbe wesentlich u.widmete sich den öffentlichen Angelegenheiten seinesLandes, sowie den Wissenschaften. Er übte großenEinfluß in der Berfammlung der Volksrcpräsen-tanten zu Eidsvold 1814 beim Entwurf u. beider Annahme der noch heute in Norwegen gel-tenden freien Verfassung, sowie in der Kammerals Volksrepräsentant für das Amt Nedenäs18161830. Seine Erinnerungen als Beiträgezur norwegischen Gesch. von 18001815 (3 Bde.,Christ., 2. Ausg. 1858) sind eine schätzbare Quellefür die Gesch. der norwegischen Constitution. Ergab ferner eine national-ökonomische und poli-tische Zeitschrift Nutid og Fortid (Jetzt u. Ehe-mals) 183336 u. eine Uebersetzung von SnorreSturlesons Chronik Heimskringla (Christ. 1838)heraus. Er st. 4. Aug. 1844. Sein ältererBruder Niels, 1770 zu Porsgrund geb., wid-mete sich dem Handel u. lebte als Kaufmannzu Skicn. Er wurde im März 1814 ins Mi-nisterium berufen, übernahm die Abtheilung desHandels u. Zollwesens, trat aber im Oct. nachder Vereinigung Norwegens mit Schweden insPrivatleben zurück. Er st. 1855.

üü. 11. IV!., Abk. für -Irtiuin liberalium Ns^i-stsr (lat.), s. d. Art., Meister (Lehrer) der freienKünste.

Aalmolch (Lmplüuwa, 71.), Amphibicngattnng,aus der zu den Kicmlurchen gehörenden Fam.der A-e; jederseits führt ein Kiemenloch zu denKiemen ; Leib aalformig, die 4 kurzen Beine wejtvon einander gerückt; 2 Zahnreihen im Gaumen;Zwcizehiger A. (ä,. äiclaetzckiiui), u. DreizehigerA. (L.. triäaot^lum), in Florida im Teichschlamme.

Aalmutter, 2oaress Onu., viviparus, einlebendige Junge gebärender Schleimfisch derNordsee.

Aalrüupe, Iwts, vulgaris L'uv. (Raupe, Ruttevom lat. rubsta, Frosch; Quappe so v. w. Dick-kopf vom lat. vaput), Gattung der Fam. Schell-fische; Kiefer gleich groß, Kopf breit, nieder-gedrückt, 2 gleich hohe Rückenflossen, gelbbraun,marmorirt, 1 Bartfaser, lebt unter Steinen u.in llferlöchern, wird bis 60 om lang, hat oft130,000 Eier; Laichzeit im Febr. u. März; inSüßwassern Europas und Asiens; sehr gefräßig,frißt Fische, Frösche, häufig ihre eigenen Jungen;wohlschmeckend, bcs. die große Leber, verdaulicherals Aal, wird thcils wie Aal bereitet, theils inRahm gesotten. Liefert den Ouappenleberthran,Oleum jovorls Hotas, Inguor liopatls mustelastiuviatilis, gegen'Hornhautflecken empfohlen ; dieBlase wird zu Fischlcim benutzt.

Aalshornbanm, so v. w. Hollunder.

Aalsmeer, Dorf im Bcz. Amsterdam, Prov.Nordholland, Erdbeercnzucht, 3200 Ew.

, Aalst (Aelst, Alost), Bez. der belgischen Prov.Ostflandcrn u. St. darin gl. N., befestigt, an derBrüsseler, Genter und Äther Eifenbahn, mitetwa 17,000 Ew. Die Stadt liegt an der fürziemlich große Schiffe fahrbaren Dender und istdurch einen Kanal mit der Schelde verbunden:sie hat eine Handelskammer, Militärstrasanstalt,