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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Aalbuch

chirecte Verbindung mit Fredcrikshavn, demÜberfahrtsort nach Schweden u. Norwegen, einebedeutende Zukunft bevorstcht, um so mehr, alseine ununterbrochene Bahnvcrbinvung niit demAdriatischen Meer (Triest) vorhanden ist. A.,einst die Hauptst. Jütlands, hat im Mittelalteru. im Mjähr. Krieg viel Ungemach erfahren. 1834hatten die dem volksthümlichen König Christian II.,dem Beschützer des Bürger- und Bauernstandesgegen dm hcrrschsüchtigen Adel anhängcndcnBauern A. besetzt, wurden aber durch den GeneralRantzau umzingelt und mit Weib u. Kind, über2000 an der Zahl, niedergemetzclt. Im Mjähr.Krieg, wurde 1627 ganz Jütland von Wallen-stcins Heeren überschwemmt und verwüstet, am18. Oct. das Corps des Markgrafen v. Badenvom kaiserl. General Schlick gefangen genommen,A. auch später, 1643 u. 1657, von schwedischenGeneralen heimgesucht. 1864 war A. von preuß.Truppen besetzt, die von hier bis nach demSkagen, über Säby und Fredcrikshavn unanf-gehalten vordrangen, nachdem die Dänen zur Secnach Fünen geflüchtet waren.

Aalbnch (Albuch), waldige Gegend derSchwäbischen Alp, zwischen Rems, Kocher u. Brenz,im württembergischcn Jagstkreise, nördlich vomHochsträß bis östlich nach Heidenheim; über 650 mhoch. Seiner Eisenwerke wegen bemerkenswerth.

Aalt (Lluraouickao), Fam. aus der zu denKnochenfischen gehörenden Unterordnung derPhysostomen (Fische, deren Schwimmblase miteinem Lustgange versehen ist). Körper lang-gestreckt, schlangenförmig, nackt oder mit undeut-lichen u. in der dicken, schleimigen Haut verstecktenSchuppen bedeckt. Bauchflossen fehlen; der Schul-tergürtel ist nicht am Schädel, sondern an derWirbelsäule aufgchängt. Der Magen mit Blindsack.Geschlechtsorgane ohne besonderen Ausführungs-gang: Eier u. Samen gehen in die Bauchhöhleu. durch eigene Öffnungen am Bauche ab. Siesind Raubfische des Meeres und der Flüsse.Hierher: 1) Llurasna L., Muräne; schuppen-los, ohne Brustflossen; spitze Zähne oben u, untenin einer Reihe. LI. Iwlsna 7l.. im Mittclmeer,braun u. gelb marmonrt, ungefähr 1 in lang,bei den Alten sehr geschätzt, zuweilen mit demFleisch lebender Sklaven gefüttert ( inurasnas!).2) Opüisnruo 7-aesx.. Schlangenaal; Schwänz-ende ohne Flossen. 0. sorpsn.-,, Seeschlange,Mittelmeer. 3) ^nAnilia Aal Haut

mit undeutlichen, zickzackförmig geordneten, in derschleimigen Haut versteckten Sckmppen. Nasen-löcher normal, vorn oder seitlich. Schwanzendeabgerundet. Die Rückenflosse beginnt ziemlichweit hinter den Brustflossen u. ist mit Schwanz-und Afterflosse zu einem Streifen vereinigt.Bemerkenswerth der Flußaal, -LwAnilia (vui-Zario) L. Färbung der Oberseite dunkel oliven-farbig, auf dem Oberkopfe dunkler, Flossen amdunkelsten; Unterseite weiß, matt silberglänzend.Selten größer als 1,z1,z w u. schwerer als56 Frißt kleine Fische, Gewürm, selbst Aas.-Kann einige Zeit auf dem Trocknen aushalten,daher wol die vielfach behauptete, aber (wenn auchkaum mit Grund) lebhaft bestrittene Ansicht, er geheNachts aufs Land. Lebt in tiefen, schlammgrnn-

Aale.

digen Flüssen Europas, fehlt aber imDonangebiet,überhaupt in allen ins Schwarze und KaspischeMeer sich ergießenden Gewässern. Die Fischerunterscheiden bei ihm, je nach der Kopfbildung(Kopf spitz, rund, breit) verschiedene Arten, vielleichtgeschlechtliche Abänderungen. Fortpflanzung-Ver-hältnisse schon bei Aristoteles behandelt; dieserläßt ihn aus Regenwürmcrn hcranwachscn, welcheihrerseits durch Urzeugung entstehen. Aber auchjetzt ist die Art und Weise seiner Fortpflanzungnoch unklar (noch in neuerer Zeit als Zwitterdargestellt). Eierstöcke längst als 2 manschetten-sörmige Krausen beschrieben, Hoden noch nichtklar erkannt. Wandert, wenn er 56 Jahrealt ist, im Herbst, zumal in dunklen Nächten ausden Flüssen ins Meer n. erlangt erst dort Ge-schlechtsreife. Im Frühjahr steigt in den Nächtendie junge) wenige ein lange A-brut, oft nochdurchsichtige Fischlein, in endlosen Schaaren dichtgedrängt (5^6000Stück in 1 Liter Wasser), die Flüssehinauf. In Frankreich, wo man diese Erschei-nung inontoe nennt, schöpft man die jungen A.mit Sieben (zum Verspeisen). Man beobachtete,daß sie auf diesen Wanderungen selbst Wasser-fälle überwanden. In 2 Jahren werden sieetwa 60 om lang. Die N. sind außerordentlichzählebig. Selbst bei gctödtcten dauert die Ncrven-thätigkeit bekanntlich noch längere Zeit an. DasFleisch des A-s ist wohlschmeckend, aber seinesFettgehaltes wegen schwer zu verdauen. Der Aalwird in sehr verschiedener Weise zubcreitct u.gegessen: blau gesotten, gedämpft, gebraten, ma-rinirt (A-pricke), geräuchert (Spick-A., so bes. inPommern, in großem Maßstabe auch in Ellerbeckbei Kiel). Er wird nicht überall verzehrt, dieGrönländer und Isländer verschmähen ihn, dasie ihn für eine Schlange halten. Hippokrateswies bereits darauf hin, daß sein Fett den mensch-lichen Verdaunngswerkzeugen schädlich sei. Da-gegen waren nach Aristophanes bes. die A. desSees Kopais ein Licblingsgericht der Athener.Wo der Aal häufig ist, benutzt man mitunter seinFett als Lederschmiere, früher war es (Aalbntter)ebenso wie Leber u. Galle officinell. Aal-fischerei, ein wichtiger Erwerbszweig, wird na-mentlich Nachts mit Netzen und Reußen, seltenermit der Angel betrieben. Bemerkenswerth dieEinrichtungen in den Lagunen von Comacchiou. am Orbitello-See. BomÄdriatischen Meere ab-gedcichte Gewässer gewähren dort dem Aal einenvollständig zur Mast geeigneten Aufenthalt.Kommen die jungen A. Anfangs Februar in dieMündungen des Po, so werden in demselben diehierzu angelegten Schleusen, Thore u. dadurch dieEingänge zu großen Zuchttcichen geöffnet. Ist dieAalwandcrung beendet u. sind die jungen A. inbestimmte Abtheilungen untergebracht, so werdendie Thore geschlossen. Genügt die Nahrung fürdie A. in den Behältern nicht (Vegetabilien,Wasferinsccten und kleine, dünne Fischchen,Aquadellen genannt), so werden sie gefüttert. Inden Herbstmonaten werden die erwachsenen A., die,vom Fortpflanzungstrieb angeregt, dem Meerezuwandcrn, in besonderenLabyrinthen" gefan-gen. Der Ertrag soll ein ganz enormer sein u. schonvor 200 Jahren die Summe von 100,000 Thlrn.