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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Aachen.

welchen! Johannes der Täufer enthauptet wurde)und die kleinen Heiligthümer aufbewahrt, vondenen crsterc noch alle 7 Jahre im Juli ausge-stellt werden; man zählte schon bis V» MillionWallfahrer. Bis 1792 wurden im Münster dieReichskleinodien aufbewahrt. Um die Wiederher-stellung des Münsters hat sich besonders der 1849gegründete Karlsverein verdient gemacht. Unterden 26 übrigen Gotteshäusern besitzen die spät-gothische St. Paulskirche, die Franziskaner- oderSt. Nikolauskirche und die Michaelskirche werth-volle Gemälde, neu sind die Marienkirche imgoth-, die Redemptoristenkirche im roman. Stilu. die Synagoge; außerdem gibt es eine evang.Kirche. Bon anderen öffentlichen Bauwerken sindzu erwähnen der Eliscnbrunncu, 18221824von Schinkel, das Theater, 1825 von Crcmer er-baut, die neue Redoute mit Conccrtsaal u. Kur-haus, das Casino, das 1870 vollendete Poly-technikum, das Karlshaus, das BürgerspitalMariahilf, 18481865 erbaut, das neue Ge-fangenenhaus. Eine im Bau begriffene Wasser-leitung wird die Stadt aus dem 3,5 Lin. entferntenKohlenkalkgebirge mit Wasser versorgen. Bil-dungs-, Wohlthätigkeits- u. a. Anstalten: kath.Gymnasium, Polytechnische Schule für Rheinlandund Westfalen, Realschule 1. Ordn., Progym-nasium (Stiftsschule), Provinzial-Gewerbeschule,Handwerker-Fortbildungsschule, höhere Töchter-schule, 32 Elementarschulen, Bildungsanstalt fürTaubstumme, 8 öffentliche Bibliotheken; Armen- u.Waisenhaus der Barmherzigen Schwestern, Erzieh-ungsanstalt der Franziskaner für arme Knaben,Erziehungsanstalt der Schwestern vom Kinde Jesu,Mariahilfspital, Vincenzspital, 2 Irrenanstalten,Entbindungsanstalt, 8 Kinderbewahranstalten. A.hat eine Freimaurerloge (zur Beständigkeit u. Ein-tracht), ist Sitz der A.-Münchcner Feuerversich.-gesellschaft, der A.-Höngener Bergwerksgcsellschaft,der Actiengesellschaft für Bergbau, Blei- u. Zink-fabrikation zu Stollberg u. in Westfalen re. u. be-sitzt einen von Hansemaun gegründeten Verein zurBeförderung der Arbeitsamkeit, sowie die ältesteund ausgedehnteste der preuß. Sparkassen. Diein neuerer Zeit durch die in der Nähe erschlos-senen Steinkohlenlager wesentlich in Aufschwunggekommene Industrie A-s war schon im Mittel-alter von Bedeutung; schon im 14. Jahrh. hattendie Aachener in Antwerpen und Venedig eigeneLagerhäuser für ihre Tuche, deren Fabrikationauch jetzt noch die bedeutendste der Stadt ist; dieWollspinnerei liefert jährlich 200,000 Ctr. Garn,die Fabrikation von Tuchen, wollenen u. halbwolle-nen Stoffen in 80 größeren Etablissements mit ca.10,000 Arbeitern jährlich gegen 200,000 Stück Tuch;man zählt 13 Kratzenfabriken. Bereits 1550blühte die Fabrikation von Nähnadeln, in welcherjetzt 14 Anstalten beschäftigt sind, die jährlich über1600 Millionen Stück liefern. Außerdem gibtcs Fabriken in Glasknöpfen, Maschinen u. Dampf-kesseln, in Luxus- und Eisenbahnwagen, in Tabak,Cigarren, in Glas, Farben, Thon- und Stein-gutwaarcn, Cement, feuerfesten Steinen, Steck-u. Stricknadeln, Sammet, Leinwand, Posamen-tierwaaren, Handschuhen, Regenschirmen, Messern,physikalischen u. optischen Instrumenten, Feuer-

spritzen, Glocken, Mineralwässern, Tapeten; Ei-sengießereien, eine Zuckcrraffinerie, Ziegeleien,Brauereien u. Brennereien. A. ist als Knoten-punkt mehrerer Eisenbahnlinien (A.-Köln u. A.-Gladbach-Ruhrort, A.-Mastricht u. A.-Lüttich) einwichtiger Handelsplatz geworden u. verbindet dasnordwestliche Deutschland mit Holland (Limburg),Belgien u. Frankreich. Zahl der Ew. 1871:74,238;darunter etwa 3500 Protestanten. Die Garnisonbesteht aus 2 Bat. Infanterie. Wappen: einausgcbreiteter schwarzer Adler im goldenen Feldemit vorgcstrcckter rother Zunge.

In Ä. und dem benachbarten Burtscheiddie schon zu Karls d. Gr. Zeiten bekanntenund im 12. Jahrh. bereits viel besuchten A-erMineralquellen. Sic gehören zu den kräftig-sten alkalisch - muriatischen Schweselthermen undbrechen in der inneren Stadt, zum Theil am Ab-hang der das Rathhaus tragenden Höhe, zumTheil 500 Schritte davon in der niedriger gelege-nen Komphausstraße hervor. Die drei oberenQuellen sind stärker, wärmer u. schwefelhaltiger,unter ihnen die vorzüglichste die Kaiserquelle,welche das Kaiserbad, den Elisabethbrunnen, dasNeubad und das Bad der Königin von Ungarnversorgt, dann die Quirinusquelle; zu den un-teren gehören die Roscnquelle u. die Cornelius-quelle. Unter den Badehäusern ist das Kaiser-bad das großartigste u. wahrscheinlich auch dasälteste. Die Hauptsammelplätze der Badegäste,deren Zahl sich 1874 auf 18,500 belief, sind dieColonnadcn des Elisenbrunnens u. der Kursaalin der Redoute. Nach B. M. Lcrsch (Gesch. derBalneologie, Hydroposie u. Pegologie, Würzb.1863) mußte im Mittelalter zu A. jedes neu-vermählte Paar an die Münsterkirche, wo nächsteiner jetzt unbedeutenden Heilquelle ein Bad ver-deckt liegt, eine kleine Abgabe für das Bad lei-sten, dessen Gebrauch vor der Hochzeit Pflichtwar; im 15. Jahrh. war das Trinken des Ther-malwasscrs zu A. schon gebräuchlich, nur tranku. badete man nicht an ein u. demselben Tage.Das Weintrinken war in A. während des Badensüblich und wurde noch im 17. Jahrh. fortgesetzt.(Vergl. Sträter, Os guslis manisrs prsuali-onIss bains ciu Isinps cke Oliarlss-tzuiut ü'tlix-la-Oüaxslls? A. 1858.) Die Wasser von A. wurdenvon Liebig, Bnnsen u. A. chem. untersucht; Lie-big prüfte das Wasser der Kaiser- u. Cornelius-quelle, Bunsen die im Wasser der Kaiser- undQuirinusquclle enthaltenen Gase. Bon festen Be-standtheilen enthalten die Wasser: Chlornatrium(in größter Menge), kohlensaures u. schwefelsauresNatron, schwefelsaures Kali, kohlensaurer: Kalk,Brom-, Jod- und Schwcfelnatrium, kohlensaureMagnesia, kohlensauren Strontian, kohlensauresLithion u. Eisenoxydul, Kieselsäure u. organischeSubstanz; von gasförmigenBestandthcilcnKohlen-säure (in größter Menge), Stickstoff, Sauerstoff u.Grubengas; die aus dem Wasser aufstcigendenGase bestehen aus Stickstoff (in größter Menge),Sauerstoff, Gruben- und Schwcfelwasserstoffgas.Nach Lersch stehen sämmtliche Mineralquellen A-sin hydrostatischem Zusammenhang, und es tretendavon jährlich 230,000 odru zu Tage. Die Tem-peratur der Quellen schwankt zwischen 36° u.