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Aachen.
waaren, Spiegel, Tücher, Baumwollwaaren,Messing, Stecknadeln, Leder, Papier), Viehzucht,Acker- u. Bergbau (Steinkohlen, Eisen rc.) u.Handel. Der Bez. ist getheilt in die 11 Kreise:Stadtkr. A., Landkr. A., Erkelenz, Jülich, Düren,Schleiden, Malmedy, Montjoie, Eupcn, Geilen-kirchen, Heinsberg. — Der Landkr. A., die Stadtgl. N. nicht umfassend, hat 339 .((Zlcm (6„« s^M)mit 92,250 Ew. Die größere Hälfte ist gebirgig u.lehnt sich in der höchsten Erhebung von 400 inan die Hohe Venn an. Der kleinere u. mehrebene Landstrich bildet den östl. Theil des Kr.Die Production an Steinkohlen betrug 1872 etwa
7.109.000 Ctr., annähernd die Hälfte der imganzen Rcgbez. geförderten; an verschiedenenErzen etwa 355,000 Ctr. An Roheisen etwa
500.000 Ctr. Der Verkehr wird neben vielenChausseen durch mehrere Eisenbahnlinien (Rhei-nische, Berg.-Märk. rc.) gefördert.
Aachen (besser Achen, althochdeutsch Ahha,Acha, mittelhochd. Ache, mittelniederl., holl. u.plattd. Aken; franz. ^ix 1a, ObapeUo), Hptst. desgleichnamigen Regbez., mit ihrem Gebiete dengleichnam. Stadtkreis bildend; in 174 in Seehöhe,reizend in einem Kessclthale, von sanft ansteigen-den angebantcn Hügeln (Vorhöhen der HohenVenn) umgeben, von der Pan, Paunelle u. demJohannesbach, 3 Nebenflüßchen der die Ostseite derStadt berührenden Wurm, durchflossen. A. ist Sitzder Regierungsbehörden, der Landrathsämter fürden Stadt- u. Landkr. A.; ferner: Landgericht, Han-delskammer,Handels- u. Gewerbegericht, Bankcom-mandite rc. Die alten Ringmauern (1172 unterFriedrich Barbarossa begonnen, 1802 abgebrochen)trennten ehemals die Stadt in zwei jetzt durchPromenaden u. Straßen verbundene Stadttheile.Zu den ansehnlichsten Gebäuden gehört zunächstneben dem Präsidial- u. dem Regierungsgebäudedas Rathhaus, angeblich an der Stelle des PalastesKarls d. Gr. 1353 im gothischen Stil erbaut, mitzwei hohen Thürmen, dem Granusthurm u. demMarkt- oder Glockenthurm, und mit dem 51 mlangen u. 19 m breiten, neuerdings restaurirtenu. mit 8 Fresken aus der Geschichte Karls d. Gr.von Rethel u. Kehren geschmückten Kaisersaal,in welchem die Krönungsfcierlichkeitcn begangenwurden. Diese Fresken sind: 1) Der Umsturz derJrmensäulc nach dem Siege über die Sachsen.Der Kaiser steht vor dem niedcrgcworfenenGötzenbild, das eben bei Seite geschleppt wird.Neben ihm der Erzbischof Tnrpin, Krieger u.Mönche. 2) Der Sieg Karls über die Sara-zenen bei Cordova. Der Kaiser, hoch zu Roß,reißt das feindliche Banner von dem vo« vierweißen Ochsen gezogenen Bannerwagen. Anseiner Seite stürmt Tnrpin mit dem Kreuz inder Hand in den Kampf. 3) Der Einzug Karlsin Pavia nach dem Siege über die Langobarden.Karl reitet durch das geöffnete Thor der bren-nenden Stadt, neben ihm der gefangene KönigDesidcrius und seine Gemahlin. 4) Die Taufedes gefangenen Sachsenkönigs. Wittckind. Linksvon ihm kniet Karl auf das lange Scepter ge-stützt; ringsum Mönche und Krieger. 5) DieKrönung Karls zum römischen Kaiser in St. Peterin Rom. Der König kniet an einem Betpult,
Leo III. erhebt mit beiden Händen die Kroneüber sein Haupt. 6) Die Erbauung des AachenerMünsters durch Karl, der als Leiter des Bauesmit seiner Familie die Mitte des Bildes ein-nimmt, während eine päpstliche Gesandtschaftdie Marmorsäulen von Ravenna als Geschenküberbringt. 7) Die Krönung Ludwigs desFrommen, der auf Geheiß seines alten Vaters, mitdem kaiserlichen Mantel bekleidet, sich die Kroneauf das Haupt setzt, während Karl ihn der um-gebenden Menge als künftigen Herrscher vorstellt.8) Die Eröffnung der Gruft Karls durch Otto III.im Jahre 1000. Der Kaiser in gewaltigsterMajestät auf einem Stuhl u. mit den Füßen aufeinem antiken Sarkophag ruhend, die Kroneauf dem Haupt, das Evangelium auf den Knieen,in den Händen Scepter u. Reichsapfel. Vor ihmkniet Otto mit gefalteten Händen. — Von RethelsHand sind die Bilder Nr. 1, 2, 3 n. 8, dieübrigen führte Professor Kehren aus; die Ent-würfe sämmtlich von Rethel. Der Rhein.-Westfäl.Kunst-Verein hat Holzschnitte Brend'amours alsVcrcinsgeschenke vertheilt. Auf dem Markt vordem Rathhaus an einem Springbrunnen die 1620errichtete Bronzestatue Karls d. Gr- Das merk-würdigste Gebäude A-s ist der Liebfrauen-Mün-ster (Dom). Er verdankt seine Entstehung sehrweit auseinanderliegenden Zeitaltern. Der ältesteTheil, das Oktogon, rührt aus der Zeit Karlsd. Gr. her; es wurde unter Alcuins Leitung796—804 von dem Meister Odo v. Metz nachdem Vorbild der Kathedrale von Jork erbaut u.bildet einen 31 ua hohen Kuppelbau byzantini-schen Stils mit einem Umgänge von zweiGeschossen; der 34 m hohe Chor ist 1353 bis1413 im reinsten Spitzbogenstil angefügt; gegenWesten, durch eine Steinbrücke mit dem Achteck ver-bunden, befindet sich der viereckige Glockenthurm.Die marmornen, porphyrnen u. granitnen Säulenim Innern, die aus Rom, Ravenna und Trierstammen, von den Franzosen 1794 nach Parisgeführt, 1815 aber größtentheils zurückgebrachtwurden, sind bei der Restauration 1845 wiederhergestellt worden. Von der Mitte des Octogonsherab hängt ein großer, von Friedrich Barba-rossa 1165 der Kirche geschenkter Kronleuchtervon vergoldetem Kupfer. Darunter bezeichnetein Stein mit der Inschrift darolo Na^no dasangebliche Grab Karls d. Gr. Unter dem Hoch-altar ruht Kaiser Otto III. Im Chor befindetsich die Evangelienkanzel mit Goldblech bekleidetu. mit Gemmen u. Elfenbeinschnitzereien ge-schmückt, an den Pfeilern Statuen aus dem15. Jahrh. u. in den 13 großen Fenstern pracht-volle Glasgemälde, 1853 von König FriedrichWilhelm IV. v. Preußen geschenkt. Im zweiten Ge-schoß des Octogons, dem sogenannten Hochmünster,ist der weiße Marmorstuhl aufgestellt, auf welchemKarl d. Gr. angeblich im Grabe saß. Die jetzigeKuppel des Oktogons stammt erst aus demI. 1666. Tic Thürcn des Münsters sind vonBronze. In der Sakristei werden in dem sogen.Marienschrcine die vier großen Heiligthümer(ein Kleid der Jungfrau Maria, die Windeln desChristuskindes, das blutige Lendentuch, welchesChristus am Kreuze trug, und das Leintuch, auf
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