ihre Person lübertragen, diese kann man als die Vollendungdes Nittcrthums ansehen, und als seine völlige Trennung vomGrundbesitz.
Cervantes der mit unendlich viel Geist und Feinheit die,ses in seinem Don Quipote dargestcllt und lächerlich gemacht,hat über das Ritterwescn einen Flor geworfen, der cs ganzEuropa verdeckt hat, und der nicht wenig dazu beigetragen, daßsein eigentliches Wesen verkannt und der Geist jener Zeiten ver,dunkelt worden; wie solches Otto, der treffliche Verfasser derSchrift: über die Metamorphose des Adels, auf einescharfsinnige Weise gezeigt. Hiedurch ist es gekommen, daß wirso lange eine flache und verworrene Idee von dem Zustande derGesellschaft im Mittelalter hatten, und so wenig die großenErscheinungen zu erklären vermochten, die sich dem aufmcrksa,men Auge in dieser Periode darbieken. *)
-) Ich war im Jahr 1816 in Karlsbade, und sah dort im böhmischenSaale eine Reihe von sehr schönen Zeichnungen aus den Don Qui-xote. Zuerst wo ihn die Dirne im Wirthshause betrogen alser nachdem er lange unter ihrem Fenster Wache gehalten, end-lich aufs Pferd gestiegen, um ihr die Hand zu reichen; — wo siediese dann scstbindet und er als das Pferd unter ihm wcggcht, schwe-bend iu der Luft hängt. Dann wie er auf einem hölzerne»Pferde filzt und tonrnirt. Dann wieder wie er VvrübcrreitcndeBäuerinnen für Prinzessinnen halt, und endlich wie er von einemdicken Wirtlic den Ritterschlag erhält, indes ein Paar Dirnen vo»zweideutigem Rufe, so er für Fräulein hält, ihm die Sporen undden Degen umschnaUen.
Ich kann nicht leugnen daß diese Zeichnungen einen unangeneh-men Eindruck auf mich machten, den» der Mann der lächerlich ge-macht wird, ist doch immer »och besser als das Gesindel, das ih»lächerlich macht, und das, dem gemeinen Triebe folgend,sich an den Schwächen anderer crgdlzt; — so wie für den Pöbelein, Betrunkener oder ein Wahnsinniger auf den Straße» derStadt stets eine lustige Person ist.
Im Ritterwescn lag etwas Edles, das eS selbst in seinen Abir-rungen nicht verlor, und dieses durchs Lächerliche zu bekriegen, scheintmir für ein Volk eben so gewagt, als cs für Frankreich war, dieMacht des Priesterthums dadurch zu bekriegen, daß man es lächer-lich zu machen suchte. Die Religion wurde nun ebenfalls lächers