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eine Kaserne wird in der allerhand Menschen beisammen
wohnen. *)
Dieses ist eine Folge, wenn man Städte mitgeraden und breiten Strassen, und mit verhält»nißmäßig großen und hohen Häusern baut. Diesewerden immer Kaserne», da es unmöglich, daß eine Familie sieallein bewohnen kann. Man spricht dann auch nicht mehr Meinem Hause, was man bewohnt, sondern blos von einem Lo»gis oder Quartier, gerade wie der Soldat, und eine großeAuflösung des Familien Wesens und des Gcmeinewesens ist eineunmittclbarr und nothwendige Folge davon. **)
") Eigentlich sollten sich die Berliner auch nicht so sehr über ihre gebendeEinguatirung beschwere». Denn da ohnehin zehnerlei- Menschen i»einem Hause wohnen, so kann dem jVIils, poipmuu, auch noch wohlals dem Eilstcn «ine Stube gegönnt werden, da man ohnehin auf dieHansherrlichkcit Verzicht gethan, und jedes Hans zu einem of-fenen gemacht, zu dem sogar der Nachtwächter einen Hausschlüs-sel bat.
Wie groß diese Auflösung in Berlin geworden, mag Folgendes zeigen.Kein Prediger weiß, welche Familien zu seiner Gemeine gehören, auchbesucht er sie nicht wenn sic krank sind, da dieses nicht Sitte, — erkommt hin, aber nur als Haussrennd, nicht von wegen seines Am-tes, — er kommt so wie der Schauspieler oder jeder andere, der alsHausfreund zu kommen gewohnt ist.
DcrBischofEhlcrt sagte einmal: daher in einer zehnjährigen Amts-führung nur zweimal zum Kranken gerufen worden. Man stirbt un»wird begraben, — und es ist zwar Sitte, daß man den Arzt rufen läßtaber nicht den Geistlichen. Was die Hansbcsuchung sey, davon batNiemand eine Vorstellung. Eine Folge hievon ist, eine gänzliche Un-bekanntschaft des Predigers mit seinen Gemeindsaiiedcrn. Dichgeht so weit, daß man in Berlin das Beispiel gehabt, daß ein Kindsiebenmal gelaust worden, weil die Leute immer neue Gevattern nab-mcn und zu einem andern Prediger gingen, dem sic sagten: daß siezu seiner Gemeine gehörten. — Wenn man dieses und ähnliches ivc:s,so bezweifelt man sehr, ob die Ideen von Herstellung der Zünfte di«sich Verschiedene wohlmeinende Staatsbeamten gebildet, ausführbar ineinem Orte sei» würden, wo das Familien und dasGcmcinewcsen sichso aufgelößl hat. Denn geht man historisch und aufdie Entstehung derZünfte zurück, so sicht man, baß sic sich in einem Zeitalter entwickel-te», wo das Familien und das Gemeinewesc» in seiner höchsten Tüch'