Bevölkerung aber schon eine große Dichtigkeit erreicht, wie die-ses in unserenalten europäischen Staaten derFall, da kann sie sichnur langsam vermehren, und nur in roo Jahren einmal ver-doppeln, indem die Gesellschaft noch geringe Gründe urbar macht,die bis jetzt wüst gelegen, oder die bereits urbar gemachten inkleinere Thcile theilt, und dadurch eine größere Menge L>-b.^s,mittel erzeugt, indem sie diese fleißiger bebaut, wie wir solchesoben bereits angeführt haben.
In diesen Staaten ist also die Vermehrung der Bevölkerungbeschränkt, da die Ehen das Maas der vorhandenen Lebensmit-tel nicht überschreiten können.
Drei Ursachen giebt es nun, welche die Bevölkerung be-schränken, und sie verhinderen ein gegebenes Maas zuübersteigen.
Dir erste ist, baß viele Ehen verhindert werden, wo dieLeute einsehen, daß sie zwar so viel Lebensmittel haben, daß siefür sich durch die Welt kommen, aber nicht genug um Frau undKinder zu ernähren.
Die zweite, daß viele Ehen erst spät geschlossen werden, weildie Menschen früher noch nicht so viel erübrigt, »m eine Fami-lie ernähren zu können. Eine Folge hievon ist, daß die Ehenfrüher aufhörcn fruchtbar zu fein, und also weniger Kindergeben.
Die dritte Ursache ist die größere Sterblichkeit, die unter denArmen und unter den Kindern der Armen herrscht. — DieArmuth ist überall der Kirchhof der Geschlechter.
Aus diesen Ursachen ist bei denen Familien welche keine Ein-richtung getroffen haben dir Vermehrung zu beschränken und ei,ncn unvergänglichen Stork von Wohlstand in sich zu erhalten,ein beständiges Ebben und Fluchen der Geschlechter. — Baldsind sie im Wohlstände, und bald drauf sinken sie in Armuthzurück, indem sie von anderen Geschlechtern, so mehr vom Glückebegünstigt werden, wieder verdrängt werden.
Wir stammen alle von Noah ab, und jeder kann sich m.oin, seinem Geschlechtsregister bis auf Noah zurückführen.— Wennwir in unfern Familien Nachrichten von unseren Vorfahren hät,ten, so würde man die sonderbarsten Familien Geschichten ersah.