Der dort zu Motz verhohlen noch steht der Vogel Greif '),
Der eh den Rhein ergötzte durch schmetterndes Kugelgepfcif,
Ist nicht zurückgcgebcn; der Boden, drcmf er ruht,
Gehörte dein, ich netzte ihn ja mit meiner Flnth.
Volk, deine heilge Erde, dein altgelobtes Land
Darfst nimmermehr du lassen in höhnender Feinde Hand;
Erinnerungen die Fülle sich kniipfcn an jeden Stein,
Verachtet schlummert im Boden der Helden, der Väter Gebein!
Drum einig, einig stehe trotz fremder Zwietrachtsaat,
Trotz allen Hirngespinnstcn, trotz schleichendem Vcrrath,
Trcucinig steh wie Felsen im aufgewühlten Meer,
Dann branden alle Wogen vergebens um dich her! —
Das war das Lied der Feinen, — dann ruhte die Stimme hold,Daun rasteten die Finger in ihrer Saiten Gold,
Ihr Auge, himmclcrhobcn, senkte' sich wie im TraumUnd ruhte lang mit Thronen auf ihres Gewandes Saum.
Dann trat mir näher Plötzlich des Stromes Wnndcrdirn,
Bückte sich zu mir nieder und küßte meine Stirn,
Da bräunt' cs mir im Herzen, durchzuckt' cs meine Brust,Rangs in mir: tausend Schmerzen und tausendfache Lust.
Doch sie verließ den Nasen, schwebt nieder zu dem Fluß,
Schon tauchte in die Wogen wie Schnee der Glieder Guß,
1) Das alle Geschütz, 300 Centncr schwer, schoß eine Kugel von 160 Pf., trägt,die Inschrift: Vogel Greif heiß ich, Meinem Gnadge Herrn von Trier dien ich, Wo ermich heißt gewalden, Da will ich Thvrn und Mauer zerspalten. Limon goß mich 1520.