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Die Mosel-Lieder
Entstehung
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Nah, auf dem Maimfelde liegt Münster von der AuBenannt und jener Kirche, dem stolzgefügtcn Bau.

Hält' ich nicht fast vergessen das eigne Thal, den Strom!

Rasch fürder an Kern, an Burgen und an dem kleinen RohmGrüß ich auf meinem Pfade den hohen Bischosstein °),

Er schaut wie ein Felscngcbilbe in meine Kluft hinein.

Gleichwie ein Greis, der Kinder und Enkel überlebt,

Der Thurm noch wohlgcfügct auf seiner Zinke klebt;

Doch schwand der Schmuck der Ehren, so wie des Lenzes Reif,Ihm blieb nur nm die Schläfe der cinz'ge weiße Streif.

Derselbe ist gezogen von einem Pfaffen keck,

Der zu der Ritter Entsetzen und zu des Volkes SchreckEin stolzes Fräulein raubte, trotz aller Zucht und SchaarnAls Gattin sich verbunden, eist trotz'gcr Bräutigam.

Die Sende wollt' das rächen, jedoch der Ritter warfSie von dem Berge, scheuchte sie mit dem Stahle scharfUnd malt' mit weißer Tünche, zu künden den Ehcbund,Hvhnlachend dort den Reifen um seinen Bcllfrit rund.

1) Münstermaifeld ein Städtchen, das durch seine prächtige Kirche sich bemerk-bar macht.

2) BischofsteinbesungenvonVenantiusFortunatus, BischofvonPoitou (564566)nach einem seiner Gedichte wohl von deutscher Abkunft:

Wenn langweilig und schaal dir dünket lateinisch Gemurmel,

Schreib hebräisch, wo nicht Persisch' und griechisch dem Freund,

Grab germanische Nunen mir ein auf die Ninde der Esche,

Willkomm gleich dem Papier ist mir der sinnige Stab.

Venantius Fortunatus an Flavins Fuodius,Opx. ail Oolou. Ui). VH 18 I'Iavmn.