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Die Mosel-Lieder
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Doch sang sie oft sehnsüchtig ein Lied der schönen Zeit:

Von der Rudawa Schlängeln an: Wawclfelscn weit ').

Durch Haine edlen Obstes wall ich gen Pommern fort,Begrüße die letzten Trümmer des Rosenthalcs dort;

Die Wildcnvurger Thi'mne vermag ich schon zu schau'n,

Ein Ritter ließ zwei Burgen dort nebeneinander bau'n.

Herr Otto lag behaglich ans seines Lagers Flaum,

Da schritt der Geist des Vetters durch seiner Kammer Raum,Zeigt in der Linken den Becher, indem die Rechte droht:Burgherr bist du geworden da du mir gabst den Tod!"

Allnächtig kam der Schatten, da zog der Ritter fortZu seines Königs Heerbann, und ließ indessen dortDie neue Burg anfführcn. Nach Jahren kehrt' er zurück,

Zu kosten an dem Herde der Minne, des Lebens Glück.

Doch wie er im neuen Schlosse auf seines Lagers Flaum,Schritt auch des Vetters Schatten durch seiner Kammer Raum,Zeigt' in der linken den Becher, indem die Rechte droht':Burgherr bist du geworden da du mir gabst den Tod I"

Da seufzt' der reuige Ritter:O Gott, du bist gerecht!

Ich will den Frevel büßen als dein ergebner Knecht."

Stach Ravengiersburg zog er hinauf zum wilden Soon,

Gab all sein Gut und Habe den Armen nur Gotteslohn.

1) Die Rudawa fällt bei Krakau in die Weichsel; auf dem Wavelfelsen, derehedem Drachenhöhle gewesen sein soll, ist das königliche Schloß erbaut.

2) Rosenthal ein im 12. Jahrhundert gestiftetes Frauenkloster, durch die Fran-zosen ganz verwüstet.

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